3. Juni 2019, 16:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ruhestandsplanung: “Der Staat wird nicht immer so viel Geld haben”

Sollte ein staatlicher Zuschuss eingeführt werden, damit sich die Deutschen intensiver mit der Planung ihres Ruhestands auseinandersetzen? Cash. fragte in der Branche nach.

Uwe-Matthias-M Ller-2 Presse in Ruhestandsplanung: Der Staat wird nicht immer so viel Geld haben

Uwe-Matthias Müller, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands Initiative 50plus.

Im vergangenen Jahr brachte Peter Härtling, Präsident des Bundesverbands der Ruhestandsplaner, einen staatlichen Zuschuss ins Spiel, der dafür sorgen könnte, dass sich alle Bürger eine entsprechende Beratung leisten können. Eine Idee, die in der Branche durchaus goutiert wird.

Umdenken muss stattfinden

“Steuerliche Anreize sind in der privaten Vorsorge ein wichtiges Argument für viele Verbraucher, um das Thema für sich aktiv anzugehen. Auch in der Ruhestandsplanung könnte dies ein zusätzlicher Impuls sein, wenn breitere Bevölkerungsteile angesprochen werden sollen”, meint Ursula Blümer, Expertin für Ruhestandsplanung bei MLP.

Ronald Perschke, Vorstand der Initiative Ruhestandsplanung fordert, dass ein Umdenken stattfinden muss: “Was sicher helfen würde, ist das der Staat mal anfängt, klarer und ehrlicher zu den Themen zu kommunizieren. So werden wir weniger Altersarmut haben als angenommen, aber auch viel mehr Haushalte, die ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht sichern können. Standard wird also zukünftig sein, dass man sich im Alter einschränken muss. Will man das nicht, muss man private Vorsorge betreiben, also Sparen.” Zusätzlich müsse klar kommuniziert werden, dass konzeptionelle Altersvorsorge und Ruhestandsplanung einen Wert hat, wie eine Dienstleistung beim Steuerberater oder Rechtsanwalt. Dabei könne auch ein Beratungszuschuss helfen.

Nicht nah genug am Bürger

Doch nicht alle Branchenkenner sehen die Verantwortung beim Staat. “Der Staat wird nicht immer so viel Geld zur Verfügung haben wie gerade jetzt. Daher sollten wir auf staatlicher Ebene sorgsamer mit den Ressourcen umgehen als dies heute die Regel ist”, mahnt Uwe-Matthias Müller, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands Initiative 50plus. Er sieht die Verantwortung bei den Bürgern und bei der Finanzindustrie.

Auch dem üblichen Reflex, das schon jetzt chronisch überlastete deutsche Schulsystem in die Verantwortung zu nehmen und ein Schulfach Finanzbildung zu fordern, mag nicht jeder widerstehen. Letztlich aber sind weder Lehrer noch der Staat nah genug am Bürger, um ihn in der richtigen Lebensphase auf die Notwendigkeit der Ruhestandsplanung hinzuweisen. Das kann nur der Finanzberater leisten – und damit gleichzeitig den Beweis erbringen, dass die persönliche Finanzberatung nicht zu ersetzen ist. (kb)

Foto: Bundesverband Initiative 50plus

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...