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19. April 2018, 12:25
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“Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung”

Die jüngsten Vorschläge der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für einen Provisionsdeckel beim Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten sorgen für reichlich Unmut in der Branche und werden von Seiten der Anbieter und des Vertriebs als weiterer unnötiger staatlicher Eingriff in die private Wirtschaft verurteilt.

 

Zinszusatzreserve-Schneidemann in Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung

Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe die Bayerische

Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen, und Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen kommentieren die BaFin-Vorschläge wie folgt:

“Ein Provisionsdeckel in der Lebensversicherung? Nein danke! Ein Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung und hilft weder Verbrauchern noch Versicherungsvermittlern. Denn der Vorschlag führt zu einem unnötigen weiteren staatlichen Eingriff in die private Wirtschaft und in die gesetzlich garantierte Gewerbefreiheit.

Keine Unterscheidung zwischen Altesvorsorge und Biometrielösungen

Zudem wird bei dem aktuellen Vorschlag nicht zwischen Altersvorsorge und Biometrielösungen unterschieden. Aber gerade bei Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Kunden umfassend informiert und aufgeklärt werden – von Personen, die dazu ausgebildet sind und Fachwissen mitbringen. Solche Beratungen sind aufwendig. Und die von mehreren Seiten geforderte weitere Verbesserung der Beratungsqualität wird jeder gern unterschreiben.

Nur: Gute Beratung kostet Geld und ist nicht zum Nulltarif zu haben. Das ist in jeder Branche so – ob versteckte Provisionen beim Kauf von Neuwagen, ob beim Immobilienmakler oder im Reisebüro: Natürlich steckt in der Endsumme immer ein Anteil für den Beratungsaufwand – und die Verbraucher wissen natürlich, dass beim Versicherungsabschluss ein Anteil für Provisionen enthalten ist, wie Umfragen zeigen. Außerdem wird schnell vergessen: Die Provisionszahlungen werden auf bis zu acht Jahre gestreckt. Nur wenn der Kunde zufrieden ist und nicht vorher kündigt, wird die gesamte Summe ausbezahlt.

Höhe des Provisionswertes bereits stark reduziert

Provisionen sind eine wichtige Einnahmequelle für Versicherungsvermittler. Und allein in den letzten drei Jahren wurde die Höhe des Provisionswertes durch den Eingriff der Regulierung stark reduziert, während gleichzeitig der Aufwand für qualifizierte Beratung erheblich gestiegen ist. Wer solche Forderungen nach Kürzungen von Provisionen aufstellt, sollte sich selbst fragen, ob man selbst auf einen derartigen Gehaltsverzicht bereit wäre.

Letztlich ist es eine Scheindebatte: Denn schon heute haben die Verbraucher die Wahl zwischen Provisionstarifen und Honorartarifen. Wir sollten es den mündigen Kunden überlassen, selbst zu entscheiden.”

Rentenversicherung-Bohsem in Provisionsdeckel führt in die falsche Richtung

Dirk Bohsem, MLP

“Wettbewerbsverzerrung zulasten einer hochwertigen Beratung”

Und auch aus dem Vertiebslager kommt Gegenwind für einen etwaigen Provisionsdeckel. Dirk Bohsem, Leiter Marktmanagement bei MLP, sagt dazu:

“Grundsätzlich halten wir einen pauschalen Provisionsdeckel für ordnungspolitisch falsch; denn mit einem solchen Markteingriff würde ein 08/15-Produktverkauf gefördert und es käme zu einer Wettbewerbsverzerrung zulasten einer hochwertigen Beratung, die schlichtweg nicht mehr hinreichend finanzierbar wäre. Der Gesetzgeber würde also das Gegenteil dessen erreichen, was das Ziel sein sollte: die Qualität im Markt weiter zu erhöhen. Der Vorschlag der BaFin, der bisher nur bei einer internen Branchenveranstaltung gefallen sei, würde der politischen Diskussion über eine Deckelung vorgreifen – dort ist längst nicht jeder von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Instruments überzeugt, zumal die Abschlusskosten marktweit auch bereits gesunken sind.”

Foto: Die Bayerische, MLP

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5 Kommentare

  1. Schwarze Schafe werden in Deutschland nur selten zur Verantwortung gezogen! Statt dessen wird das gesamte Volk von Politikern “zum Schutz” durch Vorschriften und Informationen erstickt! Steuern werden in Unsummen verschwendet und kein Politiker wird zur Verantwortung gezogen! Jahrzehntelange Fehlentscheidungen der Politik werden von den Entscheidern als Erfolge in Form von Reformen gefeiert! Die Folgen muss wie immer das Volk ausbaden! Die Bundeswehr ist marode und nicht kampffähig! Bei der Polizei wurde bis kurz vor einen Kollaps gespart! In Krankenhäusern und Pflegeheimen sterben die Patienten und Heimbewohner weil sie nicht korrekt versorgt werden können, da das schon zahlenmäßig viel zu geringe Personal einen großen Teil der Arbeitszeit mit Dokumentieren von Arbeitsabläufen beschäftigt ist! Schulen und Kindergärten sind marode! Es fehlt in Deutschland an allen Ecken, nur nicht an genügend Politikern! Man hat einen gesetzlichen Anspruch auf eine fachärztliche Zweitmeinung, hat aber schon große Probleme überhaupt einen Ersttermin bei einem Facharzt zu bekommen! Es wird der bestehende Verwaltungsmolloch weiter aufgebläht! Und wenn auch das dann Alles nicht mehr finanzierbar ist, auch keine Diätenerhöhungen mehr möglich sind, werden wohl wieder Lebensmittelmarken als Zahlungsmittel eingeführt! Die Hälfte davon spende ich dann den armen fachkompetenten Politikern!
    Vielleicht denken sie dann mal über ihre jahrzehntelange glorreiche Gesetzespolitik nach! Ich kann nur sagen: Armes Deutschland!

    Kommentar von Uwe Opitz Versicherungsmakler — 7. Mai 2018 @ 11:08

  2. An dem Tag, an dem Politiker bereit sind auf Ihre stattlichen Bezüge auch im Nachhinein zu verzichten und diese zurückzuzahlen, wenn der Wähler mit der Arbeit des Politikers nachträglich unzufrieden ist, werde ich gerne den ganzen Beschneidungen und Einschnitten im Einkommen zustimmen!!!

    Kommentar von Max Makler — 26. April 2018 @ 18:56

  3. Endlich einmal vernünftige Argumente der Vorstände einer Versicherungsgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit diese Argumente mit den Kollegen der anderen Versicherungsgesellschaften auch bei der Bafin und der Politik durchzusetzen. Es muß langsam Schluß sein mit der Beschneidung der Einkünfte, bei gleichzeitiger Erhöhung des Arbeitseinsatzes und -kosten durch deutsche oder EU Gesetze und Verordnungen. Gerade der Vertrieb wurde in den letzten Jahren genug gebeutelt. Auch die Nachwuchssorgen im AD werden hierdurch nicht geringer. Ich könnte ein Buch schreiben.

    Kommentar von Klaus-Dieter Hilge — 20. April 2018 @ 10:30

  4. Da entscheiden immer Beamte und Politiker, die nicht die geringste Ahnung von der Realität haben. Deren Einkommen steigt kontinuierlich, von der Altersabsicherung und Förderungen u.a. bei der Krankenversicherung (im Gegensatz zum Selbständigen, äußerst eklatant) gar nicht erst zu reden. Die Kosten der Makler sind wegen vielfacher höheren Beratungskosten extrem gestiegen, dazu kommen schon erfolgte Kürzungen. So wird das bei vielen eine Halbierung der Einnahmen bedeuten. Volkswirtschaftlich wird es bei deutlich weniger Beratung, deutlich weniger Absicherung des Volkes für das Alter ergeben. Kein Problem, der Staat der vorher locker das Defizit von 1, 7 Billionen Euro ausgleicht, wird über das Sozialamt die Leute bestens versorgen. Damit schließt sich der Kreis und wir haben wieder einige dringend benötigte Beamtenstellen dafür geschaffen. Kann zwar bald niemand bezahlen, aber der Steuerzahler wird das, wie immer und deswegen wählt er sich ja „seine“Politiker, schon übernehmen…..

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 20. April 2018 @ 09:29

  5. Generell bin ich der Meinung, daß Bonizahlungen nicht in Ordnung sind. Jeder Vermittler sollte für seine ordentliche Arbeit die gleiche Bezahlung bekommen, die sich nicht an der Summe der vermittelten Anträge orientiert. Es wäre natürlich auch angebracht, daß Versicherer einen angetragenen Antrag nicht ablehnen dürfen, weil es keine Courtage-Vereinbarung mit dem Makler gibt. Wie die Bezahlung erfolgt, wäre dann zu klären. Ratierliche Courtage halte ich für angebracht, damit würde sich schon die Spreu vom Weizen trennen. Es liegt der Maklerschaft natürlich am Herzen, daß man sich von Seiten der Politiker und anderen Verantwortlichen endlich mal um andere Branchen kümmert, nicht nur um die Regulierung im Versicherungswesen. Keine Institution reguliert für einen Hausverkauf die Bezahlung der Immobilienmakler und ob der Immobilienmakler zwei- oder mehrmals Male das gleiche Objekt verkauft, wenn der Käufer feststellt, daß er einen Fehlkauf getan hat. Und hier fliessen wahrlich ganz andere Summen.

    Kommentar von Ingeborg Behrendt — 19. April 2018 @ 14:27

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