Kfz-Police im Alter: So stark steigen die Beiträge ab 65

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Das größte Einsparpotenzial entsteht, wenn Versicherung, Zulassung und Schadenfreiheitsklasse vollständig auf das Kind übergehen.

Mit zunehmendem Alter verteuert sich die Kfz-Versicherung spürbar. Modellrechnungen von Verivox zeigen deutliche Beitragszuschläge ab 65 Jahren. Gleichwohl können Senioren mehrere hundert Euro im Jahr einsparen. Entscheidend ist dabei nicht nur das Alter.

Mit 65 beginnen in der Kfz-Versicherung spürbare Beitragszuschläge. Wie stark diese ausfallen, hängt vom Alter und der gewählten Konstellation ab. Das Vergleichsportal Verivox hat auf Basis von Modellrechnungen untersucht, wie sich die Beiträge für ältere Autofahrer entwickeln. Das Ergebnis: Ein 65-jähriger Fahrer zahlt bei identischen Tarifmerkmalen 14 Prozent mehr als ein 55-Jähriger. Mit 75 steigt der Aufschlag auf 69 Prozent. Ein 85-Jähriger zahlt unter gleichen Bedingungen sogar 172 Prozent mehr für seine Vollkaskoversicherung.

Grundlage der Berechnungen sind ein VW Golf VIII 1.0 TSI, eine jährliche Fahrleistung von 10.000 Kilometern sowie ein Wohnort in Berlin. Abgesehen von Alter und Schadenfreiheitsklasse bleiben alle Faktoren konstant.

Warum die Beiträge im Alter steigen

Auffällig ist, dass selbst eine hohe Schadenfreiheitsklasse die Entwicklung nur abmildert, aber nicht verhindert. Auch langjährige unfallfreie Fahrpraxis schützt nicht vor altersbedingten Zuschlägen. „Für viele Seniorinnen und Senioren sind die Zuschläge schwer nachvollziehbar“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Versicherer kalkulieren jedoch rein risikobasiert. Statistisch steigt im hohen Alter die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle wieder an. Das schlägt sich direkt im Beitrag nieder.“


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Die Kalkulation der Versicherer orientiert sich damit weniger an individueller Fahrpraxis als an statistischen Risikowerten bestimmter Altersgruppen.

Wann sich eine Übertragung lohnt

Eine Möglichkeit zur Beitragsreduzierung besteht darin, das Fahrzeug über ein jüngeres Familienmitglied zu versichern oder zusätzlich auf dieses zuzulassen. Der Senior bleibt dabei als Fahrer eingetragen und behält den Versicherungsschutz. Allerdings führt diese Strategie nicht automatisch zu Einsparungen. Wird ein Fahrzeug erstmals als Zweitwagen versichert, erfolgt meist die Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse SF ½. In dieser Konstellation spart ein 85-Jähriger laut Modellrechnung lediglich 16 Euro beziehungsweise ein Prozent, wenn die Police über das 30 Jahre jüngere Kind läuft.

Erst die Übertragung der Schadenfreiheitsklasse kann den Beitrag spürbar senken. Dabei übernimmt das Kind so viele schadenfreie Jahre, wie es selbst im Besitz eines Führerscheins ist. In den Berechnungen reduziert sich der Beitrag für einen 75-jährigen Fahrer dadurch um 17 Prozent beziehungsweise 163 Euro. Beim 85-Jährigen sinkt der Beitrag um 53 Prozent oder 808 Euro.

Das größte Einsparpotenzial entsteht, wenn Versicherung, Zulassung und Schadenfreiheitsklasse vollständig auf das Kind übergehen. In diesem Fall reduziert sich der Beitrag für den 85-Jährigen um 60 Prozent oder 917 Euro gegenüber einer Versicherung auf den eigenen Namen. Ein 75-Jähriger spart 30 Prozent beziehungsweise 281 Euro.

„Für 65-Jährige lohnt sich diese Lösung in der Regel noch nicht“, sagt Aljoscha Ziller. „Der altersbedingte Zuschlag fällt hier meist noch moderat aus, gleichzeitig verfügen viele über eine sehr hohe Schadenfreiheitsklasse. Eine Übertragung kann den Versicherungsbeitrag dann sogar erhöhen.“

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