„Bei Betriebsschließungen haben wir ohne Wenn und Aber geleistet“

Foto: Alexander von Spreti
Dr. Rainer Reitzler, CEO der Münchener Verein Versicherungsgruppe (MV), auf der Baustelle zum Neubau der MV-Zentrale im Stadtteil Ludwigsvorstadt. In der Pettenkoferstraße errichtet der Versicherer nach einem Entwurf des Architekturbüros SCOPE ein modernes Bürogebäude.

Dr. Rainer Reitzler, CEO des Münchener Verein, hat allen Grund zur Freude. Trotz der CoronaPandemie läuft das Versicherungsgeschäft fulminant. 255.000 Neukunden bedeuten den höchsten Zuwachs in der Unternehmensgeschichte. Zudem investierte der Versicherer in den Münchener Büroimmobilienmarkt. Cash. sprach mit dem CEO über die Folgen der Coronapandemie, das steigende Gesundheitsbewusstsein, neue Tarife und die Baustellen der Gesundheitspolitik.

Herr Dr. Reitzler, der Münchener Verein lässt unweit der aktuellen Hauptverwaltung ein neues modernes Bürogebäude errichten. Werden Sie es komplett vermieten?

Reitzler: Ein Teil der Flächen wird vermietet. Somit profitieren die Kunden des Münchener Vereins von den attraktiven Renditen des Immobilienmarktes. Auf anderen Ebenen schafft der Münchener Verein attraktive neue Arbeitsplätze für seine Mitarbeiter. Zudem setzen wir damit ein klares Bekenntnis zum Standort München und zum Stadtteil Ludwigsvorstadt. Und ich bin mir sicher, dass das prägnante Eckgebäude mit seiner eleganten Fassade das südliche Bahnhofviertel aufwerten wird.

Wie kommen Sie bislang durch die Corona-Zeit?

Reitzler: Bestens. Mit einem Beitragswachstum von vier Prozent sind wir in 2020 stärker als der Markt gewachsen und übertreffen sogar unsere „Best Case“-Planungen. In der Krankenversicherung stehen 255.000 Neukunden für den höchsten Zuwachs in der Unternehmensgeschichte. Trotz der Krise. Dieser fulminante Erfolg setzt sich fort. Unsere Neugeschäftszahlen liegen aktuell nochmals über dem Vorjahr.

Hiermit ist mein ganz herzlicher Dank an alle unsere erfolgreichen Vertriebspartner verbunden. Ein weiterer Grund für den sehr positiven Trend ist, dass wir als einer der wenigen Versicherer bei der Betriebsschließungsversicherung ohne Wenn und Aber geleistet haben. Auch unsere seit Jahren immer wieder mit Preisen ausgezeichnete Servicepower ist trotz der Pandemie auf höchstem Niveau gesichert, wie die Verleihung vieler Auszeichnungen erneut verdeutlicht hat.

Aktuelle Zahlen der Kölner Rating-Agentur Assekurata zeigen, dass immer mehr Neugeschäft im Bereich der privaten Zusatzversicherungen generiert wird. Welche Bedeutung messen Sie dem Segment der Zusatzversicherungstarife bei?

Reitzler: Wir generieren mit unseren attraktiven Zusatzversicherungen seit Jahren einen hohen Anteil des Neugeschäfts. Mit immer wieder innovativen Produkten wie beispielsweise dem ZahnGesund, einem Top-Tarif mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis, erzielen wir beste Ergebnisse. Auch weil die Nachfrage nach privaten Zusatzversicherungen unverändert hoch ist. Im Markt zählen wir zu den Pionieren und Best of-Anbietern. Das ist unser Anspruch. Das soll so bleiben.

Sie haben mit „Klinik Gesund“ gerade einen neuen stationären Zusatztarif auf den Markt gebracht. Wie lässt sich das Produkt im Markt einordnen?

Reitzler: KlinikGesund ist ein echtes Upgrade für die Kassenleistung. Kein kleiner Happen on top. Im Ernstfall möchte keiner in irgendein Krankenhaus, sondern in das beste. Gesetzlich Krankenversicherten, die in diesem Punkt kaum eine Wahl haben, geben wir für wenig Geld die Möglichkeit, sich als Privatpatient behandeln zu lassen. Mit besonderen Service- und Komfortleistungen und einer besseren Unterbringung gestalten wir die Zeit so angenehm wie möglich.

Viele kostenfreie Gesundheitsservices sind zudem inklusive. KlinikGesund klotzt: Beste Kliniken, beste Ärzte, beste Versorgung – das sind die Vorzüge der neuen Marke KlinikGesund. Und das ist unsere Position im Markt. Für eine erstklassige Krankenhauszusatzversicherung gibt es eine erste Adresse: den Münchener Verein.

Wo lagen die Schwerpunkte bei der Tarifentwicklung?

Reitzler: Aktuelle Umfragen haben gezeigt, dass über zwei Drittel der Befragten keine stationäre Zusatzabsicherung haben. Dieses enorme Potenzial hat uns bestärkt, neue stationäre Zusatztarife auf den Markt zu bringen. Auch gesetzlich Krankenversicherte wollen hervorragende Behandlungen mit tollen Services erhalten.

Unser Anspruch ist, die Versicherten in die Pole-Position im stationären Bereich zu bringen: Ruhige Zimmer – ohne zu viele nervige Bettnachbarn, freie Krankenhauswahl, beste Kliniken, Top-Ärzte. Anders gesagt: mit einer exzellenten Versorgung gelassener gesund werden. Für uns keine Illusion. Das ist alles, was zählt.

Sie bieten „Klinik Gesund“ in zwei Versionen an: Als „Super-Günstig-Variante“ und als „Anspar-Variante“. Wo liegen die Unterschiede und wen möchten Sie mit dem neuen Tarif ansprechen?

Reitzler: KlinikGesund gibt es in den Tarifen Premium und Komfort in je zwei Beitrags-Varianten. Die „Super-Günstig-Variante“ ist für jüngere Personen gedacht. Alterungsrückstellungen sind hier nicht kalkuliert und der Beitrag erhöht sich in klaren Altersschritten. Die „Anspar-Variante“ legt dafür einen Teil der Beiträge als Alterungsrückstellungen an. Dafür zahlen die Kunden zu Beginn etwas mehr.

Doch in der Folge steigen die Beiträge nicht allein durch das Älterwerden. Wer sich erst mal für die „Super-Günstig-Variante“ entscheidet, kann später in die „Anspar-Variante“ wechseln. Ohne erneute Gesundheitsprüfung bei gleichem Leistungsumfang. Machen wir es in Zahlen fest: Der monatliche Beitrag für einen 36-Jährigen im Tarif KlinikGesund Komfort liegt in der „Super-Günstig-Variante“ bei nur 15,50 Euro. Bei der „Anspar-Variante“ wären es knapp 40 Euro.

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