Anzeige
18. März 2016, 10:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dirk Müller: “Größere Gefahr als in den Jahren 2007 und 2008”

Cash.Online sprach mit dem bekannten Börsenexperten Dirk Müller über die aktuelle Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten und die Performance seines Aktienfonds “Dirk Müller Premium Aktien Fonds”.

Dirk Müller

Der Börsenexperte Dirk Miller ist bei Aktien voll investiert.

Cash.Online: Der Jahresauftakt 2016 fiel auf dem Frankfurter Börsenparkett äußerst schwach aus. Welche Gründe sehen Sie für die Baisse?

Müller: Die Gründe für die Baisse sind mannigfaltig. Wir haben aus meiner Sicht eine größere Gefahr als in den Jahren 2007 und 2008. Damals hatten wir nur eine Immobilienkrise in den USA. Jetzt haben wir die Zutaten, die einen perfekten Sturm ergeben könnten. China steht vor einer harten Landung mit einem dramatischen Kapitalabfluss. Anders kann man dies nicht bezeichnen, als das was momentan passiert. Es gab 20 Jahre Investitionen in Städte in denen keiner wohnt oder in Betriebe, die unrentabel sind. In dem Moment, in dem das Kapital abfließt, brechen die unrentablen Unternehmungen, die über 20 Jahre aufgebaut wurden zusammen mit  sehr große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die offiziellen Wirtschaftsdaten stimmen hinten und vorne nicht, wir können froh sein, wenn sich das Reich der Mitte noch nicht tatsächlich in einer Rezession befindet.

Einige Experten befürchten eine erneute europäische Bankenkrise wie in den Jahren 2008 und 2009. Die Kurse von vielen Instituten sind ja bereits deutlich gefallen. Wie sehen Sie hier das Risiko?

Müller: Die Gefahr ist durchaus gegeben. Dies betrifft nicht nur die europäischen Banken, sondern wir haben ein internationales Problem. Die niedrigen Zinsen sind durchaus ein riesiges Thema. Zum einen verdienen die Institute mit den niedrigen Zinsen weniger. Zum anderen ist der Zins ein Instrument, mit dem die Investoren das Risiko abschätzen können. Dadurch, dass der Anleihemarkt die Renditen aushandelt, kann taxiert werden, wie riskant eine Investition ist. Wenn jetzt der Zinssatz nahe bei null Prozent ist, dann gibt es keine Möglichkeit mehr, Risiken abzuschätzen. Kaum jemand hat die Möglichkeit, auch die großen Finanzhäuser nicht, die Bonität sämtlicher Schuldner selbst bestimmen zu können. Dies geht nur in der Gesamtheit des Weltmarktes. Die Investoren laden sich seit mehren Jahren Risiken in die Bücher, von denen sie nicht wirklich einschätzen können wie hoch sie sind, weil der Zins fehlt. Diesen Risiken steht kein adäquater Ertrag gegenüber, der notwendig wäre um faule Pakete, die in die Insolvenz gehen, abzufedern. Sobald es nur etwas erhöhte Kreditausfälle gibt, China hat bei den Unternehmen die größten Ausfälle seit zehn Jahren, dann kommt es zu solch verhängnisvollen Entwicklungen, wie wir sie bei Lehman Brothers gesehen haben. Damals wusste keiner, welche anderen Leichen der Geschäftspartner noch im Keller hat, weshalb eine Kreditklemme entstanden ist.

Seite zwei: “Wir haben den Boden noch nicht erreicht”

Weiter lesen: 1 2 3 4

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...