Kfz-Versicherung: „Das Billigste ist eben häufig nicht das Beste“

Zehn Millionen Kfz-Versicherte sind durchaus bereit, ihren Versicherer zu wechseln. Dabei einzig auf den Preis zu schauen, hält Dr. Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der Sparkassen DirektVersicherung für den falschen Ansatz. Auch der Siegeszug der reinen Internet-Versicherer wird in Frage gestellt.

 

Die Direktversicherung liegt in der Gunst der Kfz-Versicherten ganz vorne. Google und Amazon rangieren – derzeit – noch weit dahinter.

 

In diesen Tagen wird viel über Kfz-Versicherungen und die Wechselmöglichkeiten zum 30. November berichtet. Immerhin gibt es laut dem Marktforscher YouGov rund zehn Millionen Kfz-Versicherte, die durchaus bereit wären, ihre Versicherung zu wechseln.

„Es ist durchaus sinnvoll, die Vertragsbeziehung regelmäßig zu prüfen und Fragen zu stellen: Deckt mein Versicherer auch wirklich das ab, was ich brauche? Stimmt der Service, passt das Preis-Leistungs-Verhältnis immer noch?“, rät Dr. Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der Sparkassen DirektVersicherung (S-Direkt). Der häufigste Fehler sei allerdings, allein auf den Preis zu schauen. „Wie sonst im Leben auch: Das Billigste ist eben häufig nicht das Beste.“, sagt Cramer.

Bei einer Direktversicherung ist man offenbar bestens aufgehoben: Sie bietet unterschiedliche Tarife und eine große Auswahlmöglichkeit einzelner Merkmale. Optimalerweise ist eine Direktversicherung auch noch günstig und über persönliche Ansprechpartner immer erreichbar.

Das alles sind wohl Gründe dafür, dass laut einer Online-Umfrage der S-Direkt 67 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen, dass sie online oder telefonisch bei einer Direktversicherung abschließen würden, wenn es um einen Wechsel geht. Mehrfachnennungen waren möglich. So kommt für 37 Prozent auch der Abschluss über ein Vergleichsportal in Frage. „

Überrascht hat uns, dass nur 16 Prozent der Befragten auf eine Versicherungs-Filiale mit direktem, persönlichen Ansprechpartner setzen würden und FinTechs mit rund einem Prozent oder neue Player wie Google oder Amazon mit vier beziehungsweise drei Prozent eher unter dem Radar fliegen“, sagt Cramer.

Das Ergebnis der Umfrage zeige deutlich, dass Kunden sich für technologische Nischenanbieter oder Branchenfremde ohne vermutete Kompetenz nur zu einem gewissen Grad begeistern könnten. Neben einfachen und transparenten Prozessen würden nach wie vor bestehende und bewährte Konzepte gewünscht.“Das Billigste ist eben häufig nicht das Beste“

„Unsere Befragung mag nicht repräsentativ sein, dennoch bildet das Ergebnis eine klare Tendenz ab. Viele Kunden erkennen keinen Nutzen der angeblich neuen, flexiblen und kostengünstigen „Versicherungstechnologie“ von so genannten InsurTechs“, unterstreicht Cramer.

Die Modernisierung der Versicherungslandschaft werde zwar bei Vergleichsportalen und Direktversicherungen begrüßt, sobald aber ein eindeutiger Ansprechpartner wegfiele, blieben auch die Kunden aus.

Gerade bei Versicherungen sei vielen der direkte Kontakt immer noch überaus wichtig. Insbesondere für erklärungsbedürftige Produkte sei eine mögliche telefonische Beratung unabdingbar. Eine reine Internet-Versicherung („pure play“) könne das nicht leisten. Fazit: Es sei vielmehr die Mischung aus innovativer Technologie und persönlicher Kundenberatung, die – das Prädikat „zukunftsweisend“ verdient.

 

Grafik: Sparkassen-Versicherung

 

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