16. Juli 2019, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Brodesser (CDU): “Bundeswirtschaftsministerium lehnt den Entwurf aus grundlegenden Erwägungen ab”

Der Provisionsdeckel ruft nach den Verbraucherschützern nun auch die Politik auf den Plan im Interview mit Jonas Tauber schildert Carsten Brodesser, zuständig für Versicherungsthemen innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Süddeutschen Zeitung, warum er davon ausgeht, dass der Provisionsdeckel nicht kommt. Wieso er selbst dagegen ist. 

Shutterstock 1342826459 in Brodesser (CDU): Bundeswirtschaftsministerium lehnt den Entwurf aus grundlegenden Erwägungen ab

“Meine Einschätzung ist, dass das Bundeswirtschaftsministerium den Entwurf aus grundlegenden Erwägungen ablehnt”, erläutert Carsten Brodesser (CDU) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Grund dafür sei in seinen Augen der damit einhergehende Verwaltungsaufwand. Zudem erläutert er, dass es eine Ungleichbehandlung unterschiedlicher Vertriebsarten gebe. Insbesondere Versicherungsmakler seien benachteiligt. 

Zeiten von höchster Provision als Abschlussgrundlage sind vorbei

Das Ziel, Fehlanreize für den Vertrieb bestimmter Produkte zu begrenzen, begrüßt Brodesser jedoch ausdrücklich. Ausgangspunkt dieser Forderung ist ein Generalverdacht gegen die Branche. So nehmen die Befürworter an, dass der Vertrieb gerne Produkte anbietet, die eine besonders hohe Provision in Aussicht stellen.

Die Beratungsdokumentation in Verbindung mit geltender Rechtssprechung fordert jedoch bereits seit einigen Jahren ein Umdenken seitens der Vermittler und Makler. Auf diesen Denkfehler geht Brodesser nicht ein. 

Aufsichtsbehörde statt Provisionsdeckel

Stattdessen argumentiert er, dass insbesondere Berufsanfänger wenig Möglichkeit haben, die erhöhte Provision für besonders gute Beratungsqualität als Vergütung ihrer Dienstleistung zu erreichen. Deshalb schlägt er ein anderes Verfahren vor: “Wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, soll die Bafin angehalten sein, einzugreifen”, erklärt er gegenüber der Süddeutschen Zeitung. 

Versicherer sollen also künftig der BaFin die Provisionen melden und diese ist in ihrer Funktion als Überwachungsorgan gefragt. Sie solle eingreifen, so Brodesser weiter, falls es nötig ist. In seinen Augen könnte diese Grenze bei einer Höhe der Provisionen von 30 Prozent über dem Marktdurchschnitt liegen. 

Erster Schritt oder Einzelreform?

Inwiefern es sich bei dieser Reform um den ersten Schritt in Richtung Honorarberatung handelt, bleibt offen. Jedoch weist auch Jonas Tauber in seinem Artikel für die Süddeutsche Zeitung darauf hin, dass zunächst vor allem Versicherer profitieren, wenn die Kosten für den Vertrieb sinken.

Der positive Einfluss auf die Kostenstruktur ist insbesondere vor dem Hintergrund der beständig niedrigen Zinsen nicht von der Hand zu weisen. 

 

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...

Investmentfonds

Warum die Währungsabsicherung von Gold Sinn macht

Nitesh Shah und Pierre Debru, beide führen den Titel eines “Director Research” beim ETP-Anbieter WisdomTree, erläutern, warum der US-Dollar in seiner jetzigen Schwächephase als Absicherung für Gold dienen kann.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

Isaria verkauft zwei Wohnanlagen in München an DWS-Spezialfonds

Die Münchner Isaria hat insgesamt 219 Wohnungen für 119,2 Millionen Euro an den Vermögensverwalter DWS für einen institutionellen Spezialfonds veräußert. Das Projekt wird die mittlerweile zur Deutschen Wohnen gehörende Isaria München Projektentwicklungs GmbH im Auftrag der Isaria Wohnbau AG schlüsselfertig erstellen.

mehr ...

Recht

Entscheidung über Wirecard-Verkauf im November?

Der Insolvenzverwalter des Skandalkonzerns Wirecard erwartet für November die Entscheidung über den Verkauf des Kerngeschäfts bei dem insolventen Bezahldienstleister. Das schreibt der Anwalt Michael Jaffé in einem Brief an die Mitarbeiter, über den die “Süddeutsche Zeitung” berichtete.

mehr ...