26. April 2018, 07:30
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Vermittler als Auslaufmodell? Virtuelle Assistenten und Robo Advisor auf dem Vormarsch

Kaum eine Branche steht durch die Digitalisierung vor so einschneidenden Veränderungen wie die Assekuranz. Auch der Versicherungsvertrieb wird sich dadurch massiv verändern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Softwareherstellers Adcubum zusammen mit den Versicherungsforen Leipzig.

Vermittler als Auslaufmodell? Virtuelle Assistenten und Robo Advisor auf dem Vormarsch

Vincent Wolff-Marting, Leiter Kompetenzteam Digitalisierung und Innovation bei den Versicherungsforen Leipzig sieht die Robo Advisors auf dem Vormarsch: “Sie werden in der Lage sein, jeden Experten in den Schatten zu stellen.”

Die Prognose: In zehn bis 15 Jahren werden künstliche, intelligente Systeme den klassischen Versicherungsvermittler weitgehend ersetzt haben.

Die Studie stützt sich auf die Analyse relevanter Zukunftstrends, aktuelle technologische Best Practices sowie auf die Befragung von Versicherungsvorständen und Experten für die digitale Transformation der Branche hin zur Assekuranz 4.0.

Der Versicherungsvertrieb in Deutschland hat sich durch die Digitalisierung bis dato weniger verändert. Rund 75 Prozent aller Neuabschlüsse noch immer über klassische Vermittler statt. Die Förderung des Direktvertriebs werde von Anbietern mitunter bewusst vernachlässigt, stellt Adcubum fest.

Technische Unterstützung des Vertriebs

Mit Blick auf die Kundenerwartungen sei das jedoch der falsche Weg. Repräsentative Umfragen von Adcubum zeigten, dass sich mehr als 50 Prozent der Bundesbürger bereits vorstellen können, eine Versicherung komplett online ohne persönliche Beratung abzuschließen.

Nur weil der persönliche Kontakt weiterhin wichtig sei, werde der klassische Vermittler noch gebraucht. Allerdings sieht die Studie zum Ende der nächsten Dekade dort einen Umbruch.

Der Vertrieb werde technisch stärker unterstützt – auf sämtlichen Stufen des Vertriebsprozesses, also von der Anbahnung des Kundenkontakts bis hin zum Abschluss, glaubt Vincent Wolff-Marting, Leiter Kompetenzteam Digitalisierung und Innovation bei den Versicherungsforen Leipzig.

Chat-Bots übernehmen Beratung

Der klassische Vermittler wisse, wer im Ort gerade ein Haus baue oder ein Kind erwarte und nutze dies zur Kundenansprache. Amazon und Co wüssten dies ebenfalls, nur früher.

Bei der Beratung selber werde der Vermittler künftig durch virtuelle Assistenten unterstützt. Mit ihnen kommuniziere der Kunde etwa per Chat-Bot, Telefon oder Videoübertragung.

Bei Produkten wie Hausrat- oder Kfz-Versicherung würden Chat-Bots, die dafür notwendige Komplexität beherrschen, die Beratung übernehmen und Angebote erstellen. Mittelfristig erwartet Adcubum diese Entwicklung auch für den Bereich der Lebensversicherungen.

Klassicher Vertrieb wird ausgedünnt

Fazit der Studie: Personell dürfte der klassische Vertrieb in den nächsten Jahren weiter ausgedünnt werden und nur noch die Kunden betreuen, die persönliche Beratung aktiv einfordern.

Die große Mehrheit dagegen wird Verträge über Direktversicherer ab oder sich vom Robo Advisor beraten lassen. Das senke die Transaktionskosten in bisher unbekanntem Ausmaß.

„Was Wissen, Marktüberblick und fehlerfreies Arbeiten anbelangt, werden Robo Advisor in der Lage sein, jeden Experten in den Schatten zu stellen, prognostiziert Digitalisierungsexperte Wolff-Marting. (dr)

Foto: Versicherungsforen Leipzig

 

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