Anzeige
Anzeige
28. Juni 2013, 09:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Emotionale Faktoren beeinflussen Immobilienpreise

Private Immobilienkäufer und -verkäufer lassen sich nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie oftmals von emotionalen Faktoren leiten. Dies beeinflusse auch die Preisbildung.

Studie Technische Universität KaiserslauternDie Studie der Technischen Universität Kaiserslautern untersuchte die Frage, wie sich private Immobilientransaktionen verändern, wenn keine professionellen Akteure wie etwa Makler beteiligt sind.

Ein wesentliches Ergebnis laute, dass sich Privatpersonen bei Immobilientransaktionen stärker von emotionalen Faktoren beeinflussen lassen. So werde von ihnen der Objektzustand auf einer Skala von 1 bis 5 (gut bis schlecht) im Schnitt mit 2,1 deutlich positiver gesehen als von professionellen Immobilienmaklern (2,5).

Acht Prozent der Privatverkäufer ohne jegliche Marktkenntnisse

Von den befragten Privatpersonen schätzte die Mehrheit ihre Kenntnisse über den Immobilienmarkt als moderat ein (4,5 von sieben Punkten). Rund acht Prozent der Privaten gaben an, sie hätten keinerlei Kenntnisse über den regionalen Immobilienmarkt. Im Vergleich dazu schätzen die befragten Immobilienmakler ihre Marktkenntnisse mit durchschnittlich 6,2 von sieben Punkten zu einem großen Teil als sehr gut ein.

Aufgrund der emotionalen Bindung und der geringeren Marktkenntnis legen Privatverkäufer oft zu hohe, nicht am Markt realisierbare Angebotspreise fest, so die Untersuchung. In der Folge müssten sie dann spürbare Abschläge von ihrem ursprünglichen Preis in Kauf nehmen. Makler würden dagegen deutlich realistischere Angebotspreise festlegen. Die Verkaufszeiten können Makler jedoch nach Aussage der Studie trotz der besseren Marktkenntnis im Vorfeld nur sehr schwer abschätzen.

Makler nutzen mehr Vermarktungskanäle

Auch die Angebotswege unterscheiden sich. Während nahezu alle befragten Makler ihre Objekte über mehrere (im Durchschnitt knapp vier) Kanäle bewerben, konzentrieren sich Privatverkäufer durchschnittlich auf etwa eineinhalb Kanäle, wobei hier auch Mund-zu-Mund-Propaganda durch Freunde und Verwandte eine bedeutende Rolle einnehme.

Diese Ergebnisse könnten sich auch in der gängigen Methodik der Immobilienpreis-Beobachtung niederschlagen: “Bislang wurden emotionale Faktoren bei der Preisbestimmung von Immobilien nicht berücksichtigt. Stattdessen wird vor allem auf hedonische Verfahren mit Bezug auf Gütereigenschaften unter der Annahme eines streng rationalen Homo Oeconomicus zurückgegriffen. Mit der Berücksichtigung verhaltensbasierter Faktoren könnten diese Methoden weiter verbessert werden”, sagt Jan Hebecker, wissenschaftlicher Leiter der Transparenz-Offensive Immobilienwirtschaft.

Die Studie wurde im Rahmen der Transparenz-Offensive von Michael Dinkel und Professor Björn-Martin Kurzrock am Fachgebiet Immobilienökonomie durchgeführt. Dazu wurden über 400 Kunden des Immobilienportals Immobilienscout24 befragt. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der “Berliner Zeitung” (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

mehr ...

Immobilien

BGH stärkt Mieterrechte: Kündigung aus Eigenbedarf abgelehnt

Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 29. März Leitlinien zum Umgang mit Wohnraumkündigungen wegen Berufs- oder Geschäftsbedarfs formuliert. Im vorliegenden Urteil klagte eine Vermieterin, deren Ehemann die Wohnung des Beklagten gewerblich nutzen wollte.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: “USA soll sich an die eigene Nase fassen”

Bereits seit Wochen übt US-Präsident Donald Trump harsche Kritik am deutschen Handelsbilanzüberschuss und wirft der Bundesrepublik “Währungsmanipulation” vor. Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn stellt in einem aktuellen Kommentar eine völlig andere Diagnose.

mehr ...

Berater

Fonds Finanz: “Maklern mehr Heimat bieten”

Am 28. März nahmen mehr als 4.800 Besucher an der elften Auflage der Makler- und Mehrfachagentenmesse (MMM-Messe) der Münchener Fonds Finanz teil. Der Maklerpool stellte im Rahmen der Veranstaltung die vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 vor und startete gleich zwei neue Projekte zur Bindung von Vermittlern.

mehr ...

Sachwertanlagen

Offshore-Strom legt deutlich zu

Lange fehlten oft die Verkabelungen, um den aus See produzierten Strom an Land zu bringen. Doch jetzt scheinen die Offshore-Windparks ihren Beitrag zur Stromerzeugung in einem deutlich größeren Umfang zu leisten.

mehr ...

Recht

Makler oder Mehrfach-Agent? Versicherungsnehmer ist beweisbelastet

Für die Behauptung, ein Versicherungsvermittler, der die Antragsfragen aufgenommen hat, sei als Mehrfach-Agent tätig geworden, ist der Versicherungsnehmer beweisbelastet. Dies entschied das Oberlandesgericht Dresden in einem aktuellen Urteil.

mehr ...