1. Dezember 2014, 16:26

Schulunfähigkeits-Police: Vereinfachter Einstieg in die BU?

Immer mehr Anbieter von Kinderpolicen bieten Bausteinlösungen an, bei denen der lebensbegleitende Ansatz im Vordergrund steht. Doch die Verzahnung von Sparvorgang und Risikoschutz stößt nicht überall auf Zustimmung. Insbesondere an der Sinnhaftigkeit des Zusatzbausteins “Schulunfähigkeit” scheiden sich die Geister.

Schulunfähigkeit

Den Verbraucherschützern sind insbesondere solche Tarife ein Dorn im Auge, bei denen zum Haupttarif einer Rentenversicherung eine Rente für den Eintritt einer Schulunfähigkeit (SU) hinzugewählt werden kann.

“Die Zahl der Anbieter lebensbegleitender Produkte ist gestiegen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die gesetzliche Absicherung in den letzten Jahren weiter verschlechtert hat und private Vorsorge immer wichtiger geworden ist”, sagt Jürgen Hansemann, Direktor Produktförderung der Nürnberger.

Er ist der Ansicht, dass der frühzeitige Vermögensaufbau und die Absicherung bei Schul- oder Berufsunfähigkeit “Priorität eins” haben sollte. So würden die meisten Kunden nach entsprechender Beratung verstehen, dass es notwendig sei, “rechtzeitig etwas für Altersvorsorge und Risikoschutz der Kinder zu tun”.

Kritik an Produktverknüpfung

Die enge Verzahnung von Sparvorgang und Risikoschutz stößt nicht überall auf Zustimmung. So rät der Bund der Versicherten (BdV) dazu, Versicherungen und Geldanlage zu trennen.

Den Verbraucherschützern sind insbesondere solche Tarife ein Dorn im Auge, bei der zum Haupttarif einer Rentenversicherung, klassisch oder fondsgebunden, eine Rente für den Eintritt einer Schulunfähigkeit (SU) hinzugewählt werden kann.

Diese leistet, wenn das Kind aus gesundheitlichen Gründen für voraussichtlich mindestens sechs Monate außerstande ist, am Unterricht teilzunehmen. “Der Schutz ist unzureichend”, kritisiert Bianca Boss, Pressereferentin des BdV.

So würde beispielsweise ein querschnittsgelähmtes Kind, “das im Rollstuhl am Unterricht teilnimmt, keine Versicherungsleistung erhalten”. Meist besteht die Möglichkeit, eine SU-Option ab einem bestimmten Lebensalter in einen Berufsunfähigkeitsschutz umzuwandeln, ohne das hierfür eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich ist.

Seite zwei: SU wird zu BU

Weiter lesen: 1 2 3


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

2 Comments

  1. Frau Boss vom Bund der Versicherten lässt sich zur SU-Absicherung – wie folgt – zitieren: “Diese leistet, wenn das Kind aus gesundheitlichen Gründen für voraussichtlich mindestens sechs Monate außerstande ist, am Unterricht teilzunehmen. “Der Schutz ist unzureichend”, kritisiert Bianca Boss, Pressereferentin des BdV.
    So würde beispielsweise ein querschnittsgelähmtes Kind, “das im Rollstuhl am Unterricht teilnimmt, keine Versicherungsleistung erhalten”. ” Der Bund der Versicherten befürwortet also wie bei der BU eine Absicherung über Bedarf. Denn bei passendem Umfeld und faktisch unproblematischer Schulfähigkeit besteht überhaupt keine Notwendigkeit, den Versicherer in die Leistungspflicht zu bringen. Wenn der BdV darüber hinaus die realen Gegebenheiten bei der Risikoprüfung von Jugendlichen zwischen 15-21 Jahren berücksichtigen würde – in dieser Lebensphase wird im intakten Elternhaus wirklich jede relevant erscheinende Erkrankunng abgeklärt – müsste er die ohne erneute Gesundheitsprüfung bestehende Optionsmöglichkeit von der SU zur BU als kostenlosen Mehrwert und somit als hervorragende Absicherung bei günstigster und von vornherein bekannter Kostenstruktur ansehen. Also: Wenn die Versicherten “solche Freunde” haben, brauchen sie keine Feinde mehr.

    Kommentar von Peter Götz — 2. Dezember 2014 @ 21:01

  2. Die Worte hör ich wohl – doch sollten wir nicht die aktuelle Niedrigzins-Situation unterbewerten. Den staatlichen Schulden nützt die niedrige Zinslast. Bisher weniger lukrative Kinderversicherugnen erscheinen so in einem anderen Licht, da den Alternativen die Rendite ausgeht – und diese meist nur befristet zahlen, während die Kidnerversicherungsleistungen als Priavat-BAfÖG oder eben lebenslang zur Verfügung stehen. Und angesichts der zunehmenden Rigorosität des Annahme-Prüf-Verfahrens und der Gesamtbetrachtung der Zahlungen insb. bei BU-Schutz ” Argumente für frühen BU-Schutz) stellen die Kinderversicherungen echten Schutz dar.

    Kommentar von Winfried Kaune — 2. Dezember 2014 @ 17:25

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Heilwesennetzwerk und Kanzlei Michaelis kooperieren

Wie das Heilwesen Netzwerk RM eG (HWNW) mitteilt, hat es eine enge Partnerschaft mit der Hamburger Anwaltskanzlei Michaelis vereinbart. Die Kanzlei soll das HWNW künftig in drei verschiedenen Rechtsbereichen unterstützen.

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien steigert Vermittlungsvolumen deutlich

Wüstenrot Immobilien, das Maklerunternehmen der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe, konnte das vermittelte Objektvolumen im ersten Halbjahr 2016 um 46,2 Prozent steigern. Das Unternehmen will zudem die Zahl der vertraglich gebundenen Makler ausbauen.

mehr ...

Investmentfonds

Fusion des Fondsbereichs von Unicredit und Santander geplatzt

Der geplante Zusammenschluss der Fondssparten von Unicredit und Santander galt als der große Wurf. Mit einem verwalteten Volumen von rund 400 Milliarden Euro wäre das Gemeinschaftsunternehmen auf einen Schlag in die Liga der zehn größten Fondsgesellschaften aufgestiegen. Doch aus der Transaktion wird nichts.

mehr ...

Berater

Umfrage: Deutsche favorisieren Sparschwein & Co.

Das heimische Sparschwein oder der Sparstrumpf werden immer mehr zur “Ersatzanlage” für die Deutschen. 45 Prozent der vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag der Royal Bank of Scotland befragten 1.8000 Deutschen horten ihr  Geld zu Hause, anstatt es zur Bank zu bringen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um fast ein Drittel gewachsen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lacuna: EEG-Novelle mit Licht und Schatten

Beim Asset Manager Lacuna sieht man der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit gemischten Gefühlen entgegen. Insbesondere das nun beschlossene Ausschreibungsverfahren sei für kleinere Anbieter schwierig, so das Unternehmen in einer aktuellen Stellungnahme.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...