Hohe Kosten auf der Piste: Jeder Skiunfall kostet fast 8.000 Euro

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Skiunfälle machen nur 2,6 Prozent aller gemeldeten Unfallschäden aus, verursachen aber überdurchschnittlich hohe Kosten – im Durchschnitt 7.907 Euro pro Fall.

Skiunfälle sind selten, aber teuer – und sie nehmen zu. Neue Zahlen des GDV und der ASU-Unfallanalyse zeigen Rekordwerte bei Kollisionen auf der Piste und deutlich steigende Kosten für Versicherer und Betroffene. Vor allem im Ausland kann ein Sturz schnell zur finanziellen Belastung werden.

Zwischen 2019 und 2023 haben Skiunfälle bei privaten Unfallversicherern Schäden von rund 281 Millionen Euro verursacht. Nach Berechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft entfallen zwar nur 2,6 Prozent aller gemeldeten Unfallschäden auf den Skisport, die Kosten pro Fall liegen jedoch deutlich über dem Durchschnitt. Im Schnitt schlagen Skiunfälle mit 7.907 Euro zu Buche.

„Skiunfälle machen nur 2,6 Prozent aller gemeldeten Unfallschäden aus, verursachen aber überdurchschnittlich hohe Kosten – im Durchschnitt 7.907 Euro pro Fall“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Gerade im Ausland können schnell zusätzliche Belastungen dazukommen, etwa durch hohe Behandlungskosten oder Bergungseinsätze per Hubschrauber.“

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Kollisionen auf der Skipiste. In der Saison 2024/25 registrierte die ASU-Unfallanalyse 1,90 Zusammenstöße je 1.000 Skifahrende. Damit erreicht die Quote den höchsten Stand seit Beginn der systematischen Erfassung in der Saison 1979/80.

Rekordwerte bei Kollisionen und Klinikaufenthalten

Gegenüber der Vorsaison sind die Unfallzahlen insgesamt gestiegen. Hochgerechnet mussten 51.000 bis 53.000 Skifahrende ärztlich behandelt werden. Bei Frauen ist das Knie mit knapp 40 Prozent die am häufigsten verletzte Körperregion, bei Männern liegt die Schulter mit 23 Prozent an der Spitze.


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Auch stationäre Behandlungen nahmen zu. 2,03 von 1.000 Skifahrenden mussten im Krankenhaus versorgt werden, nach 1,73 im Vorjahr. Insgesamt entspricht das etwa 8.400 bis 8.600 stationären Fällen. Die ASU-Unfallanalyse der Arag Allgemeine Versicherungs-AG erhebt diese Daten jährlich für den alpinen Skisport.

Hohe finanzielle Risiken bei Unfällen im Ausland

Besonders kostspielig können Skiunfälle im Ausland werden. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet häufig nur Leistungen in Höhe der deutschen Sätze. In der Schweiz oder außerhalb der Europäischen Union bleiben Mehrkosten oft bei den Versicherten. Rettungseinsätze, vor allem per Hubschrauber, können schnell fünfstellige Beträge erreichen und werden nur bei medizinischer Notwendigkeit übernommen.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung kann hohe Behandlungskosten abdecken und im Idealfall auch den Rücktransport nach Deutschland finanzieren. Je nach Tarif übernimmt eine private Unfallversicherung zusätzlich Bergungs- und Rückholkosten oder leistet bei dauerhaften Unfallfolgen in Form von Kapital- oder Rentenzahlungen.

Prävention senkt Unfallrisiko und Kosten

Das Unfallrisiko lässt sich durch angepasstes Tempo, ausreichenden Abstand und das Tragen von Schutzausrüstung deutlich reduzieren. Helme schützen vor schweren Kopfverletzungen, Rückenprotektoren vor Schäden an der Wirbelsäule.

Eine gute körperliche Vorbereitung sowie Aufwärmen vor der ersten Abfahrt können Muskel- und Bänderverletzungen vorbeugen. Vor Reiseantritt lohnt zudem ein Blick in die bestehenden Policen, um mögliche Versicherungslücken frühzeitig zu erkennen.

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