Anzeige
8. Januar 2016, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Versichert ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit”

Im zweiten Teil des Interviews spricht Frank Lamsfuß, Vertriebsvorstand der Barmenia Versicherungen, über häufige Irrtümer in Bezug auf die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sowie die Verzahnung von BU- und Pflegeleistungen.

Versichert ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit

Frank Lamsfuß: “In den Köpfen vieler Arbeitnehmer steckt nach wie vor die Meinung, dass eine Berufsunfähigkeit in erster Linie als Unfallfolge entsteht. Das geht an der Realität vorbei.”

Cash.: Nach 1961 Geborene haben keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche BU-Rente. Nur wenn sie praktisch überhaupt nicht mehr arbeiten können, steht ihnen eine deutlich geringer bemessene Erwerbsunfähigkeitsrente zu. Trotzdem scheuen selbst jene Menschen vor einem BU-Abschluss zurück, die sich problemlos privat absichern könnten. Welche Widerstände gilt es in der Beratung zu überwinden?

Lamsfuß: Fakt ist: Jeder Fünfte scheidet vorzeitig aus dem Berufsleben aus. In den Köpfen vieler Arbeitnehmer steckt nach wie vor aber die Meinung, dass eine Berufsunfähigkeit in erster Linie als Unfallfolge entsteht. Das geht an der Realität vorbei. Unfälle sind nur in zehn Prozent der Fälle Ursache. Meist sind Psyche oder Krankheiten schuld. Viele scheuen zudem den Abschluss, weil eine BU eben nicht zu den günstigsten Versicherungen zählt.

Dabei gehört sie zu den wichtigen Absicherungen. Die Herausforderung liegt darin, das Thema aktiv zu vermitteln. Gerade Jüngere erliegen dem Irrtum, sie seien ausreichend abgesichert. Wer 38 Jahre lang nicht mehr arbeiten kann, verliert nicht nur auf Jahrzehnte sein den Lebensstandard sicherndes Einkommen. Auch die Rente wird extrem niedrig ausfallen. Das gilt es im Beratungsgespräch zu betonen.

Laut dem Analysehaus Franke und Bornberg führen in den einzelnen Berufsgruppen jeweils andere Krankheiten zum Verlust der Arbeitskraft. So sei bei Lehrern vor allem die Psyche bedroht, während körperlich Tätige zu Erkrankungen des Bewegungsapparates neigen. Doch oftmals ist es für Berufstätige nicht leicht, einen Versicherungsschutz zu erhalten, der ihrer erhöhten Risikoneigung Rechnung trägt. Wie geht die Barmenia mit dieser Herausforderung um?

Selbst im gleichen Berufsbild kann sich die Tätigkeit massiv unterscheiden: Während etwa der eine Dachdeckermeister als Inhaber eines größeren Betriebsfast ausschließlich am Schreibtisch sitzt, führt der andere als Chef einer Drei-Personen-Firma überwiegend Arbeiten auf dem Dach aus. Da solche Unterschiede im konkreten Tätigkeitsfeld für das Risiko der Berufsunfähigkeit entscheidend sind, werden bei der Barmenia bei vielen Berufen weitere Kriterien mit abgefragt.

Grundsätzlich gilt: Versichert ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und der Gesundheitszustand bei Vertragsschluss. Das heißt, ein Berufswechsel, Änderungen des persönlichen Risikos oder auch gesundheitliche Veränderungen beziehungsweise Krankheiten müssen nicht angezeigt werden und führen nicht zu einer Beitragserhöhung oder zu einem Verlust des Versicherungsschutzes.

Wenn ein Lehrer also erst nach Vertragsschluss an der Psyche erkrankt, so hat dies keine Auswirkungen auf seinen Beitrag und seine versicherten Leistungen. Bestehen bereits bei der Antragsaufnahme Vorerkrankungen, haben wir mit variabler Gestaltung immer noch Möglichkeiten, dem Kunden einen Versicherungsschutz anzubieten. Ergänzend bieten wir mit der Opti5Rente ein alternatives Konzept.

Seite zwei: “Verhindern, dass ein Kunde in finanzielle Löcher fällt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Cash. 9/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Brexit - China - Digitalisierung - Offene Immobilienfonds - Berlin - Hitliste Maklerpools

Ab dem 11. August im Handel.

Versicherungen

“Unser Ansatz ist, Mobilität zu versichern”

“Langfristig wird das autonome Fahren dazu führen, dass die klassische Kraftfahrtversicherung nachhaltig schrumpft”, sagt Frank Edelmeier, Leiter Geschäftsfeld Kraftfahrtversicherungen beim Versicherer Axa, im Interview mit Cash. Die Frage sei, in welcher Geschwindigkeit dies geschehe.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung ist so günstig wie nie zuvor

Seit dem Sommer 2015 sinken die Baufinanzierungszinsen stetig. Über aktuelle Trends in der Baufinanzierung anhand der Ergebnisse des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG.

mehr ...

Investmentfonds

Die drei Wachstum-Champions aus den Emerging Markets

In den Schwellenländern gibt es einige Staaten, deren Wirtschaftswachstum extrem boomt. Antti Raappana, Chief Portfolio Manager für mehrere Schwellenländer-Fonds von Danske Invest, hat drei Schlüsselmärkte analysiert.

mehr ...

Berater

Erste Sparkassen im Osten wollen Negativzinsen verlangen

Unternehmen in Ostdeutschland sehen sich ersten Forderungen von Negativzinsen bei Sparkassen ausgesetzt. Nach Angaben des Ostdeutschen Sparkassenverbands wollen einige Sparkassen künftig sogenannte Verwahrentgelte erheben.

mehr ...

Sachwertanlagen

ILG startet ins institutionelle Geschäft

Die zur ILG Gruppe gehörende ILG Capital GmbH hat den ersten institutionellen Fonds des Unternehmens aufgelegt. Der als offener Spezial-AIF konzipierte ILG Einkaufen Deutschland I plant eine Gesamtinvestitionen von 400 Millionen Euro in großflächige deutsche Einzelhandelsimmobilien.

mehr ...

Recht

IVD fordert Nachbesserung der WIKR

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) fordert, dass der Gesetzgeber bei der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) nachbessert. Dafür hat er ein neunseitiges Positionspapier mit Vorschlägen herausgegeben, mit denen sich die Kreditklemme lösen lasse.

mehr ...