20. September 2019, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Allianz erlegt sich beim Autodatenhunger Selbstbeschränkung auf

Die Allianz will bei der Aufklärung leichterer Verkehrsunfälle auf die Auswertung der Fahrdaten verzichten. Nur bei schweren Autounfällen mit Toten oder Verletzten und Verkehrsstraftaten will das Unternehmen Zugriff auf Datenaufzeichnungen der Fahrzeuge haben – auch wenn die Fahrer das ablehnen. Das kündigte Joachim Müller, Chef der Sachversicherung bei der Allianz Deutschland, an.

Shutterstock 163821341 in Allianz erlegt sich beim Autodatenhunger Selbstbeschränkung auf

Bei reinen Sachschäden ohne Tote oder Schwerverletzte sollen hingegen die Halter entscheiden dürfen. Der Manager begründete den freiwilligen Datenverzicht angesichts der Debatte um datenhungrige Großunternehmen mit der Akzeptanz in der Bevölkerung. “Das (die Auswertung der Daten) muss gesellschaftlich akzeptiert sein.” Bei schweren Unfällen und Straftaten überwiege das öffentliche Interesse an der Aufklärung. Ein unabhängiger Treuhänder soll über die Integrität der Daten wachen.

Der rechtliche Hintergrund

Viele moderne Autos sind bereits mit einem Datenschreiber (EDR) ausgerüstet, der ähnlich einem Flugschreiber Fahrdaten aufzeichnet. In den USA sind die Geräte bereits seit Jahren vorgeschrieben, in der EU soll eine Blackbox für Autos im Jahr 2022 Pflicht werden. Bisher gibt es nach Angaben der Allianz jedoch keinen herstellerübergreifenden technischen Standard.

In einer Hinsicht hat die Digitalisierung die Unfallaufklärung bisher sogar erschwert: Durch das Eingreifen von Fahrassistenten wie dem Antiblockiersystem ABS seien an Unfallorten häufig kaum mehr Spuren zu finden, sagte Müller. Jährlich regelt die deutsche Versicherungsbranche nach Angaben der Allianz etwa 3,6 Millionen Fahrzeugschäden in der Auto-Haftpflicht. Den Großteil machen kleine Schäden aus. (dpa/AFX)

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Allianz-Chef Bäte in Davos: Regierungen haben beim Klimaschutz Anschluss verloren

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte hat die Politik in ihren Bemühungen um den Klimaschutz deutlich kritisiert. Die Wirtschaft gebe bei dem Thema den Ton an, nicht die Politik. Die habe vielmehr den Anschluss.

mehr ...

Immobilien

Kanam-Fonds erwirbt weitere Immobilie in München

Der offene Fonds Leading Cities Invest hat Ende 2019 im Münchener Osten eine weitere Immobilie erworben. Das Multi-Tenant-Objekt mit insgesamt 17 Mietern liegt unweit des Verlagshauses der Süddeutschen Zeitung in der Kastenbauerstraße im Stadtteil Bogenhausen-Zamdorf und verfügt über 22.400 Quadratmeter.

mehr ...

Investmentfonds

Negativzinszahlungen an die EZB steigen auf 25 Milliarden Euro

Im vergangenen Oktober senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins für Banken auf -0,5 Prozent. Gleichzeitig führte sie durch eine Zinsstaffelung einen Freibetrag ein: Einlagenüberschüsse in Höhe der sechsfachen Mindestreserve, die die Banken als Pflichteinlage bei den nationalen Zentralbanken unterhalten müssen, werden vom Negativzins ausgenommen. Eine heute anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellte Analyse des Hamburger FinTech-Unternehmens Deposit Solutions legt nun erstmals dar, wie sich die geldpolitischen Änderungen der EZB auf die Negativzinszahlungen der Banken konkret auswirken.

mehr ...

Berater

Klick für Klick zum Hauskredit

Digitale Services im Internet wie Interhyp Home erlauben Kreditnehmern zunehmend, die eigene Finanzierung mitzugestalten. Das neu gelaunchte, interaktive Portal Interhyp Home werde mittlerweile von jedem dritten Baufinanzierungsinteressenten genutzt, berichtet Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen Interhyp.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immac bringt weiteren DFV-Hotelfonds

Nach der Vertriebsgenehmigung durch die Finanzaufsicht BaFin startet die Immac Immobilienfonds GmbH den Vertrieb des dreizehnten durch die HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG aufgelegten Publikums-AIF. Er investiert in zwei Hotels.

mehr ...

Recht

Zahl der Start-ups legt deutlich zu

Die Zahl der innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland ist erneut gestiegen. Dies zeigt der neue KfW Start-up-Report, der die Zahl und Struktur von
innovations- oder wachstumsorientierten Unternehmen untersucht, die maximal 5 Jahre alt sind.

mehr ...