Anzeige
26. November 2013, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BVK: Lebensversicherung gehört nicht zu PRIPs

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) warnt davor, dass die Lebensversicherung aufgrund einer aktuellen Entscheidung des Europäischen Parlaments fälschlicherweise “durch die Hintertür” als Finanzanlageprodukt  definiert wird.

BVK: Lebensversicherung gehört nicht zu PRIPs

Der BVK will sich in Brüssel und Berlin dafür einsetzen, dass die Lebensversicherung nicht den Finanzanlageprodukten zugerechnet wird.

In der vergangenen Woche haben die Mitglieder des Europäischen Parlamentes über den Entwurf der Kommission für das sogenannte KID-Kundeninformationsblatt (Key Information Document), das für Finanzanlageprodukte für Kleinanleger (Packaged Retail Investment Products – PRIPs) gelten soll, abgestimmt. Dieses KID ist eine verpflichtende Kundeninformation über das Produkt. Neben dem KID soll es zusätzlich ein Beiblatt geben, aus dem unter anderem auch alle Kosten in Verbindung mit den Anlageprodukten ausgewiesen werden einschließlich der Provisionen und Honorare.

Entscheidend sei in diesem Zusammenhang zum einen, dass dieses KID nur für Finanzanlageprodukte gilt, so der BVK. Die Lebensversicherung fiele danach nicht darunter und sei bislang in der Diskussion um PRIPs nicht erwähnt worden. Weder der vorliegende Entwurf der Kommission noch die Version des Europäischen Rates vom 24. Juni 2013 noch die zur jetzigen Entscheidung im Parlament vorliegende Fassung ließen sich demnach eindeutig dahingehend auslegen, welche Lebensversicherungsprodukte in den Anwendungsbereich fallen, heißt es in einer Mitteilung des BVK.

BVK: Lebensversicherung fällt unter IMD 2

“Die Lebensversicherung ist durch die Einbeziehung in das Kundeninformationsblatt durch die Hintertür als Finanzanlageprodukt definiert worden. Sie hat aber mit ihren garantierten Leistungen nichts bei den PRIPS-Produkten zu suchen. Als Versicherung ist sie systematisch richtig der IMD 2 zuzuordnen. Die Entscheidung dort sollte abgewartet werden und nicht über die Verordnung zum KID vorweggenommen werden”, fordert BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Darüber hinaus könne er durch die zwingende Offenlegung der Provision keine Verbesserung der Situation der Verbraucher erkennen, die durch das deutsche Vermittlerrecht schon heute hinreichend auch über die Kosten eines Lebensversicherungsvertrages informiert seien. Der Verbraucher werde nicht geschützt durch Kenntnis der Provision, sondern durch qualifizierte Beratung und Betreuung von Versicherungsvermittlern, so Heinz weiter.

Das Europäische Parlament hat in erster Sitzung lediglich über den Entwurf abgestimmt, so dass der sogenannte Trilog, also die Gespräche des Parlaments mit dem Europäischen Ministerrat und der Europäischen Kommission, beginnen können. Diese sind für das Frühjahr 2014 angesetzt. Erfahrungsgemäß werde insbesondere der Ministerrat noch Änderungen vornehmen, so der BVK. “Bis dahin wird der BVK sich in Brüssel und Berlin dafür einsetzen, dass die Lebensversicherung nicht den Finanzanlageprodukten zugerechnet wird”, versichert BVK-Präsident Heinz. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...