Anzeige
10. Juli 2018, 16:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zinszusatzreserve: Versicherer in der Klemme

Die Zinszusatzreserven (ZZR) steigen und steigen. Die Zahlungen belasten die Versicherungsunternehmen immer stärker. Die Kritik an der Bundesregierung zu handeln wächst.

Zinszusatzreserve: Versicherer in der Klemme

Die steigenden Zinszusatzreserven bringen die Versicherer immer stärker unter Druck.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. So oder ähnlich wird wahrscheinlich die Versicherungsbranche derzeit über die Zinszusatzreserven (ZZR) denken. Um den Verfall ihrer Kapitalerträge in der Niedrigzinsphase vorzubeugen, müssen die Lebensversicherer seit 2011 die ZZR aufbauen.

Mit ihr soll langfristig die Lücke zwischen den zugesagten Garantien und den am Markt realisierbaren Zinsen geschlossen werden. Ende 2017 dürfte das Sicherheitspolster auf nunmehr 60 Milliarden Euro angewachsen sein.

Zum Vergleich: Ende 2014 waren es “nur“ 20 Milliarden Euro. 2017 mussten die Lebensversicherer 15 Milliarden in die ZZR pumpen, was nach Berechnungen der Kölner Rating-Agentur Assekurata beinahe dem gesamten bilanziellen Eigenkapital der Branche entspricht.

Kritik an ZZR-Formel

Deutlich übt Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, Kritik an der aktuellen Formel der ZZR.

Sie spiegele die reale Welt längst nicht mehr wider und belaste Versicherer und Kunden unverhältnismäßig. Der Handlungsbedarf sei größer als je zuvor.

Abhängig vom Zinsniveau erwartet der GDV einen Anstieg der ZZR von derzeit 60 Milliarden auf 130 bis 180 Milliarden Euro bis 2023. Bis dahin würden die Zuführungen zur ZZR ohne Änderung jährlich zwischen 15 und 20 Milliarden Euro betragen.

Branche zu Umschichtungen gezwungen

Zusätzlich erhalten die Versicherten jährlich eine laufende Garantieverzinsung von rund 22 Milliarden Euro. Diese Aufwendungen seien überwiegend nur durch die Realisierung von Bewertungsreserven zu finanzieren.

Die Branche werde laut von Fürstenwerth zu Umschichtungen ihrer Anleiheportfolios gezwungen. Allein die Gothaer musste im vergangenen Jahr 243 Millionen Euro für die ZZR aufwenden.

Zwischenzeitlich hat der Bestand beim Kölner Versicherer eine Höhe von 1,1 Milliarden Euro erreicht. “Die ZZR dürfte uns noch bis 2023 begleiten“, erwartet Dr. Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer.

Seite zwei: Mehr ZZR als für Garantien erforderlich

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Spahn dringt auf bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege auf bessere Arbeitsbedingungen.  “Derzeit ist die Pflege der am wenigsten planbare Beruf, den es gibt”, sagte der CDU-Politiker der “Augsburger Allgemeinen” am Donnerstag. 

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Wie hoch ist das durchschnittliche Baudarlehen?

Deutsche Kreditnehmer nehmen immer mehr Geld auf um sich den Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet über weitere aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen.

mehr ...

Investmentfonds

Warum der US-Handelskrieg eine Chance für die EU ist

Amerikas saure, nicht süße Handelspolitik zwingt China, Alternativen zu suchen. So belebt Peking die eurasische Seidenstraße wieder und holt Russland mit ins Boot. Beide Länder verbindet sicher keine Liebesbeziehung, aber für eine Vernunftehe gegen den gemeinsamen Feind USA reicht es allemal. Könnte man auch noch Europa anbinden, würde sich der bislang zeitintensive Seeweg chinesischer Exporte in die westliche Welt erheblich verkürzen. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

“Ein Provisionsdeckel wäre verfassungswidrig”

Das 14. “Bonner Spitzentreffen”, das rund 40.000 Versicherungsvertreter in Deutschland repräsentiert, hat sich einstimmig gegen eine Deckelung von Provisionen im Zuge der Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) ausgesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium veröffentlicht geprüften Portfoliobericht

Solvium Capital, Anbieter von Direktinvestments in Container und Wechselkoffer, hat den aktuellen Portfoliobericht des Unternehmens vorgelegt. Anders als offenbar beim ehemaligen Konkurrenten P&R läuft demnach alles vertragskonform.

mehr ...

Recht

Welche finanziellen Vorteile die Eheschließung bringt

Heiraten – ja oder nein? Keine einfache Entscheidung, doch auch neben der Liebe gibt es gute Gründe dafür. Die Experten der DVAG erklären, wie sich Eheleute bei Steuern und Versicherungen besserstellen können und geben Tipps, was sie beachten sollten.

mehr ...