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14. Januar 2016, 16:24
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Digitale Versicherungsangebote in Deutschland kaum genutzt

RechnungsApp? Nie gehört. Digitale Versicherungsanwendungen haben es schwer, in den Alltag der Deutschen vorzudringen. Nur zehn Prozent der Bundesbürger regeln ihre Versicherungsangelegenheiten online, erst ein Prozent haben ihren Versicherer schonmal über soziale Netzwerke kontaktiert, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Versicherers Gothaer. Doch das soll sich bald ändern.

Digitale Versicherungsangebote kaum genutzt

Gothaer-Chef Karsten Eichmann erwartet, dass die digitalen Angebote der Versicherer insbesondere bei Jüngeren in Zukunft verstärkt genutzt werden.

Bislang gehen die Digitalisierungsbemühungen der Versicherer an den meisten Kunden vorbei. So gibt eine überwältigende Mehrheit (93 Prozent) der Smartphone-Nutzer an, noch nie eine Versicherungs-App genutzt zu haben. Vier Prozent haben schon einmal eine Unwetter-App genutzt, noch weniger (zwei Prozent) eine RechnungsApp ihrer Krankenversicherung. Dies geht aus einer forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer hervor, die der Versicherer am Donnerstag in Köln vorgestellt hat.

Besser sieht es im Gesundheitsbereich aus: 17 Prozent der Befragten geben an, technische Anwendungen für ihre eigene Gesundheit bereits zu nutzen. Für 23 Prozent wäre es immerhin vorstellbar, solche Apps zu nutzen. Von denjenigen, die technische Anwendungen im Gesundheits- und Fitnessbereich bereits verwenden, meinen 60 Prozent, Fitness-Apps, also beispielsweise Kalorienzähl-Apps, zu verwenden. Jeder Zweite (49 Prozent) verwendet Fitnesstracker, wie etwa Armbänder oder Uhren, die Schritte zählen oder den Puls messen.

Via Social Media den Versicherer kontaktieren? Erst ein Prozent der Deutschen haben es getan

Weiter zeigt die Umfrage, dass auch die Social-Media-Kommunikation zwischen Versicherer und Kunde noch in den Anfängen steckt. Zwar kann sich jeder zehnte Befragte (10 Prozent) grundsätzlich vorstellen, seinen Versicherer über einen Social-Media-Dienst zu kontaktieren, tatsächlich ausprobiert haben es bislang allerdings erst ein Prozent.

“Für die große Mehrheit (88 Prozent) der Social Media Nutzer käme eine Kommunikation mit ihrer Versicherung über Social Media hingegen nicht in Frage”, konstatieren die Studienmacher – stattdessen dominieren die klassischen Kanäle. So geben 48 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Anliegen telefonisch mit dem Versicherer klären, 38 Prozent kontaktieren dazu den Versicherungsberater.

Gothaer-Chef Eichmann erwartet Verhaltensänderung beim Kunden

Gothaer-Chef Dr. Karsten Eichmann, für den das Thema Digitalisierung weit oben auf der hausinternen Agenda steht, setzt darauf, dass sich das Verhalten der Bürger ändern wird: “Gerade die Jüngeren und die formal höher Gebildeten sind schon heute dem Internet und technischen Entwicklungen gegenüber deutlich aufgeschlossener als Ältere und formal geringer Gebildete. Darauf reagiert die Versicherungsbranche mit neuen digitalen Angeboten”, fasst Eichmann zusammen. (lk)

Foto: Gothaer

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