Krypto-Handel per App: Studie zeigt deutliche Kostenunterschiede

Foto: Stock.Adobe.com/ Marc Kunze
Kryptohandel per App kann zur Kostenfalle werden.

Eine neue Studie vergleicht die tatsächlichen Kosten beim Krypto-Handel über neun mobile Plattformen in Deutschland. Die Unterschiede fallen teils erheblich aus. Entscheidend sind dabei nicht nur Gebühren, sondern auch die Spreads.

Die Gesamtkosten im Krypto-Handel unterscheiden sich für Privatanleger in Deutschland je nach Anbieter deutlich. Das zeigt eine Studie des Frankfurt School Blockchain Center und von intas.tech. Demnach liegen die durchschnittlichen Kosten für einen Kauf mit anschließendem sofortigem Verkauf desselben Kryptowerts je nach Plattform zwischen 0,53 Prozent und 6,45 Prozent.

Für die Untersuchung werteten die Autoren im Januar und Februar 2026 insgesamt 432 sogenannte Roundtrips über die mobilen Anwendungen von neun MiCAR-regulierten Krypto-Handelsanbietern aus. Berücksichtigt wurden Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana, Chainlink und Avalanche. Getestet wurden Ordervolumina von 100 Euro und 500 Euro.


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Unter den untersuchten Anbietern weist Bitvavo mit durchschnittlich 0,53 Prozent die niedrigsten Gesamtkosten auf, Coinbase mit 6,45 Prozent die höchsten. Ebenfalls in die Analyse einbezogen wurden Bison, Bitpanda, flatex, justTRADE, Kraken, N26 und Trade Republic. Die Studie zeigt zudem, dass sich die relativen Kosten zwischen den beiden getesteten Ordergrößen meist nur gering verändern.

Spreads prägen die tatsächlichen Kosten

Aus Sicht der Studienautoren reicht der Blick auf ausgewiesene Handelsgebühren allein nicht aus. Einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche Kostenbelastung haben auch die Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Sie können den Handel für Privatanleger spürbar verteuern, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.

Professor Dr. Co-Pierre Georg, Direktor des Frankfurt School Blockchain Center, sagt: „Immer mehr Privatanleger greifen über App-basierte Plattformen auf den Kryptomarkt zu, gleichzeitig sind die tatsächlichen Handelskosten für viele Nutzer nur schwer nachvollziehbar. Mit dieser Studie möchte das Frankfurt School Blockchain Center mehr Transparenz schaffen und einen datenbasierten Vergleich der Kostenstrukturen im Krypto-Handel ermöglichen. Durch die Zusammenarbeit mit intas.tech konnten wir wissenschaftliche Analyse mit praktischer Marktexpertise verbinden und reale Transaktionsdaten systematisch auswerten.“

Benjamin Schaub, Managing Partner intas.tech, sagt: „Gerade in einer Phase, in der sich Kryptowerte zunehmend als Anlageklasse etablieren und immer mehr Privatanleger investieren, schafft die Studie mehr Transparenz über Kosten im Krypto-Handel. Während Kosten im traditionellen Kapitalmarkt sehr transparent ausgewiesen werden, sind sie im Krypto-Handel oft noch schwer vergleichbar – insbesondere Spreads können die Gesamtkosten erheblich beeinflussen.“

Relevanz für Anleger und Marktteilnehmer

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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