Infinma: Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung bleibt ein Nischenprodukt

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Das Finanzanalyse-Institut Infinma hat die am Markt angebotenen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. 41 Tarife von 15 Gesellschaften analysiert und in insgesamt 17 Qualitätskriterien gegen den Marktstandard verglichen. 19 Tarife von neun Versicherer erfüllten die Voraussetzungen für die Auszeichnung. Die Zahl der zertifizierten Tarife hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenso weiter verringert, wie die Zahl der Anbieter.

Das Finanzanalyse-Institut Infinma hat die am Markt angebotenen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Im Rahmen der Untersuchung „Marktstandards in der EU – Stand 04/2023“ wurden 41 Tarife von 15 Gesellschaften analysiert und in insgesamt 17 Qualitätskriterien gegen den Marktstandard verglichen. Insgesamt 19 Tarife von neun Gesellschaften erhielten eine Auszeichnung. Die Zahl der zertifizierten Tarife hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenso weiter verringert, wie die Zahl der Anbieter.

Weniger Anbieter am Markt

„Erneut ist die Zahl der Anbieter gegenüber dem Vorjahr um einen zurückgegangen. Zwar gab es auch in diesem Jahr einige Verbesserungen in den Bedingungen und die BU-Umtauschoption beziehungsweise könnte schon im nächsten Update zum Marktstandard werden“, erläuterte der geschäftsführende Infinma-Gesellschafter Dr. Jörg Schulz.

Dennoch kann sich die EU nicht als Alternative zur BU durchsetzen, so Schulz. „Einerseits sind die Prämienunterschiede zur BU in vielen Berufen einfach zu gering. Problematisch bleibt es aber auch, dass nach wie vor viele Versicherer den Bescheid über die Anerkennung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht als Leistungsvoraussetzung anerkennen. Das mag zwar aus Sicht der Versicherer verständlich sein, ist aber im Hinblick auf die Akzeptanz der EU bei Vertrieblern und Kunden sicher nicht dienlich.“

Sein Geschäftsführer-Kollege Marc Glissmann ergänzt: „Eigentlich schade. Wenn der Kunde versteht, wie das Produkt funktioniert und unter welchen Umständen eine Leistung erfolgt, will er es nicht mehr haben. Diese Erfahrung haben in den letzten Jahren viele Berater gemacht.“

Die Grundfähigkeitsversicherung läuft der EU den Rang ab

Mit Blick auf die weiteren Entwicklungen im Markt der Arbeitskraftabsicherung stellt die Infinma-Analysten zudem fest, dass sich aktuell die Versicherer eher auf die Grundfähigkeitsversicherung als Alternative zur BU zu fokussieren scheinen. Nicht zuletzt erscheinen die Leistungsauslöser in der GF vielen Kunden und Vermittlern eingängiger und letztlich auch eher erreichbar als die in der EU zu sein.

Gerade im Vergleich zu dem auch in der Breite sehr hohem Niveau der Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherungen sehen die Analysten in der EU noch einiges an Verbesserungspotential. Die Zurückhaltung vieler Anbieter im Bereich der EU scheint auch daran zu liegen, dass sie selber nicht oder nicht mehr an einen durchschlagenden Erfolg dieser Absicherungsmöglichkeit glauben.

Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen sind auf der Internetseite von infinma abrufbar: https://infinma.com/2022/04/28/marktstandards-in-der-eu/

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