Die Key Investors GmbH aus Düsseldorf hat ihren neuen Service „Fonds-Exit“ gestartet, teilt das Unternehmen mit. Er soll einen Zweitmarkt für geschlossene Fonds organisieren und richtet sich an Besitzer bestehender Fondsbeteiligungen, die ihre Beteiligung veräußern möchten. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums legen dann spezialisierte Ankäufer, Family Offices und institutionelle Investoren ihre Kaufangebote vor, so die Zielsetzung.
Das Unternehmen will dabei Anteile an Fonds aus den Bereichen Immobilien, Schifffahrt, Energie, Flugzeuge und Private Equity abdecken. Fonds-Exit begleitet den Angaben zufolge den gesamten Prozess bis zur Umschreibung der Anteile. Anschließend endet die Vermittlung.
Warum der Verkauf geschlossener Fonds oft schwierig ist
Wer in einen geschlossenen Fonds investiert hat, kennt das Problem: Vor Ablauf der Laufzeit lässt sich die Beteiligung häufig nur eingeschränkt verkaufen. Eine ordentliche Kündigung sieht der Gesellschaftsvertrag meist nicht vor. Auch eine Rücknahme durch die Fondsgesellschaft ist in der Regel nicht möglich. Bei neueren Fonds ist beides sogar gesetzlich ausgeschlossen.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Struktur vieler Fondsgesellschaften seit der Emission grundlegend verändert hat: Initiatoren zogen sich zurück, Laufzeiten wurden gestreckt und Fonds umgebaut. Vielfach erreichen Anleger nicht einmal mehr die ursprünglichen Ansprechpartner.
Fondsbeteiligungen wechseln deutlich unter Nominalwert den Besitzer
Den einzigen öffentlichen Zweitmarkt für geschlossene Fonds mit Marktbedeutung betreibt in Deutschland die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG. Dort wechselten Anteile im Jahresverlauf im Schnitt zu 59 Prozent ihres Nominalwerts den Besitzer.
„Ein Angebot ist keins“, sagt Michael Kempkes, Geschäftsführer der Key Investors GmbH. Das stimmt zwar nicht, aber gemeint ist etwas anderes: Vielen Verkäufern fehle eine verlässliche Einschätzung des tatsächlichen Werts ihrer Beteiligung, da die Preisfindung bei jedem Käufer unterschiedlich ausfällt. Erst wenn mehrere Offerten gegenübergestellt werden, zeige sich, welcher Preis am Markt realistisch erzielbar ist.
Zweitmarkt geschlossene Fonds: So läuft das Bieterverfahren ab
Verkäufer teilen der Plattform fonds-exit.de den Fondsnamen, die nominale Höhe ihrer Beteiligung sowie den aktuellsten Treuhänderbericht mit. Daraufhin erhalten sie eine erste Einschätzung, in welcher Preisspanne ein Verkauf realistisch erscheint.
Entscheidet sich der Anleger für den Verkauf, bietet Fonds-Exit die Beteiligung potenziellen Käufern im strukturierten Bieterverfahren an. Üblicherweise nehme dieser Prozess rund zehn Arbeitstage in Anspruch, so die Ankündigung. Anschließend stellt Fonds-Exit die eingegangenen Angebote gegenüber. Inwieweit bereits konkrete Aufkäufer und gegebenenfalls welche Summen zur Verfügung stehen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Die endgültige Entscheidung, ob überhaupt und welches der Gebote angenommen wird, trifft ausschließlich der Verkäufer - ebenso die Option, die Beteiligung weiterhin zu halten. Interessierte Kapitalgeber haben die Möglichkeit, sich auf der Website zu registrieren. Sie erhalten dann Zugang zu aktuellen Verkaufsangeboten, die Fonds-Exit mit aufbereiteten Informationen und Unterlagen vorstellt.
Wer hinter dem neuen Zweitmarktservice steht
Hinter Fonds-Exit steht die Key Investors GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Als unabhängiger Finanzdienstleister positioniert sich das Unternehmen zwischen Unternehmen, Fondsmanagern und institutionellen Kapitalgebern. Bereits seit dem Jahr 2012 unterstützt die Gesellschaft nach eigenen Angaben institutionelle Anleger und Firmen bei Transaktionen rund um Corporate Finance, M&A und Immobiliengeschäfte (Real Estate). Mit dem neuen Angebot will das Unternehmen gezielt Anleger, Erben sowie deren Berater ansprechen, die ihre Anteile an geschlossenen Fonds abstoßen wollen.
„Ich kenne beide Seiten des Tisches“, sagt Kempkes. „Seit mehr als 30 Jahren bin ich am Kapitalmarkt tätig und arbeite eng mit institutionellen Investoren und Fondsgesellschaften zusammen.“ Dieses Netzwerk und seine Markterfahrung will er nun gezielt für Fondszeichner einsetzen. Sie sollen so Zugang zu Käufern erhalten, die sie auf eigene Faust häufig nicht erreichen würden.
Perspektivisch will Key Investors die Aktivitäten auch im institutionellen Zweitmarkt für geschlossene Fonds ausbauen. Dazu zählt unter anderem die Vermittlung von Fondsbeteiligungen an institutionelle Investoren.













