30. Juli 2019, 08:00
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Betriebsrenten: Sechs Millionen sind von Doppelverbeitragung betroffen

Im Streit um Entlastungen für Betriebsrentner wächst der Druck auf die Bundesregierung. Immer mehr Betroffene beklagen sich bei den Sozialverbänden, so Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, gegenüber der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

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VdK Präsidentin Verena Bentele. Startschuss #rentefüralle / ( © Henning Schacht / berlinpressphoto.de ) /

Bentele betonte: “Doppelverbeitragung von Betriebsrenten regt unsere Mitglieder wahnsinnig auf. Jeden Monat melden sich bei uns Mitglieder, die gerade verrentet werden und jetzt erst erfahren, dass ihre schöne Betriebsrente 18 Prozent weniger wert ist.”

Etwa sechs Millionen Rentner sind betroffen

Von der sogenannten Doppelverbeitragung sind neben Betriebsrentnern auch Direktversicherte betroffen, insgesamt etwa sechs Millionen Menschen. Seit einer Reform im Jahr 2004 fällt auf beide Vorsorgearten in der Auszahlungsphase der volle Krankenkassenbeitrag an.

Die Empfänger müssen also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil an ihre Krankenkasse abführen. Zusammen mit dem Beitrag für die Pflegeversicherung werden rund 18 Prozent fällig. Bentele betonte, bei den Betriebsrenten sei mit der Neuregelung von 2004 viel Vertrauen verspielt worden.

“Niemand hätte bei diesen Konsequenzen abgeschlossen”

“Es ist natürlich so, dass niemand einen solchen Vertrag abgeschlossen hätte, wenn 1978 bekannt gewesen wäre, dass später Krankenversicherungsbeiträge auf die Auszahlungen fällig werden. Da wäre es besser gewesen, das Geld unter sein Kopfkissen zu legen, denn eine Rendite von 18 Prozent erreicht keine betriebliche Altersvorsorge.”

Zur Entlastung der Betroffenen fordert der VdK eine unverzügliche Rückkehr zum halben Beitragssatz. “Zusätzlich muss die Freigrenze von derzeit 155,75 Euro in einen Freibetrag umgewandelt werden. Dann würde der halbe Beitragssatz nur auf den Betrag fällig, der die 155,75 Euro übersteigt”, sagte Bentele.

Durch diese beiden Maßnahmen würden alle Betriebsrentner entlastet, besonders die mit einer kleinen Betriebsrente.

 

Foto: “obs/Sozialverband VdK Deutschland e.V./Henning Schacht”

3 Kommentare

  1. Traurig, fürwahr, es offenbart sich leider immer öfter, das von unseren Politikern Gesetze auf den Weg gebracht werden, ohne deren mögliche Folgen umfassend zu bedenken, oder gerade auch! wegen der Folgen. Gut, man könnte vorher Fachleute fragen, aber, entweder will man das nicht, das wäre dumm, oder man nimmt die Folgen bewusst in Kauf, das wäre dann böse. Jedenfalls ist das für die Betroffenen weder lustig, noch schön. Und daraus entsteht dann dieser Vertrauensverlust, den unsere Politiker ach oh weh so bitte beklagen. Verrückt, oder ?

    Kommentar von Nils Fischer — 31. Juli 2019 @ 10:41

  2. Es ist unglaublich dass ein solcher Rechtsbruch in einem Rechtsstaat möglich ist.
    Aber nachdem ich gerade gelesen habe, daß wir Krankenkassenbeitraege für im Ausland lebende Familienangehörigen bezahlen müssen, ist mir einiges klarer geworden.
    Mein Vertrauen in die Politik ist jedenfalls ziemlich erledigt. 45 Jahre eingezahlt und dann verarscht worden, mir reicht es.
    Alle Parteien reden nach außen dass dieser Zustand – ich nenne es Betrug – beendet werden muß, eine Entscheidung diesbezüglich wird schon seit Jahren binausgeschoben.
    Der noch größere Skandal ist jedoch, dass das Bundesverfassungsgericht das auch noch für rechtens erklärt hat
    Mfrgr
    Richard Welzenbach
    Sozialversicherungsfachwirt a. D.

    Kommentar von Richard Welzenbach — 30. Juli 2019 @ 13:04

  3. Schade das der VDK seit Jahren fordert aber nichts erfüllt bekommt.Bestes Beispiel ist hier die Erwerbsminderungsrente,da wird die Rente spürbar erhöht weil es ja 2Millionen Erwerbsminderungsrentner gibt die in schwierigen finanziellen Verhältnissen leben,dann kommt aber diese Ungerechtigkejt das nur Neurent er davkn provitieren..Die Bestandsrentnerdürfen weiter Flaschen sammeln gehen.Der VDK ist zum Tiger ohne Zähne verkommen,viele Fporderungen Mitgliederwirksam stellen und dann kommt nichts mehr von dieser Geldmaschine VDK.Hauptsachs die Beiträge sprudeln könnte man denken.

    Kommentar von Werner Günther — 30. Juli 2019 @ 09:02

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