Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich für den Fall einer Pflegebedürftigkeit finanziell schlecht abgesichert, doch lediglich neun Prozent haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 2.015 Personen, die Yougov im Auftrag von Swiss Life Deutschland durchgeführt hat.
Dabei ist das Thema längst im Alltag angekommen: 59 Prozent der Bevölkerung haben bereits persönliche Erfahrung mit Pflege – sei es durch Beobachtung im eigenen Umfeld (36 Prozent) oder weil sie selbst einen Angehörigen gepflegt haben (23 Prozent). Zwischen diesem Risikobewusstsein und der tatsächlichen Vorsorge klafft jedoch eine erhebliche Lücke – und das seit Jahren.
Die Kosten einer Pflegebedürftigkeit sind vielen Befragten durchaus bewusst: 41 Prozent schätzen den monatlichen Eigenanteil realistisch auf 3.000 Euro oder mehr. 57 Prozent sehen für eine private Vorsorge dennoch „keine Notwendigkeit“ und verlassen sich stattdessen mehrheitlich auf die gesetzliche Pflegeversicherung und Sozialleistungen (56 Prozent). Der tatsächliche Eigenanteil für einen stationären Pflegeplatz liegt im Bundesdurchschnitt bereits bei über 3.300 Euro monatlich. Über die Jahre können sich diese Kosten je nach Pflegeform zwischen 150.000 und 300.000 Euro bewegen.
Verlust der Selbstständigkeit als größte Sorge
Was die Befragten im Pflegefall am meisten fürchten, ist nicht in erster Linie der finanzielle Verlust, sondern der Verlust ihrer Selbstständigkeit. 69 Prozent nennen die Abhängigkeit von anderen als größte Sorge, noch vor der persönlichen finanziellen Belastung (47 Prozent) und körperlichen Schmerzen (38 Prozent). „Die Menschen wollen nicht abhängig sein – weder körperlich noch finanziell. Für den Fall einer Pflegebedürftigkeit privat vorzusorgen, ist deshalb kein Luxus, sondern die notwendige Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt“, sagt Stefan Holzer, Mitglied des Vorstands von Swiss Life Deutschland und Leiter Market Management Versicherung.
Auch das Wunschbild für die eigene Pflegesituation hat sich gewandelt: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wünscht sich betreutes Wohnen mit Unterstützung durch Dritte bei Bedarf – deutlich vor der Pflege durch Angehörige zuhause (24 Prozent) und dem Pflegeheim (14 Prozent). „Dieses Ergebnis zeigt: Beim Thema Pflege sind die Wünsche so individuell wie die Menschen selbst. Doch um sich die Wahlfreiheit zu erhalten, wo und wie die Pflege stattfindet, braucht es auch eine finanzielle Grundlage, die das möglich macht“, sagt Holzer.
Persönliche Erfahrung als stärkster Auslöser
Die Studie zeigt zudem: Persönliche Erfahrung ist der stärkste Auslöser für Vorsorge. Von denjenigen, die eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben und Pflege im eigenen Umfeld erlebt haben, geben 45 Prozent an, dass genau diese Erfahrung ihre Entscheidung beeinflusst hat. „Ein klares Signal: Knapp die Hälfte der Menschen, die Pflegebedürftigkeit einmal hautnah erlebt haben, kommen ins Handeln. Persönliche Erfahrung kann also ein Auslöser sein – aber sie darf nicht die Voraussetzung für Vorsorge sein. Denn viele andere Befragte haben Pflegebedürftigkeit in ihrem Umfeld erlebt und handeln trotzdem nicht. Genau dort müssen wir früher ansetzen“, betont Holzer.
Beratungsthema, das in der Beratung kaum vorkommt
Besonders aufschlussreich ist der Befund zur Beratungssituation: 61 Prozent der Menschen ohne Pflegezusatzversicherung wurden noch nie – weder von ihrer Bank noch von einem Versicherungsvermittler – auf das Thema Pflegevorsorge angesprochen. Weitere 23 Prozent haben gar keinen festen Ansprechpartner für Finanzfragen.

„Die Studie macht deutlich: Millionen Menschen in Deutschland sind beim Thema Pflegevorsorge noch ohne professionelle Beratung – obwohl der Bedarf längst da ist. Deshalb setzen wir hier auch auf intensive Schulungsformate für unsere Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner“, sagt Holzer.
Vertrauen wichtiger als der Preis
Bei der Wahl eines Anbieters zählt für die Befragten vor allem Vertrauen. 73 Prozent halten faire Behandlung im Leistungsfall für „sehr wichtig“ – ebenso viele fordern Verlässlichkeit und Sicherheit (73 Prozent). Schnelle Leistungsabwicklung folgt mit 70 Prozent dicht dahinter. Der Preis landet mit 64 Prozent „sehr wichtig“ deutlich dahinter. „Die Menschen wissen genau, worauf es ankommt – und das ist nicht der günstigste Preis, sondern ein Partner, dem sie vertrauen können. Das gilt für uns bei Swiss Life als Versicherer für alle Lebenssituationen unserer Kundinnen und Kunden – und ganz besonders dann, wenn es um das Thema Pflege geht“, sagt Holzer.
Die Daten basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des Yougov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für die Befragung wurden 2.015 Personen im Zeitraum vom 9. bis 11. September 2026 befragt.











