Allianz-Chef Bäte in Davos: Regierungen haben beim Klimaschutz Anschluss verloren

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte hat die Politik in ihren Bemühungen um den Klimaschutz deutlich kritisiert. Die Wirtschaft gebe bei dem Thema den Ton an, nicht die Politik. Die habe vielmehr den Anschluss.

 

Oliver Bäte

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte übt deutliche Kritik an der politische Führungsriege: „Es ist das erste Mal, dass die Wirtschaft den Ton angibt und die Regierungen hinterherhinken“, sagte der Manager am Dienstag auf einer Diskussionsveranstaltung beim 50. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos mit Blick auf die Reduktion von CO2-Emissionen.

„Ich kann nur für mein Heimatland sprechen: Wir diskutieren immer Pläne für den Kohleausstieg, aber wir diskutieren nur den Zeitpunkt und nicht die nötigen Schritte.“ Er glaube, dass die Regierungen unglücklicherweise den Anschluss verloren haben.

Die Allianz sei wohl der größte institutionelle Investor in Europa. Der Konzern wolle die Wut über das langsame Vorankommen mit Optimismus verbinden, indem man praktische Dinge tue. In einem Zusammenschluss großer Finanzinvestoren hatte die Allianz sich mit anderen verpflichtet, ihre Anlageportfolios bis 2050 auf Netto-Null-Treibhausgasemissionen umzustellen.

Gestartet sei das Bündnis mit einem Gesamtanlagevermögen von 2,4 Billionen US-Dollar, am Ende der Woche werde der Wert vermutlich mehr als doppelt so hoch liegen, sagte Bäte im Anschluss an eine kritische Rede der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Nach dem Start des Bündnisses im vergangenen September waren mehrere weitere große Investoren hinzugekommen.

Am diesjährigen Treffen in Davos nehmen etwa 3000 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil. Nach US-Präsident Donald Trump werden unter anderem auch Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Reden erwartet.(dpa-Afx) /dr

Foto: Shutterstock

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