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4. Juni 2015, 08:30
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Honorartarife: Viel Gerede um nichts oder Ruhe vor dem Sturm?

Obwohl sich die Anzahl der Honorartarife in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, führen sie ein Schattendasein. In seinem Gastbeitrag erläutert Dr. Mark Ortmann, geschäftsführender Gesellschafter des Berliner ITA Instituts für Transparenz, die Hintergründe.

Gastbeitrag von Dr. Mark Ortmann, ITA

Honorartarife: Viel Gerede um nichts oder Ruhe vor dem Sturm?

Dr. Mark Ortmann: “Die Branche macht sich daher über neue, alternative Vertriebsformen Gedanken. Es liegt auf der Hand, dass Honorarberatung und Honorartarife dabei eine Rolle spielen.”

Der Druck auf die Vertriebskosten wird immer größer. Im Lebensversicherungsreformgesetz kommt der Wille des Gesetzgebers zum Ausdruck, die Kosten in der Lebensversicherung zu senken. Eine direkte Begrenzung der Produktkosten gibt es zwar noch nicht. Diese könnte aber zumindest bei staatlich geförderten Produkten kurzfristig kommen.

Noch sind Honorartarife Mauerblümchen

Die für das Bundesministerium der Finanzen vom ITA angefertigte Studie “Kostenbegrenzung für zertifizierte Altersvorsorge- und Basisrentenverträge” zeigt auf, wie es gehen könnte. Die Branche macht sich daher über neue, alternative Vertriebsformen Gedanken. Es liegt auf der Hand, dass Honorarberatung und Honorartarife dabei eine Rolle spielen. Nur welche?

Es wird viel geredet, aber so richtig passiert nichts. Liegt es daran, dass sich Honorartarife am Ende doch nicht rechnen – für Kunden oder Berater? Oder gibt es andere Gründe für das Mauerblümchendasein der Honorartarife? Hier kommen die Antworten.

Anzahl der Honorartarife hat zugenommen

Früher hatten nur einige Nischenanbieter Honorartarife im Angebot. Das hat sich jetzt geändert. Die aktuelle Untersuchung des ITA “Honorartarife” zeigt, dass bereits 20 Versicherer Honorartarife anbieten. Die Mehrheit der Gesellschaften hält sich noch zurück.

Dennoch haben mittlerweile auch einige große Versicherer Honorartarife im Angebot. Wie die genannte ITA-Studie zeigt, sind die verfügbaren Tarife auch flexibel. Schon heute können Berater demnach geeignete Honorartarife finden. Mit einer zu kleinen Tarifauswahl lässt sich das Schattendasein der Honorartarife also nicht erklären.

 

Seite zwei: Honorartarife können sich lohnen

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2 Kommentare

  1. Lieber Herr Ortmann,
    leider ist ein Vergleich aus Kundensicht doch nicht ganz so trivial, wie Sie ihn hier darstellen. Sie nennen eine absolute Zahl (“3.400 EURO [Vorteil] gegenüber dem Provisions-Tarif”), ohne zu sagen, zu welchen Zeitpunkt der Kunde denn die 3.400 € in Händen hält. Ist es heute, ist es erst in 30 Jahren? Man erfährt es leider nicht. Weder im Artikel, noch in der ITA Pressemitteilung vom November letzten Jahres.
    Ich kann mich natürlich täuschen, aber mich beschleicht der Eindruck, dass das gezahlte Honorar bei dem Vergleich schlicht und einfach vergessen worden ist. Verzinst man die genannten 1.428 € Honorar mit 3,5 %, so erhält man nach 30 Jahren einen Wert von 4.008 €. Diese fehlen dem Kunden am Ende der Laufzeit. Statt 2.000 € Plus, hätte er mit der Honorarberatung sogar 600 € Minus gemacht. Bei einem höheren Zinssatz sogar noch mehr.
    Ein weiterer Faktor, der nicht erwähnt wird, ist der Folgeservice. Für diesen fallen bei einem Makler keine weiteren Kosten an, während beim Honorarberater jedes Mal die Kasse klingelt, egal ob es um eine turnusmäßige Überprüfung, einen Fondswechsel, eine Eheschließung, Scheidung oder einen Todes- oder Leistungsfall geht. Auch dies muss in einem realistischen Vergleich berücksichtigt werden.
    Helge von Hagen

    Kommentar von Helge von Hagen — 5. Juni 2015 @ 14:03

  2. zu “Gesetzgeber muss den Honorar-Versicherungsberaters definieren” hier ist es dem Verfasser offensichtlich entgangen, dass es diese Definition schon seit Jahren gibt, nämlich den Versicherungsberater mit der Zulassung nach §34e. Warum immer wieder diese Forderung nach neuer gesetzlicher Nachbesserung auftritt ist nicht verständlich, um so mehr als die Akteure auf Grund Ihrer Fachkompetenz die Eigenschaften des Versicherungsberaters kennen müssten.

    Wolfgang Schäfer
    Versicherungsberater

    Kommentar von Wolfgang Schäfer — 5. Juni 2015 @ 09:44

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