22. März 2018, 05:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rentenpolitik: Wird Heil den Vorschusslorbeeren gerecht?

Ist Heil um eine realistische Politik der Alterssicherung in der Zukunft bemüht, muss er die im Koalitionsvertrag enthaltene Rentenkommission rasch einsetzen. Sie hat die Aufgabe, Vorschläge für die Gestaltung der Zeit ab 2025 zu entwickeln.

An das Rentensicherungsniveau hatte sich im Wahlkampf keine der Parteien der Großen Koalition herangetraut. Im Koalitionsvertrag steht nun, das Sicherungsniveau bei 48 Prozent des Nettolohns bis 2025 beizubehalten.

Dies ist freilich eine Mogelpackung, denn die Rentenversicherung Bund hat angesichts der guten Kassenlage zugesichert, dass sich bis 2024 nichts ändert.

Kleiner Empfängerkreis für Grundrente

Diese Beruhigungspille für die sozialdemokratische Parteibasis vor ihrem Mitgliederentscheid über die Mitwirkung an einer Bundesregierung wird langfristig angesichts der demographischen Entwicklung nicht das Allheilmittel sein, soll der heute schon über hundert Milliarden Euro betragende Bundeszuschuss nicht ins Unermessliche wachsen und gleichzeitig noch die Beitragszahler über Gebühr belastet werden.

Was mit der im Koalitionspapier vereinbarten Grundrente wird, wissen im Augenblick noch nicht einmal die Rentenexperten so genau. Allerdings ist jetzt schon klar, dass der Empfängerkreis für die Grundrente sehr überschaubar wird.

Das neue Angebot steht nämlich nur Senioren zu, die über 35 Jahre lang gearbeitet haben. Bei einer solchen Erwerbsbiographie ist in der Regel aber die Bedürftigkeit nicht gegeben.

Riester-Rente entfesseln

Nur mit einem Halbsatz würdigt der Koalitionsvertrag freilich eine der wichtigsten Aufgaben, die Förderung der privaten Altersvorsorge. Hier kommt auf Heil die Aufgabe zu, einen Vorschlag für ein Standardprodukt zur Attraktivierung der Riester-Rente zu machen.

Mit über 16 Millionen Verträgen ist Riester ein eingeführtes Produkt, das sich freilich in einer stagnativen Phase befindet. Heil wird rasch in Gespräche mit der Finanzwirtschaft eintreten müssen und diese sollte möglichst rechtzeitig mit Konzepten zur Popularisierung und Entfesselung von Riester aufwarten.

Überzeugende Vorschläge zur Vereinfachung des Zulagenverfahrens gibt es bereits. Sie sollten umgesetzt werden. Wie das Standardprodukt letztlich aussehen wird, sollte im Dialog zwischen Regierung, Parlament, Finanzwirtschaft und natürlich auch den Verbrauchern geklärt werden.

Eine Vielzahl von Vorschlägen liegt bereits jetzt auf dem Tisch, so beispielsweise die Deutschlandrente der schwarz-grünen Koalition in Hessen.

Seite drei: Duftmarke Digitalisierung

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Natürlich müssen alle Mütter,
    ob 1, 2 oder 3 bzw. mehrere.
    Kinder, die vor 1992 geboren
    wurden, diese erhalten. Besonders
    die Mütter die 1 bzw. 2 Kinder
    haben, sind schon seit 2014
    benachteiligt. das Gesetz hätte
    ohne Zuzahlung und unabhängig
    einer Zurechnungszeit sein müssen.

    Kommentar von Hans-Dieter Müller — 2. Mai 2018 @ 16:53

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BRSG: Wie der Vertrieb seine Rolle stärker nutzen kann

Seit über einem Jahr setzt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) Anreize für den Vertrieb, das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu forcieren. Doch wie ist es um die Ausrichtung des Vertriebs bestellt? Ein Kommentar von Dr. Matthias Wald, Leiter Vertrieb bei Swiss Life Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...