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11. Juli 2006, 00:00
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Prags Renditen auf Niveau Westeuropas

Die Prager Immobilienrenditen haben westeuropäisches Niveau erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt die Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft(OIK), Wiesbaden, in ihrer neuesten Marktanalyse.
Danach habe sich das Transaktionsvolumen an Tschechiens Immobilienanlagemarkt seit dem Jahr 2002 fast verachtfacht. Im Fokus der ausländischen Anleger stünden mittlerweile nicht mehr nur Bürogebäude, sondern auch Einzelhandels- und Logistikimmobilien. Gerade imtschechischen Retail-Sektor hätten in den vergangenen Jahren mehrere voluminösePortfolios den Eigentümer gewechselt. Ein wesentlicher Grund für die Ausweitung desInvestitionsvolumens sei darüber hinaus der Anstieg der Immobilienpreise, derweniger auf anziehende Mieten als vielmehr auf einen kräftigen Rückgang derAnfangsrenditen zurückzuführen sei: Die Research-Abteilung der KAG hat ermittelt, dass die Nettoanfangsrenditen für Prager Spitzenobjekte im Bürosektor seit 2002 von 9 Prozent auf mittlerweile 5,9 Prozent und im innerstädtischen Einzelhandel von 9,3 Prozent auf noch 5,5 Prozent gesunken sind. Im Bürobereichlägen die Renditen inzwischen auf vergleichbarem Niveau wie beispielsweise in Düsseldorf oder Den Haag und bereits niedriger als in Brüssel und in Luxemburg.

Die Experten der OIK sehen drei Gründe für diese rasante Entwicklung. ?Dieinternationalen Investoren akzeptieren die stark gefallenen Renditen, da sie erstens dasLänderrisiko Tschechiens seit dem EU-Beitritt als vergleichsweise niedrig einstufen,zweitens weil die Gepflogenheiten auf dem gewerblichen Immobilienmarkt aufgrundder Dominanz ausländischer Akteure international geprägt sind und drittens da diesteuerliche Belastung der Mieterträge in Tschechien deutlich geringer als inWesteuropa ist?, erläutert Dr. Oliver Voß, Leiter Research der OIK.Ein kräftiges Mietwachstum, das geringe Anfangsrenditen rechtfertigen würde, istdagegen zumindest im Bürosegment noch nicht absehbar: ?Der PragerBürovermietungsmarkt ist nach wie vor durch wirtschaftlichen Strukturwandel undweniger durch konjunkturelle Marktzyklik geprägt und erfährt dieses und nächstesJahr eine Ausweitung seines vergleichsweise modernen Flächenbestandes um jeweilsrund 10 Prozent,? so Voß weiter. Die Leerstandsquote von zuletzt 11,4 Prozent sei angesichts eines Flächenumsatzes, der in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 12 Prozent des Bestandes ausmachte, nicht sonderlich hoch; sie wird jedoch aufgrund der hohen Neubauvolumina eher steigen als sinken. Die Prager Büromieten werden daher in den nächsten Jahren allenfalls mit der Inflationsrate zulegen, so die Prognose der Wiesbadener.

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