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15. Mai 2015, 10:40
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Allianz-Tochter Pimco beendet Ausflug ins Geschäft mit Aktienfonds

Die seit einiger Zeit schwächelnde Allianz-Tochter Pimco zieht sich wieder aus dem Geschäft mit aktiv verwalteten Aktienfonds zurück.

Pimco zieht sich aus Geschäft mit Aktienfonds zurück

Pimco setzt im Aktienbereich jetzt auf Produkte, die lediglich Indizes nachbilden.

Die erst im vergangenen Jahr dafür geholte Expertin Virginie Maisonneuve werde das Unternehmen im kommenden Monat wieder verlassen, teilte Pimco am späten Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung an die US-Wertpapieraufsicht SEC in New York mit.

Drei Fonds werden abgewickelt

Sie ist derzeit die einzige im zwölfköpfigen Führungsgremium des auf Schuldtitel spezialisierten Vermögensverwalters mit ausgewiesener Aktien-Expertise. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg ist es nicht geplant, die Position neu zu besetzen.

Die drei von ihr verwalteten Fonds werden abgewickelt und hatten laut den Kreisen weniger als eine Milliarde Dollar an Kundengeldern eingesammelt. Pimco setzt im Aktienbereich jetzt auf Produkte, die lediglich Indizes nachbilden.

Drei Versuche, im Aktienmanagement Fuß zu fassen

Die Aktienexperten haben in dem bis September 2014 vom Mitgründer Bill Gross dominierten Unternehmen traditionell einen schweren Stand. Der 71-jährige Gross, der in der Branche den Spitznamen “Bond-König” hat, ist allerdings seit vergangenem Herbst selbst nicht mehr an Bord. Doch das hat offenbar den Stand von Aktienexperten im Hause Pimco nicht verbessert. Neben Maisonneuve sollen auch die anderen Manager, die für die aktiv verwalteten Aktienfonds zuständig sind, gehen. Damit ist der dritte Versuch, den Bereich zu stärken, wieder beendet.

Experimente seit den 80er-Jahren

Pimco hatte dies erstmals in den 80er-Jahren probiert – damals scheiterten die Aktienexperten am Widerstand der Anleihespezialisten. Ein zweiter Versuch wurde 1999 über eine eigene getrennte Einheit angegangen. Doch diese bekam Probleme mit der Aufsicht und damit war auch dieser Versuch gescheitert. Anfang dieses Jahrzehnts probierte Pimco es wieder und holte dafür Neel Kashkari an Bord. Dieser war in der Finanzkrise für das Programm zur Bankenrettung verantwortlich. Ihm hatten einige Experten zugetraut, die Position der Aktienseite bei Pimco zu stärken. Doch er warf 2013 das Handtuch und wechselte wieder auf die Regierungsseite.

Einstieg von Maisonneuve in 2014

Dann kam Anfang 2014 Maisonneuve und auch hier gab es wieder viele Hoffnungen und Versprechen, aber eben kaum Ergebnisse. So bleibt der Vermögensverwalter, der seit 2000 zum deutschen Allianz-Konzern gehört, zwar weiter einer der wichtigsten Akteure im Anleihegeschäft, hat es aber wieder einmal nicht geschafft, sich breiter aufzustellen. Und auch im Kerngeschäft lief es zuletzt nicht gut. Nach dem heftigen Kampf an der Führungsspitze, wegen dem nicht nur Gross zur Konkurrenz ging, sondern zuvor bereits Mohamed El-Erian als Co-Chef seinen Hut nahm, kämpft Pimco mit schwindendem Vertrauen der Investoren.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Hallo,

    ich denke die wirtschaftlichen Verluste waren jetzt der Allianz hoch genug. Es wird sicherlich eine Anweisung des Mutterkonzerns sein. Man darf hier nicht vergessen, dass solche negativen Meldungen einen Einfluss auf die Kunden hat—-Daher wurde jetzt die Reißleine gezogen

    Kommentar von Martin N — 22. Mai 2015 @ 08:36

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