Anzeige
Anzeige
23. September 2011, 11:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lebensversicherungen: Politik will Provisionen deckeln

Die Politik will einem Medienbericht zufolge neben den Provisionen bei privaten Krankenversicherungen (PKV) nun auch die Zahlungen bei Lebensversicherungen begrenzen, die Vermittler bei Vertragsabschluss kassieren. Der Grund: Provisionsexzesse sollen verhindert werden.

Geld-Schere-127x150 in Lebensversicherungen: Politik will Provisionen deckelnNach Informationen der “Financial Times Deutschland” (FTD) nimmt die schwarz-gelbe Koalition nun auch die Provisionen bei Lebensversicherern ins Visier. Das Thema sei in dieser Woche im Finanzausschuss des Bundestags besprochen worden, schreibt die Zeitung. Während die Änderungen für die PKV bereits weitgehend abgestimmt seien, seien die Eingriffe in die Provisionspraxis von Lebensversicherern noch umstritten.

Der FTD zufolge gibt es mehrere Vorschläge. So könnten wie bei privaten Krankenversicherungen die beim Vertragsabschluss gezahlten Provisionen gedeckelt und die Stornohaftung der Vermittler von zwei auf fünf Jahre verlängert werden. Eine andere Variante sehe vor, lediglich die Stornohaftung zu verlängern.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Berichte über Provisionsexzesse in der PKV. Es hieß, dass die Versicherer den Vermittlern teilweise bis zu 18 Monatsbeiträge für einen Vertragsabschluss zahlen.

Die Abgeordneten von Union und FDP wollen in der kommenden Woche Gespräche mit Branchenvertretern führen. “Der Meinungsbildungsprozess ist noch nicht abgeschlossen”, zitiert die FTD Koalitionskreise.

Bis zum 19. Oktober wolle der Finanzausschuss die Änderungen abschließend beraten. Diese sollen dann an Novelle des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensrechts gehängt werden, die unter anderem die Regulierung des Fondsvertriebs beinhaltet. Noch in derselben Woche sollen der FTD zufolge die Verschärfungen mit dem Gesetz zusammen vom Bundestag beschlossen werden. (ks)

Foto: Shutterstock

Anzeige

3 Kommentare

  1. Ich kann dieses polemische Getue einfach nicht mehr hören. Haben wir wirklich keine anderen Probleme als die Vermittlerprovisonen die bei einigen Wenigen sicher absolut überhöht waren? Was ist den mit den Kick-Back Provisionen bei Banken, Hedge-Fondsmanagern usw.. HAben die eigentlich “Stornofristen!?!? Was ist mit den Milliarden Subventionen für die Schweizer Steuerflüchtlinge? Was ist mit den Bank-Manger und deren Provisionen. Die nur gezahlt werden können weil unsere Regierungen weltweit, mit Milliarden Stützungen die Banken gerettet haben?

    Ich empfehle jedem den Ausschnitt aus “neues aus der Anstalt” vom 27.09.2011 Szene “Gerd Pelzisch, ich würde da gerne mal ein paar Fragen stellen.”

    Abschließend empfehle ich ebenfalls, sich einmal vernünftige Versicherungsbetriebe anzuschauen: Das sind Arbeitgeber, Steuerzahler; Sozialversicherungsbeitragszahler, Familienväter und Mütter, Menschen die mit Leidenschaft und Engagement Ihren Beruf ausüben um Menschen Absicherung zu ermöglichen.

    Die, die die Gelegenheit nutzen einen ganze Branche auf Provisionen und Bändchenveranstaltungen zu reduzieren, tappen genau in die Polemik-falle die die unfähige Regierung in Deutschland benötigt um von Ihrer Unfähigkeit bei den wirklich dringenden Problemen dieser Republik abzulenken.

    Aber was solls, es ist ja nicht das erste mal in diesem Land das die eine oder andere Zielgruppe herhalten muß um die wahren Ziele der Lobbyisten zu verschleiern.

    VG
    AL

    Kommentar von Alexander — 4. Oktober 2011 @ 09:44

  2. Sehr begrüßenswert, dass die Politik sich dieser Thematik endlich annimmt. Es ist schließlich seit Jahren angewandte Praxis, dass eher provisionsorientiert statt verbraucherorientiert beraten wird. Wie kann man sich sonst den Umstand erklären, dass es in Deutschland mehr Lebensversicherungen (> 90 Mio. Verträge) als Einwohner (81 Mio.) gibt? Meist ist es außerdem so, dass in den ersten bis zu fünf Jahren die eingezahlten Beiträge der Verbraucher für die Abschluss- bzw. Verwaltungs- und Provisionskosten genutzt werden. So beginnt der Sparvorgang erst um viele Jahre verzögert und der Zinseszinseffekt ist erheblich eingedämmt. Ganz davon abgesehen, dass die kapitalbildenden Lebensversicherungen ihre beste Zeit bereits hinter sich haben: die Renditen sind seit Jahren in einem historischen Tief, die Anlagen sind aufgrund ihrer Unflexibilität und langjährigen Zahlungsverpflichtung einfach nicht mehr zeitgemäß. Ab kommenden Januar sinkt der Garantiezins erneut (auf 1,75 Prozent, statt bisher 2,25 Prozent), so dass die bereits jetzt kaum noch vorhandene Attraktivität der Lebensversicherungen weiter schmilzt.
    Die Lebensversicherungen wurden trotz dieser vielen negativen Aspekte bei Kundengesprächen angepriesen, eben weil die Provisionen für die Berater recht lukrativ sind. Schön, dass das nun behoben werden soll.

    Kommentar von proConcept AG — 27. September 2011 @ 08:13

  3. In den Artikel hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, die Stornohaftungszeit in der Lebensversicherung beträgt bereits 5 Jahre. Beste Grüße

    Kommentar von Sebastian — 26. September 2011 @ 16:49

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Elternunterhalt: Betreuungsleistung nicht einkommensmindernd

Im Rahmen einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit für den Elternunterhalt ist die vom Unterhaltsschuldner an sein minderjähriges Kind geleistete Betreuung nicht zu monetarisieren und kann somit nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, so der BGH.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...