11. November 2014, 09:00

Makler zwischen Jahresendgeschäft und Provisionsreform

Die Auswirkungen des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) sind bislang nur in der Glaskugel zu beobachten – doch auch das führt zu ersten Erkenntnissen. Laut einer aktuellen Umfrage erwartet die Mehrheit der Makler die Umwandlung von Abschluss- in Bestandsprovisionen – allerdings grassiert Skepsis, was ein LVRG-getriebenes Jahresendgeschäft angeht.

Jahresendgeschäft

Die Umfrage unter 206 Maklern ergab, dass 35 Prozent der Befragten eine Umwandlung von Abschluss- in Bestandsvergütungen erwarten.

Am 1. Januar 2015 tritt das LVRG in vollem Umfang in Kraft: Um die Gefühlslage der Versicherungsmakler im Vorfeld der Reform besser einschätzen zu können, hat die Vertriebsservice-Gesellschaft Maklermanagement.ag im September eine repräsentative Online-Maklerbefragung vom Kölner Marktforschungsinstitut YouGov durchführen lassen.

Die Umfrage unter 206 Maklern ergab, dass 35 Prozent der Befragten eine Umwandlung von Abschluss- in Bestandsvergütungen erwarten (siehe Grafik). Besonders interessant ist dabei, dass auch eine Mehrheit der Makler (54 Prozent) die Umwandlung von Abschluss- in Bestandsprovisionen favorisiert.

Jahresendgeschäft

Makler rechnen mit einer Verlagerung von Abschluss- hin zu Bestandsprovisionen.

Weniger Übereinstimmungen ergeben sich allerdings hinsichtlich einer möglichen Streckung der Abschlussprovisionen auf einen deutlich längeren Zeitraum. Jeder vierte Makler geht davon aus, dass die Versicherer entsprechende Pläne hegen. Doch nur sieben Prozent der Befragten würden dieses Provisionsmodell für sich selber bevorzugen.

Makler rechnen nicht mit Nettotarifen

Ein anderes Modell der Versicherer könnte der Ausgleich über Zuschüsse sein, meinen 14 Prozent der befragten Vermittler. Knapp jeder fünfte Makler könnte sich mit diesem Modell anfreunden. Hingegen rechnet nur ein Prozent der Vermittler damit, dass die Versicherer vermehrt auf Nettotarife umschwenken.

Immerhin sechs Prozent würden dem Modell der Honorarberatung den Vorzug geben. Bei der Frage, ob die Reduzierung der Abschlussprovisionen auch zu Einkommenseinbußen führen wird, gibt sich die Maklerschaft gespalten.

Unsicheres Jahresendgeschäft

Eine Minderheit von 16 Prozent der Befragten rechnet mit hohen (zehn Prozent) oder sehr hohen (sechs Prozent) Einkommenseinbußen. Alle übrigen Makler erwarten mittlere Rückgänge (42 Prozent), fast genauso viele (43 Prozent) äußern sich etwas optimistischer und gehen nur von geringen (31 Prozent) oder keinen (zwölf Prozent) Einkommensverlusten aus.

Die Hoffnungen der Makler dürften vor diesem Hintergrund vor allem auf ein starkes Jahresendgeschäft zu alten Vergütungsbedingungen liegen. Wie so oft in der jüngsten Vergangenheit hat der Gesetzgeber dem Vertrieb dafür beste Voraussetzungen geschaffen.

So sieht das LVRG auch vor, dass zum 1. Januar 2015 ein reduzierter Höchstrechnungszins gilt. Dieser fällt für Neuverträge in der Lebensversicherung von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent.

Seite drei: Goldgräberstimmung lässt auf sich warten

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ab dem 16. Juni im Handel.

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien

1 Kommentar

  1. Wer möchte sich den wirklich die “tollen” 1,75 % sichern, bei 4% konnte ich das ja verstehen. Aber inzwischen ist diese Sparform doch wirklich tot.

    Kommentar von Jan Lanc — 12. November 2014 @ 16:55

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Ergo-Auslandschef Messemer geht

Der nächste Ergo-Vorstand geht: Dr. Jochen Messemer (50) verlässt den Düsseldorfer Versicherer zum Jahresende. Messemer verantwortet im Vorstand der Ergo Group das internationale Geschäft. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

mehr ...

Immobilien

Deutlich mehr Bauaufträge als im Vorjahr

Der Boom auf dem Bau hält dank extrem niedriger Zinsen an. Im April verzeichnete das Bauhauptgewerbe in Deutschland preisbereinigt 18,2 Prozent mehr neue Aufträge als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche AM: EU verliert marktfreundlichstes großes Mitglied

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management, sieht lange Liste potenzieller Auswirkungen durch den Brexit.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus und streicht 3.000 Stellen

Weniger Standorte, trotzdem mehr Beratung – so verkauft die Deutsche Bank die Einschnitte in ihrem Filialnetz. Nach langen Verhandlungen stehen erste Zahlen fest. Das Management hält den Sparkurs für alternativlos.

mehr ...

Sachwertanlagen

Praxistag Digitalisierung: Information und Austausch

Talonec Business Solutions und Xpecto laden zum Praxistag Digitalisierung am 6. Juli nach München ein. Vom wissenschaftlichen Ansatz bis zur digitalen Zeichnung sollen Möglichkeiten und Auswirkungen der Digitalisierung aufgezeigt und diskutiert werden.

mehr ...

Recht

BVG billigt EZB-Krisenkurs unter Auflagen

Mitten in der Eurokrise beruhigte die EZB mit einem weitreichenden Versprechen die Märkte. Nach jahrelangem Streit billigt Karlsruhe den riskanten Alleingang der Notenbank – aber nicht bedingungslos.

mehr ...