18. Dezember 2017, 14:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Insurtech-Boom: Versicherer geben sich gelassen

Die Mehrheit der deutschen Versicherer sehen die Konkurrenz durch Insurtechs nicht als Bedrohung für das eigene Geschäftsmodell. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Auf das disruptive Potenzial von Internet-Riesen wie Google oder Amazon blickt die Branche demnach mit größerer Sorge.

Insurtech-Boom: Versicherer geben sich gelassen

Knapp die Hälfte der Versicherer betrachtet den Wettbewerb durch Insurtechs als Top-Herausforderung für das eigene Geschäftsmodell.

Lediglich 46 Prozent der deutschen Versicherer sehen Insurtechs als eine der größten Herausforderungen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “Branchenkompass Insurance 2017”, die die Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt hat.

Demnach glauben jedoch 54 Prozent der Entscheider, dass neue digitale Vollversicherer mit Bafin-Lizenz eine Bedrohung darstellen.

Viele Versicherer begegnen der Insurtech-Welle der Studie zufolge, indem sie sich den Start-ups annähern. 47 Prozent der befragten Entscheider sehen in Partnerschaften mit Insurtechs wichtige strategische Maßnahmen bis 2020.

Insurtechs als Ideengeber und Katalysatoren

Zudem nutzen die Unternehmen demnach verstärkt das Know-how der Start-ups: 13 Prozent setzen bereits Insurtech-Anwendungen ein und 56 Prozent planen beziehungsweise erwägen den Einsatz.

“Viele dieser Start-ups haben eher die Funktion eines Ideengebers und Katalysators notwendiger Veränderungen und weniger die eines direkten Konkurrenten”, sagt Lars Rautenburger, Leiter der Business Unit Insurance bei Sopra Steria Consulting.

Etablierte Unternehmen würden so die eigene Digitalisierung spürbar beschleunigen können, weil Start-ups deutlich agiler und flexibler sind und keine Altlasten mit sich herumschleppen müssten.

Amazon, Google und Co. als Bedrohung

Deutlich besorgter zeigen sich die Versicherer der Studie zufolge mit Blick auf die Pläne einiger Internet-Riesen, in den Versicherungsmarkt einzutreten.

“Google, Facebook, Amazon und Apple kennen ihre Kunden mit ihren Gewohnheiten oft besser als sie selber und können sehr schnell und treffsicher vorhersagen, gegen welche Risiken sich jemand absichern möchte. Für Versicherungsunternehmen ist das viel schwieriger”, sagt Rautenburger.

Zudem hätten die Internet-Riesen den Vorteil,  dass sie bereits dort sitzen, wo viele Versicherungen abgeschlossen werden: direkt am Point-of-Sale, zum Beispiel beim Kauf von elektronischen Haushaltsgeräten. (jb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...