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BVK: Ein Verband der die Branche bewegt

Michael H. Heinz
Foto: BVK
Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK)

Herr Heinz, wir sind noch relativ zu Beginn des Jahres. Welche Themen werden 2026 für die Vermittlerbranche wichtig? 

Heinz: Wir werden hoffentlich bald eine Reform der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge erleben, wenn die Bundesregierung die Vorschläge ihrer Rentenkommission umsetzt. Wir begrüßen zwar, dass die Bundesregierung vorhat, die staatliche Förderung zu erhöhen, lehnen aber Standardprodukte bzw. ein Standarddepot ab, gerade weil eine individuelle Altersvorsorgeberatung durch die Versicherungsvermittler unverzichtbar ist. Hier muss der Grundsatz gelten: Kein Vertrieb ohne Beratung. Dass ein Kostendeckel für unsere Beratungsleistungen ins Spiel gebracht wurde, ist für uns nicht zielführend, besser wäre hingegen eine höhere Kostentransparenz.

Das seit Jahresbeginn in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz II muss zeigen, ob gerade klein- und mittelständische Betriebe mehr Abschlüsse betrieblicher Altersvorsorge generieren. Wenn nicht, muss der Gesetzgeber hier nachjustieren.

Blicken wir nach Europa: Was erwarten Sie nach der Trilogeinigung Ende Dezember zur EU-Kleinanlegerstrategie?

Heinz: Durch die Interessenvertretung des BVK ist zum Glück ein drohendes, europaweites Provisionsverbot abgewendet worden. Positiv ist auch, dass die EU bei den Beratungen zur Kleinanlegerstrategie das Thema Finfluencer erkannt hat und damit die BVK-Forderung, diese stärker zu beaufsichtigen, verfängt. Doch die Trilogeinigung enthält auch kritische Punkte für Vermittler, wie z. B. zukünftige Geeignetheitsprüfungen, Preis-Leistungsvergleiche und strengere Regeln für Zuwendungen seitens der Produktgeber. Darüber hinaus kommen neue Weiterbildungspflichten und ein Sachkundenachweis hinzu, vor allem für Vermittler von Verbraucherdarlehen. Dies alles führt zu einem deutlich höheren administrativen Aufwand. Der BVK kritisiert dies.

Der BVK hat als führender Maklerverband in letzter Zeit sein Maklerprofil und seine diesbezüglichen Verbandsleistungen weiterentwickelt und mit Ralf Berndt von der Stuttgarter seinen Maklerbeirat verstärkt. Ihr Verband bringt also eine Menge Sachkompetenz in diesem Bereich mit. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung dieses Vertriebsweges?

Heinz: Aufgrund der demografischen Situation werden wir mehr Verkäufe von Maklerbeständen insbesondere durch größere Maklerhäuser sehen. D. h. wir werden eine weitere Marktkonsolidierung erleben und kleinere Makler werden sich noch enger an die Maklerpools binden, um ihren Vertrieb konkurrenzfähig zu halten und um ihre Abläufe zu rationalisieren. Wir befürchten, dass dadurch noch stärkere Abhängigkeiten der Makler entstehen könnten. Der BVK wird als führender Maklerverband in dieser Situation Maklern Unterstützungsleistungen anbieten, damit diese ihre unternehmerische Unabhängigkeit wahren können.

Trotz dieser schwieriger werdenden Vertriebsbedingungen gibt es aber auch ein freudiges Ereignis für den BVK wie wir erfahren haben. Welches ist das? 

Heinz: Ja, in der Tat: Der BVK feiert am 7. Mai sein 125-jähriges Bestehen! Das ist eine wahrhaft lange und beeindruckende Leistung der Interessenvertretung der Vermittler durch unseren Verband durch all die Wirren der Zeitgeschichte. Deshalb lautet auch unser Slogan zur Feier in Berlin im Admiralspalast: „Eine Tradition die verbindet, ein Verband, der bewegt.“ Wir freuen uns auf eine unvergessliche Feier mit hochrangigen Vorträgen und viel Prominenz, die die Bedeutung des BVK für die Vermittler unterstreichen. 


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