Anzeige
7. September 2015, 09:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“BU-Beratung stärker vom Standard-Prozedere loslösen”

Cash. sprach mit fünf Biometrie-Experten aus der Versicherungswirtschaft über Alternativen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung (BU) und die Fallstricke für Makler bei der Beratung.

BU-Beratung

Die Teilnehmer von links: Oliver Horn, Continentale Versicherungsverbund, Gert Wagner, Swiss Life Deutschland; Andrea Schölermann, Condor Lebenversicherungs-AG; Gordon Hermanni, Zurich; Martin Gräfer, die Bayerische.

Cash.: Im Vertrieb gilt das Motto “BU oder nichts” schon lange nicht mehr. Die Lösungen im Bereich der Arbeitskraftsicherung gestalten sich immer vielfältiger. Wie beurteilen Sie die bisherige Entwicklung in der Produktlandschaft sowie die Resonanz im Neugeschäft?

Gordon Hermanni, Leiter Vertriebsdirektion Nord der Zurich Gruppe Deutschland: Wir als Zurich gehören ja zu den Unternehmen, die alle Produkte anbieten, das heißt: Grundfähigkeit, schwere Krankheiten, die EU und die BU. Dabei verfolgen wir die Strategie eines Top-down-Ansatzes. Das Top-Produkt in der Arbeitskraftsicherung bleibt natürlich die BU. Als Zweites haben wir die Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit einer temporären BU von drei Jahren, die automatisch vereinbart ist. Leider haben wir mit dieser Innovation das Problem, dass wir bei EU-Vergleichen immer an letzter Stelle auftauchen, weil wir zu Recht teurer sind als die normalen Erwerbsunfähigkeitspolicen. Trotzdem stellen wir hier einen erhöhten Zulauf fest. Seit 1. Januar verfügen wir auch über eine Grundfähigkeitenabsicherung. Dass diese Ausschnittsdeckung bisher noch nicht so sehr zum Tragen gekommen ist, hat sicherlich mit dem Thema Beratungshaftung zu tun. Denn der Makler stellt sich natürlich die Frage, wenn er einem Dachdecker statt einer BU eine GF vermittelt: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Dachdecker später auf mich zurückkommt und sagt: Sie hätten mir aber eine BU verkaufen müssen? Mal abgesehen davon, dass sich der durchnittliche Handwerker eine adäquate BU-Absicherung oftmals gar nicht leisten kann.

Andrea Schölermann, Leiterin Produktmanagement der Condor Lebensversicherung: Wir sollten uns in der Beratung stärker vom Standard-Prozedere loslösen, das häufig so aussieht: Der Kunde ist dreißig oder Mitte dreißig, wenn er sich Gedanken um eine BU-Absicherung macht, dann will er sich bis zum 67. Lebensjahr absichern. Wenn ihm das zu teuer ist, versichert er eine geringere BU-Rente – aber eine Rente von beispielsweise 500 Euro macht einfach keinen Sinn. Da ist es sicherlich sinnvoller, bereits in jungen Jahren eine BU abzusichern. Als Schüler hat man beispielsweise den Vorteil, einen berufsunabhängigen BU-Vertrag zu einem sehr günstigen Preis abschließen zu können. Wenn das nicht mehr geht, sollte man überlegen, nur bis 62 Jahre 1.000 Euro abzusichern als bis 67 Jahre 500 Euro. Denn gerade die letzten Versicherungsjahre können sich stark auf die Prämie auswirken.

Seite zwei: “Einzige echte Alternative zur BU ist die EU”

Anzeige

2 Kommentare

  1. Tools wie vers.diagnose sind für uns Makler eine echte Arbeitserleichterung. Leider beteiligen sich nur wenige Versicherer (momentan 10) an dieser Form der Risikoprüfung.

    Kommentar von René Schmidtke — 9. September 2015 @ 21:53

  2. Der Artikel hat mich doch sehr enttäuscht! Da ist die Rede von dem BU-Beratungsprozess, also einem vertrieblichen Thema und im Interview, sind 5 “Biometrie Experten der Versicherungswirtschaft”, die mal mehr und mal weniger genaue Vorschläge machen, was Verbraucheroptimal sei. Da habe ich mal eindeutig einen meiner Versicherungsmaklerkollegen vermisst, der letztlich vor Ort die BU-Beratung leistet. Sicherlich wissen die Kollegen aus der Praxis Interessantes zu berichten. Ein “zu wort kommen” der Beratungsdurchführenden wäre schön gewesen und würde ich als Anregung an die Redaktion geben.

    Kommentar von Andre Perko — 8. September 2015 @ 12:43

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Universa erweitert Fondspolice

Die Universa hat ihre fondsgebundene Rürup-Rente weiter ausgebaut. Nach Angaben des Versicherers können Kunden in der Einzelfondsauswahl bis zu fünf Anlagefavoriten aus rund 50 Aktien-, Renten-, Misch-, Dach- und Geldmarktfonds wählen und diese jederzeit wieder ändern.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Aktientausch: BFH-Urteil zur Steuerfreiheit bei einem Barausgleich

Erhält ein Aktionär bei einem Aktientausch einen Barausgleich für vor dem 1. Januar 2009 erworbene ausländische Aktien, die länger als ein Jahr gehalten wurden, unterliegt dieser Barausgleich nicht der Einkommensteuer. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH).

mehr ...
18.01.2017

Donald sieht rot

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...