Anzeige
31. August 2010, 12:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grunderwerbssteuer: Zahltag für Immobilienkäufer?

Die Beyerle-Kolumne

Es ist eigentlich immer schön, wenn man Dinge hat kommen sehen. Knapp ein Jahr nach der Wahl rücken die Immobilien in den Fokus der Finanzminister der Länder. Schließlich müssen die Ausgaben in Sachen Konjunkturpaket und „Teer muss her“ nach dem harten Winter kompensiert werden.

Beyerle 006-127x150 in Grunderwerbssteuer: Zahltag für Immobilienkäufer?

Thomas Beyerle, Aberdeen

Ökonomen verweisen zunächst auf die europaweit höchsten Transaktionskosten beim Erwerb von Wohneigentum in Deutschland und sehen dies zunächst als klaren Wettbewerbsnachteil für den deutschen Häuslekäufer. Doch lassen sie dabei zwei Aspekte außer Acht. Zum einen deutet die traditionelle Stabilität des deutschen Wohnungsmarktes darauf hin, dass dieser auf Steuererhöhungen eher unelastisch reagiert, mit anderen Worten: Steuererhöhungen haben langfristig keine nennenswerten Aspekte und führen nicht zum Ende des Abendlandes. Zum anderen treffen diese kurzfristig fast ausschließlich die Grenznachfrager – also den eher geringen Teil der Ersterwerber.

Dies ist sicherlich sozialpolitisch eine sehr unschöne Sache, steht es doch in eklatantem Widerspruch zu diversen Parteiprogrammen, welche ja gerade diese Menschen in Wohneigentum bringen wollen. Dass damit mehr Politik denn nötig gemacht wird, zeigt sich geradezu exemplarisch im Brandenburgischen. Ausgerechnet im strukturschwachen, rot-rot-regierten Brandenburg scheint die politische Klasse davon auszugehen, dass wer sich eine Immobilie leisten kann, schon nicht so knapp bei Kasse sein wird. Die Lebenswirklichkeit aber sieht anders aus. Gerade auch deshalb wird der Teilmarkt der Wohnungsprivatisierung in Mitleidenschaft gezogen werden. Dem Hilferuf nach „Ausnahmeregelung“ sollte aber Einhalt geboten werden – obwohl Deutschland hierin ja geübt ist.

Natürlich wird der Markt nach dem klassischen Motto reagieren: Erst die Vorzieheffekte, dann ein Zeitfenster mit starker Zurückhaltung. Das damit natürlich in Vertriebsportalen das Argument „Entgehen Sie der Grunderwerbsteuererhöhung und kaufen Sie noch in 2010“ einhergeht, liegt in der Natur der Sache. Ob es immer hilfreich ist, darf manchmal bezweifelt werden, denn Druck war noch nie ein gutes Argument der Nachhaltigkeit eines Investments.

Seite 2: There is no free Lunch!

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

1 Kommentar

  1. Unabhängig von der Grunderwerbsteuer, hat die Stadt Stuttgart nun die Grundsteuer erhöht.
    Eine einfache Möglichkeit an Geld zu kommen ohne großen Widerstand.
    Denn was sollen die Eigenheimbesitzer machen? Ihr Haus und Grundstück verkaufen?

    Der Staat und die Städte/Gemeinden sitzen da am längeren Hebel!

    Kommentar von Onassis — 10. September 2010 @ 00:29

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...

Immobilien

Gewerbeimmobilien: US-Notenbanker warnt vor Übertreibungen

Paul Rosengreen, Chef der Notenbank von Boston, hat davor gewarnt, dass der Markt für Gewerbeimmobilien mögliche wirtschaftliche Probleme verstärken könnte.

mehr ...

Investmentfonds

Large-Cap-Aktienfonds stößt auf rege Nachfrage

Der Asset-Manager J O Hambro Capital Management verzeichnete in den vergangenen Monaten eine äußerst rege Nachfrage nach seiner auf Large-Caps fokussierten European Concentrated Value Strategie. Dadurch konnte die wichtige Marke von 100 Millionen Euro beim Fondsvolumen überschritten werden.

mehr ...

Berater

DVAG, MLP & Co.: Mehr Frauenpower im Finanzvertrieb

In der Finanz- und Versicherungsberatung sind Frauen immer noch in der Minderheit. Und das, obwohl die Beratertätigkeit heute schon gender-neutrale Vergütungs- und Entwicklungschancen bietet.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

Koalition entschärft Präventionsgesetz gegen Immobilienblase

Die große Koalition reagiert auf Kritik aus den Reihen der Kredit- und Wohnungswirtschaft: Der Finanzaufsicht Bafin werden weniger Instrumente als geplant zur Verfügung stehen, um gegen eine drohende Immobilienblase vorzugehen.

mehr ...