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13. Januar 2016, 16:47
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Studie: Versicherer und Makler lassen Digitalisierungswelle rollen

Die Digitalisierungswelle rollt: Rund ein Viertel aller Investitionen der Versicherer in Deutschland fließen bis 2018 in die IT. Noch mehr sind es bei großen Versicherern (29 Prozent) und bei Maklerunternehmen (18 Prozent). Den Aufstieg der Fintech-Unternehmen bewerten Versicherer und Makler gleichermaßen als Herausforderung. Big Data ist für die Branche eher ein “mittelfristiges” Thema. Dies ergab die aktuelle Studie “Branchenkompass Insurance”, die am Mittwoch von der Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting vorgestellt wurde.

Makler und Versicherer lassen Digitalisierungswelle rollen

Alle Macht dem Kunden: Die befragten Makler schätzen die Erwartungen und das Verhalten der Kunden zukünftig genauso bedeutsam ein wie die Optimierung der IT.

Der zunehmende Wettbewerbsdruck sorge dafür, dass auch die Assekuranz ihre IT-Anwendungen auf den aktuellen Stand bringen müsse, schreiben die Studienautoren. Entsprechend wichtig werden demnach die Optimierung der IT und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse in der Versicherungsbranche. Mehr als acht von zehn Versicherern sehen hier eine besondere Herausforderung für die nächsten drei Jahre (siehe Grafik). Dies gelte insbesondere für die großen Versicherungsunternehmen, betonen die Studienmacher.

IT-Optimierung auf Augenhöhe mit Regulierung

Die IT-Optimierung befindet sich damit nahezu auf Augenhöhe mit der nach wie vor größten Herausforderung für Versicherer und Makler – der Auseinandersetzung mit “neuen Regulierungen und Compliance”. Das Internet sorge für mehr Transparenz, erläutern die Experten von Sopra Steria, da immer mehr Kunden sich dort vor Vertragsabschluss informierten. “Mittlerweile schließen viele Kunden auch Verträge direkt via Computer oder Smartphone ab”, heißt es weiter.

Dies erkläre, warum die befragten Makler die Erwartungen und das Verhalten der Kunden zukünftig genauso bedeutsam einschätzen wie die Optimierung der IT (jeweils 77 Prozent). Große Versicherer sehen im Kundenverhalten sogar zu 92 Prozent eine wichtige Herausforderung für die nahe Zukunft, bei allen Versicherungsunternehmen sind es 74 Prozent.

 

Makler und Versicherer lassen Digitalisierungswelle rollen

Die IT-Optimierung befindet sich nahezu auf Augenhöhe mit dem Dauerthema Regulierung.

Niedrigzinsniveau bereitet nicht mehr ganz so große Sorgen

“Die Kundenorientierung wird mehr und mehr in den Fokus der Branche rücken”, sagte Petra Weber, Manager Insurance Customer Management von Sopra Steria, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz. Das anhaltende Niedrigzinsniveau beeinflusse die Versicherungsbranche zwar weiterhin, doch nur noch 74 Prozent der Entscheider in der Versicherungsbranche betrachten dieses als besondere Herausforderung. 2013 waren es immerhin noch 82 Prozent. Bei den befragten Maklern sieht sogar nur gut die Hälfte das geringe Zinsniveau noch als besondere Aufgabe. “Sie stufen die Kostenentwicklung als eine größere Herausforderung ein”, heißt es.

Darüber hinaus verfolgen die Befragten aus beiden Lagern mit großem Interesse, wie sich neue digitale Anbieter – zum Teil Fintech-Unternehmen, zum Teil etablierte Internetkonzerne, wie die Autoren anmerken – auf den Markt drängen und damit den Wettbewerb erhöhen. Diese Entwicklung stellt für 63 Prozent der Versicherer und 54 Prozent der Makler eine Herausforderung dar. Dabei fürchten große Versicherer die wachsende Konkurrenz stärker als die kleinen Anbieter. Letztere seien oft in Marktnischen unterwegs und verspürten damit weniger Wettbewerbsdruck, so die Begründung der Unternehmensberater.

Big Data ist für die Branche eher ein “mittelfristiges” Thema

Business Intelligence und Big Data sehen Versicherer laut der Studie “eher mittelfristig” als Investitionsbereiche. “Für große Versicherer ist das Thema aber von besonderer Bedeutung”, betonte Expertin Weber. Für das große Datenaufkommen dieser Versicherer böten sich interessante Konzepte. “Alle befragten großen Versicherer investieren hier. Eine Hälfte bereits kurzfristig, die andere Hälfte mittel- bis langfristig.”

Für die Studie ließ Sopra Steria Consulting nach eigenen Angaben von August bis September 2015 Führungskräfte aus 70 der größten Versicherungs- und Maklergesellschaften Deutschlands durch das Marktforschungsunternehmen forsa befragen. (lk)

Foto: Shutterstock

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