Anzeige
Anzeige
15. Oktober 2015, 09:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fidelity: Zinserhöhung der Fed im Dezember kein Automatismus

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Worldwide Investment, mit ihrem Marktausblick.

Stupnytska-Anna-Fidelity-750 in Fidelity: Zinserhöhung der Fed im Dezember kein Automatismus

Anna Stupnytska, Fidelity

“Der Ausblick für das Weltwirtschaftswachstum im nächsten Jahr hat sich etwas eingetrübt, denn die von niedrigeren Energiepreisen ausgehenden Impulse für den Konsum lassen nach. Zugleich bleibt die Abkühlung in China eine Belastung. In den Industrieländern sind die Fundamentaldaten zwar unverändert solide. Von den angespannteren Finanzierungsbedingungen könnte jedoch Gegenwind ausgehen – sofern nicht binnen Jahresfrist eine deutliche Lockerung eintritt. In Anbetracht des geringen Preisauftriebs und der anhaltenden Belastung ausgehend von China und den Schwellenländern wird das die Europäische Zentralbank EZB und die Bank von Japan vermutlich dazu veranlassen, noch in diesem Jahr ihre quantitativen Lockerungsprogramme auszuweiten. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember ist recht wahrscheinlich, aber wegen der jüngsten Wachstumsdynamik keine ausgemachte Sache. Die erste Zinserhöhung könnte unerfreulich werden, wenn die Fed die Zinszügel anziehen muss, weil sich der Preisauftrieb plötzlich beschleunigt, während sich zugleich das Wachstum abkühlt.

USA: Solide Fundamentaldaten

Bei vergleichsweise soliden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA stehen die Chancen für ein Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent für die zweite Jahreshälfte gut. Am Arbeitsmarkt bessert sich die Lage weiter, wenn auch langsamer als zuvor. Konsum und Verbrauchervertrauen tendieren fest, der Dienstleistungssektor wächst und die Erholung am Immobilienmarkt schreitet voran. Auch wenn der Beschäftigungsbericht für September etwas schwächer ausgefallen ist, deutet bislang nichts darauf hin, dass sich der Positivtrend am Arbeitsmarkt umkehren könnte. Ich gehe vielmehr von weiter steigender Beschäftigung in den nächsten Monaten aus, sodass die Löhne früher oder später steigen dürften. Damit die Fed die Zinswende im Dezember einläutet, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Binnenkonjunktur muss weiter brummen, die Inflation die Talsohle verlassen und spürbar steigen, und die Finanzierungsbedingungen müssen nachgeben.

Europa: Einige Treiber der Konjunkturerholung dürften sich abschwächen

In den Ländern der Eurozone setzt sich die Konjunkturerholung fort. In nächster Zeit dürften jedoch einige Treiber nachlassen. Abschwächen dürfte sich in den kommenden Quartalen etwa der von niedrigeren Energiepreisen ausgehende Auftrieb für den Konsum. Auch könnte der zuletzt wieder stärkere Euro in Verbindung mit der anhaltend schwachen Auslandsnachfrage den positiven Wachstumsbeitrag seitens der Nettoexporte schmälern. Seit April hat die Gemeinschaftswährung um rund acht Prozent auf handelsgewichteter Basis aufgewertet. Ein etwas stärkerer Euro wird im Schulterschluss mit niedrigen Rohstoffpreisen und der allgemeinen Schwäche am Arbeitsmarkt wohl etwas länger für stabile bzw. sinkende Preise sorgen. Trotz des gegenwärtig soliden Wachstums dürften der Gegenwind von außerhalb der Eurozone und auf neue Tiefs gefallene Inflationserwartungen letztlich einer weitere geldpolitische Unterstützung der EZB unumgänglich machen.

Seite zwei: Japan: Weiteres Konjunkturprogramm nicht ausgeschlossen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

Betriebsrenten: Runter mit den Risiken

Große deutsche Unternehmen drängen darauf, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung die Risiken für Unternehmen zu begrenzen. Das ist das Fazit einer Expertenbefragung bei der diesjährigen Aon Hewitt Executive Conference.

mehr ...

Immobilien

Standort-Ranking: München auf Platz eins

Die Wirtschaftswoche hat gemeinsam mit Immobilienscout24 Lebensqualität und Wachstumspotenzial deutscher Städte untersucht. Das Ergebnis stellen sie im Städteranking 2016 vor.

mehr ...

Investmentfonds

Wassermangel erföffnet riesige Renditechancen

Christian Petter, CEO Deutschland bei BNP Paribas Investment Partners hat mit Cash. über die hohen Renditechancen bei Wasserinvestments gesprochen.

mehr ...

Berater

Achtung Scheinselbständigkeit: Gerade Versicherungsvertreter sind betroffen

Die Frage der Scheinselbständigkeit betrifft viele Versicherungsvertreter. Formal betrachtet sind diese zwar meist als Handelsvertreter nach § 84 HGB beschäftigt, tatsächlich liegt jedoch oftmals ein Angestelltenverhältnis vor. Gastbeitrag von Maike Ludewig, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

mehr ...

Sachwertanlagen

Mehr als doppelt so viel Windstrom aus der Nordsee

In der Nordsee sind seit dem vergangenen Jahr viele neue Windparks ans Netz gegangen. Entsprechend gestiegen sind die Strommengen, die ins Netz fließen. Sie leisten einen spürbaren Beitrag zur Versorgung.

mehr ...

Recht

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Im Juli 2016 veröffentlichte das Handelsblatt Auszüge aus dem von Verkehrsminister Alexander Dobrindt erarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, um das voll autonome Fahren in Deutschland zu ermöglichen. Die bislang bekannten Passagen lassen gravierende Neuerungen erwarten und geben bereits jetzt Anlass zu kontroversen Diskussionen. Gastbeitrag von Dr. Thomas Grünvogel, CMS

mehr ...