Wie hat sich das Geschäft 2025 im Vergleich zum Vorjahr entwickelt?
Müller: Das Honorargeschäft hat sich im Geschäftsjahr 2025 aus unserer Sicht positiv entwickelt. Im Rahmen unserer Servicepakete konnten wir rund 350 neue Geschäftsverbindungen aufbauen und insgesamt etwa 1.500 Berater mit Zugängen zu unserer Honorarservice-Plattform ausstatten.
Partner der Honorarkonzept bekommen damit exklusiven Zugang zu den Nettoprodukten unserer Schwestergesellschaft, der myLife Lebensversicherung AG. Diese hat kürzlich ihre vorläufigen Geschäftszahlen veröffentlicht und erneut einen deutlichen Zuwachs im Neugeschäft vermeldet. So konnten die Gesamtbeitragseinnahmen im vergangenen Jahr um rund 28 Prozent auf 500,3 Millionen Euro (Vorjahr: 390,9 Millionen Euro) gesteigert werden.
Der Zuwachs im Honorargeschäft spiegelt sich auch in unserer Honorarakademie und bei unserer Honorarabwicklung wider. Unsere Honorarakademie und die hier angebotenen Weiterbildungsformate und Exklusivveranstaltungen unter anderem zu Honorargrundlagen, Beratungsthemen, rechtlichen und steuerrechtlichen Grundlagen, Produktthemen oder zur Softwareschulung haben im Jahr 2025 rund 4.000 Teilnehmer besucht.
Mit unserer Lizenz als Zahlungsdienstinstitut gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz konnten wir im Jahr 2025 insgesamt 28,4 Millionen Euro an Honoraren für unsere Geschäftspartner inkassieren und auszahlen. Dies entspricht einer Steigerung von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr (23,2 Millionen Euro).
Inwieweit war eine Veränderung der Nachfrage aus dem Bereich der 34f- und 34d1-Vermittler nach honorarbasierten Modellen und Zusatz-Serviceleistungen spürbar, nachdem das Thema Provisionsverbot in Zusammenhang mit der EU-Kleinanlegerstrategie vom Tisch war?
Müller: Der Gesamtmarkt ist vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatten in einer Phase spürbarer Bewegung. Die Überlegungen zur Altersvorsorgereform – etwa mit einem geförderten Altersvorsorgedepot – sowie das verstärkte Augenmerk der BaFin auf wohlverhaltensaufsichtliche Aspekte bei kapitalbildenden Lebensversicherungsprodukten lassen die Debatte um ein mögliches Provisionsverbot in den Hintergrund treten.
Unverändert bleibt jedoch: Die zunehmende Regulierung des Marktes richtet den Fokus weiterhin klar auf Verbraucherinteressen und einen höheren Kundennutzen. Der Druck auf Produktkosten hält an und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Flexibilität und Transparenz.
Diese Nachfrage wird aus unserer Sicht im Netto- und Honorargeschäft sehr gut bedient. Als Paradebeispiel lässt sich hierbei die versicherungsbasierte Investmentlösung myLife Invest der myLife nennen, die Lebensversicherungs- und Investmentwelt vereint und gleichgerichtete Interessen für Kunden und Finanzberater erzeugt.
Welche weiteren aktuellen Trends/Entwicklungen/neue Angebote et cetera sehen Sie in Zusammenhang mit honorarbasierter Beratung im Markt insgesamt und/oder bei Honorarkonzept?
Müller: Wir sehen eine zunehmend technologische Weiterentwicklung sowie eine stärkere Verzahnung von persönlicher Beratung mit digitalen Elementen. Hierbei wird die Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz die Finanz- und Versicherungsbranche verändern.
Honorar-Finanzberater sind hier aus unserer Sicht im Vorteil. Sie können ihre Leistungen und Preise stetig und kurzfristig auf veränderte Marktsituationen anpassen und im Rahmen stabiler Kundenbeziehungen bewusst entscheiden, wo Systeme und Software fachliche Expertise und Workflows unterstützen oder übernehmen.
Hierzu stellen wir ihnen bei Honorarkonzept umfangreiche Werkzeuge und Tools zur Verfügung. In den nächsten Monaten sind zahlreiche Weiterentwicklungen unserer Software geplant bzw. befinden sich kurz vor einem Rollout.
Die Fragen stellte Cash. im. Rahmen des Artikels „Alternative Vergütungsmodelle: Honorar oder Provision? Beides!“ und bringt die Antworten hier nochmals in voller Länge.













