KI-Modelle favorisieren Bitcoin als Wertspeicher: Studie zeigt klare Präferenzen

Foto: Stock.Adobe.com/ Sami
Eine Studie zeigt Präferenzen von KI-Modellen für Bitcoin, Stablecoins und Fiat in verschiedenen Anwendungsszenarien.

Eine Studie des Bitcoin Policy Institute untersucht, welche Währungen KI-Modelle ohne Vorgaben bevorzugen. Das Ergebnis fällt deutlich aus – mit klaren Unterschieden je nach Anwendungsfall. Besonders bei der Wertaufbewahrung zeigt sich ein überraschend eindeutiges Bild.

Eine Untersuchung des Bitcoin Policy Institute (BPI) liefert neue Einblicke in die geldpolitischen Präferenzen von KI-Modellen. Getestet wurden 36 Modelle verschiedener Anbieter, darunter Anthropic, DeepSeek, Google, OpenAI und xAI. Insgesamt analysierte die Studie 9.072 Szenarien, ohne den Modellen eine bestimmte Währung vorzugeben.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: In 48,3 Prozent der Fälle bevorzugten die Modelle Bitcoin für Transaktionen und als Wertspeicher. Stablecoins folgen mit 33,2 Prozent. Staatliche Währungen und andere Kryptowährungen spielen mit 8,9 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent eine deutlich geringere Rolle.

Besonders ausgeprägt ist die Präferenz für Bitcoin bei der langfristigen Wertaufbewahrung. In 79,1 Prozent der Fälle entschieden sich die Modelle hier für die Kryptowährung. Im Zahlungsverkehr hingegen dominieren Stablecoins, die in 53,2 Prozent der Szenarien bevorzugt werden.


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Unterschiede je nach Anwendungsfall

Neben klassischen Währungen schlugen KI-Modelle in einzelnen Fällen auch alternative Recheneinheiten vor. In 86 Szenarien nannten sie Energie- oder Recheneinheiten wie Joule, Kilowattstunden oder GPU-Stunden als bevorzugte Bezugsgröße.

Das BPI sieht darin Hinweise auf ein zweigeteiltes System: „KI-Modelle tendieren zu einem zweistufigen Geldsystem – Bitcoin für das Sparen, Stablecoins für den Zahlungsverkehr –, was die historische Funktion von wertstabilen und liquiden Instrumenten widerspiegelt“. Mit zunehmender Autonomie von KI-Systemen könnten daraus neue wirtschaftliche Dynamiken entstehen.

„Mit zunehmender wirtschaftlicher Autonomie von KI-Agenten ergeben sich daraus unmittelbare politische Implikationen“, so das Institut weiter. Die Autoren verweisen damit auf mögliche regulatorische und infrastrukturelle Konsequenzen.

Implikationen für Markt und Infrastruktur

Laut BPI könnten die Ergebnisse auf eine steigende Nachfrage nach Bitcoin-nativen Zahlungslösungen und Self-Custody-Angeboten hindeuten. Voraussetzung dafür sei die Verbreitung sogenannter agentischer Handelssysteme, bei denen KI eigenständig wirtschaftliche Entscheidungen trifft.

Die Studie stützt zudem eine verbreitete Annahme in der Kryptobranche: KI-Agenten könnten aufgrund fehlender KYC-Anforderungen, hoher Geschwindigkeit und niedriger Transaktionskosten verstärkt auf Kryptowährungen zurückgreifen.

Auch Unterschiede zwischen den Anbietern treten deutlich hervor. Modelle von Anthropic entschieden sich in 68 Prozent der Fälle für Bitcoin, während der Anteil bei OpenAI-Modellen bei 26 Prozent lag. Das BPI sieht darin Hinweise darauf, dass die Ausrichtung der Entwicklerteams das Verhalten von KI-Systemen beeinflussen kann.

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