Corestate doch nicht insolvent?

Voll verglaste Fassade eines Bürohauses
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Symbolbild.

Überraschende Wende bei der insolvenzgefährdeten Corestate Capital Holding S.A.: Offenbar gibt es nun doch eine grundsätzliche Einigung auf einen Restrukturierungsvorschlag. Die Details müssen noch ausgearbeitet werden. Die Hauptversammlung wird verschoben.

Der Vorstand der Corestate habe einstimmig beschlossen, „den Restrukturierungsvorschlag des Ad-hoc Committee (AHC), einer Gruppe großer Anleihegläubiger zu unterstützen“, teilt das Unternehmen in einer etwas kryptischen Adhoc-Meldung mit (in der wohl hinter „Anleihegläubiger“ ein Komma fehlt; das AHC ist offenbar die Gruppe der Anleihegläubiger).

Wesentlicher Hintergrund der Entscheidung sei die Absicherung des Unternehmensfortbestands angesichts der verbleibenden Zeit bis zur Gläubigerversammlung am 28. November 2022 sowie in Anbetracht der bislang ergebnislos verlaufenen Gespräche „zwischen der Investorengruppe und dem AHC“. An dem Tag wird eine Wandelanleihe in Höhe von 188 Millionen Euro fällig, eine weitere in Höhe von 300 Millionen Euro im April 2023.

Hauptversammlung auf 20. Dezember verschoben

Gemeinsam mit den Vertretern der Anleihegläubiger soll nun kurzfristig der Vorschlag des AHC „unter Einbeziehung einer notwendigen Brückenfinanzierung weiter ausgearbeitet und in eine umsetzbare, rechtsverbindliche Form gebracht werden, auf deren Basis der Going Concern der Gruppe gewährleistet ist“, heißt es in der Mitteilung.

Nicht daraus hervor geht, inwieweit auch „die Investorengruppe“ – in einer vorherigen Mitteilung von Corestate war von „verschiedenen potenziellen Eigenkapitalinvestoren“ die Rede – in die Lösung involviert ist. Offen bleibt auch, ob die „notwendige Brückenfinanzierung“ bereits steht beziehungsweise, wer diese bereitstellt.

Vor dem Hintergrund der neuen Entwicklung wurde die ursprünglich für heute (22. November) geplante außerordentliche Hauptversammlung um vier Wochen auf den 20. Dezember 2022 verschoben, „um mit Hilfe eines konkreten erfolgversprechenden Restrukturierungskonzeptes ein breites Aktionärsvotum zu ermöglichen“.

Prüfung der Pflicht zum Insolvenzantrag war angekündigt

Corestate hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass die Sanierungsverhandlungen mit maßgeblichen Anleihegläubigern „nicht mehr mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen sind“ und angekündigt, eine Insolvenzantragspflicht zu prüfen sowie gegebenenfalls einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Zu Corestate gehört auch der Asset Manager und Fondsinitiator Hannover Leasing. Dieser hatte gestern vorsorglich erklärt, dass das Unternehmen von einer eventuellen Insolvenz der Konzernmutter „nicht betroffen“ wäre.

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