Anzeige
Anzeige
28. November 2013, 10:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

CBRE-Empirica-Index: Wohnungsreserve fast ausgeschöpft

Nach den Ergebnissen des CBRE-Empirica-Leerstandsindex hat der Abbau von Leerständen am deutschen Wohnungsmarkt fast 30 Prozent zur Deckung der Wohnraumnachfrage beigetragen. Nun sei die Reserve allerdings weitgehend ausgeschöpft.

Wohnungsmarkt

In Wachstumsregionen ist die Leerstandsreserve abgeschmolzen.

Nach der aktuell vorgelegten Auswertung des CBRE-Empirica-Leerstandsindex lag der marktaktive Leerstand – Geschosswohnungen, die unmittelbar vermietbar oder mittelfristig aktivierbarer sind –Ende 2012 bei 3,3 Prozent des Wohnungsbestands oder rund 688.000 Einheiten.

„Das sind knapp 30.000 Einheiten weniger als noch im Jahr 2011 (rund 717.000 Einheiten). Im selben Zeitraum wurden bundesweit 76.000 neue Geschosswohnungen errichtet. Der Leerstandsabbau allein trug demnach fast 30 Prozent zur Befriedigung der zusätzlichen Wohnungsnachfrage in diesem Segment bei. Ohne diese Reserven wären die derzeitigen Mietzuwächse daher noch höher ausgefallen“, erläutert Dr. Reiner Braun, Vorstandsmitglied Empirica ag, Berlin.

Niedrigster Leerstand in München und Hamburg

Der marktaktive Leerstand in Geschosswohnungen liegt demnach in Ostdeutschland (ohne Berlin) mit 6,3 Prozent immer noch deutlich höher als im Westen mit 2,6 Prozent. „Aussagekräftiger als Ost-West-Unterschiede sind jedoch die abweichenden Entwicklungen in Regionen mit schrumpfenden und wachsenden Einwohnerzahlen, wie es sie beiderseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze gibt. In Schrumpfungsregionen stagniert der Leerstand seit Jahren und beträgt derzeit 6,3 Prozent. Demgegenüber liegt der Leerstand in Wachstumsregionen nur bei unterdurchschnittlichen 2,0 Prozent und ist hier im sechsten Jahr rückläufig“, sagt Michael Schlatterer, Teamleiter Residential Valuation bei CBRE in Deutschland.

Die niedrigsten Leerstandsquoten haben den Angaben zufolge die Städte München (0,5 Prozent) und Hamburg (0,7 Prozent). Am anderen Ende der Skala finden sich Salzgitter (11,3 Prozent) und Chemnitz (9,6 Prozent). In fünf Städten ist die Leerstandsquote seit 2009 um mehr als eineinhalb Prozentpunkte geschrumpft: Halle (minus 2,0 Punkte), Schwerin (minus 1,9 Punkte), Magdeburg, Frankfurt/Oder und Leipzig (jeweils minus 1,7 Punkte). Hohe Zuwächse von mehr als einem halben Prozentpunkt hätten Pirmasens (plus 1,2 Punkte), Bremerhaven (plus 0,9 Punkte), Kaufbeuren (plus 0,7 Punkte), Worms und Neustadt an der Weinstraße (je plus 0,6 Punkte) zu verzeichnen.“

Reserve fast ausgeschöpft

„Der marktaktive Leerstand berücksichtigt keine ‘Ruinen’ oder dysfunktionalen Leerstände. Angaben des Zensus 2011 für den totalen Leerstand fallen daher höher aus und summieren auf 1,1 Millionen Geschosswohnungen sowie weiteren 0,6 Millionen Wohnungen in Eigenheimen. Damit ist jede dritte leer stehende Geschosswohnung nicht unmittelbar disponibel und daher kein marktaktiver Leerstand“, führt Braun aus. Bisher habe der Abbau von Leerstandsreserven in der jüngsten Vergangenheit die Anspannungen am Wohnungsmarkt zumindest teilweise kompensieren können. In den prosperierenden Wachstumsregionen seien diese Reserven nun aber weitgehend ausgeschöpft. „Angesichts weiter steigender Wohnungsnachfrage und damit einhergehender Mietzuwächse wird Neubau daher immer dringlicher“, betont Braun.

Der CBRE-empirica-Leerstandsindex ist die einzige Datenquelle mit Angaben zum marktaktiven Leerstand in Geschosswohnungen. Grundlage der aktuellen Zahlen bilden Bewirtschaftungsdaten von CBRE (ca. 800.000 Wohneinheiten) sowie umfangreiche Analysen und Schätzungen auf Basis der Empirica-Regionaldatenbank und des Statistischen Bundesamtes. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Generali: Alternativen zur Klassik legen zu

Die Generali in Deutschland konnte ihr operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 auf 847 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtkosten sanken um 117 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

WIKR: Präzisierungen bei Immobilienkrediten

Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert. Der Bundestag beschloss am Donnerstag Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden “Wohnimmobilienkreditrichtlinie”.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: Luxemburg beansprucht Sitz der Europäischen Bankenaufsicht

Luxemburg will nach dem Brexit Sitz der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) werden. Nach Ansicht von Premierminister Xavier Bettel hat das Großherzogtum ein Anrecht auf den Umzug der EBA nach Luxemburg.

mehr ...

Berater

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ratingwissen-Tag: “Plausibilitätsprüfung nicht erforderlich”

Plausibilitätsprüfung und Vertriebsregulierung durch die EU-Richtlinie MiFID II zählten zu den Themen auf dem „15. Fondsrating-Tag/3. Assetmanagement-Tag“ des Veranstalters Ratingwissen am Mittwoch – mit einigen überraschenden Statements.

mehr ...

Recht

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...