SpaceX-Fantasie rückt Rohstoffe in den Fokus der Raumfahrtinvestoren

SpaceX-IPO beflügelt Rohstoff-Fantasie
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Morgan Stanley sieht Rohstoffe als Basis der Weltraumwirtschaft und nennt zentrale Unternehmen der Lieferkette.

Die Aussicht auf einen möglichen Börsengang von SpaceX lenkt den Blick der Kapitalmärkte auf die Weltraumwirtschaft. Dabei rücken nicht nur Raumfahrtfirmen in den Fokus, sondern auch deren industrielle Basis – insbesondere Rohstoffe. Ein Ansatz von Morgan Stanley zeigt, warum das für Anleger relevant ist.

Die Weltraumwirtschaft steht wieder stärker im Fokus der Kapitalmärkte. Mit der Aussicht auf einen möglichen Börsengang von SpaceX wächst das Interesse der Investoren nicht nur an Raumfahrtunternehmen selbst, sondern an der gesamten industriellen Kette, die hinter diesem Sektor steht. Genau dort setzt Morgan Stanley mit seinem „Space 60“-Ansatz an: Die Bank beschreibt die Weltraumwirtschaft als ein Querschnittsthema, in dem zahlreiche Branchen zusammenwirken – von der Raketenfertigung über Datenübertragung bis hin zur Versorgung mit Spezialmetallen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der Anfang dieser Wertschöpfung nicht im All, sondern im Boden liegt.

Nach Einschätzung von Morgan Stanley beginnt praktisch jede Raumfahrtanwendung mit Rohstoffen und den Unternehmen, die diese fördern oder verarbeiten. Die Weltraumwirtschaft ist damit nicht nur eine Geschichte von Technologie, Start-ups und Trägerraketen, sondern auch eine von Kupfer, Seltenen Erden, Wolfram, Aluminium und Gallium. Wenn sich das Thema Raumfahrt an den Börsen weiter verbreitert, könnten deshalb auch ausgewählte Bergbau- und Metallunternehmen stärker in den Blick rücken.

Weltraumwirtschaft: Morgan Stanley beschreibt ein breites Ökosystem

Morgan Stanley sieht in der Weltraumwirtschaft ein Thema, das durch wissenschaftliche Fortschritte, geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Dynamik neuen Auftrieb erhält. Verstärkt wird diese Aufmerksamkeit durch die Spekulation auf einen möglichen SpaceX-Börsengang, dem eine Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar zugeschrieben wird. Sollte es dazu kommen, wäre es potenziell der größte Börsengang der Geschichte.

Für Morgan Stanley ist die mögliche Notiz von SpaceX jedoch nur ein Auslöser für eine breitere Neubewertung der Weltraumwirtschaft. Mit dem „Space 60“-Rahmen identifiziert das Research-Team Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die das Wachstum des Sektors ermöglichen sollen. Dazu zählen nicht nur klassische Raumfahrtanbieter, sondern auch jene Industrien, die Materialien, Infrastruktur und technische Grundlagen bereitstellen.

Gerade diese Perspektive ist für Anleger und Marktbeobachter interessant. Die Weltraumwirtschaft wird nicht als isolierter Zukunftsmarkt beschrieben, sondern als verzweigtes industrielles Netzwerk. Wer Satelliten, Rover, Kommunikationssysteme oder Raketen bauen will, braucht am Anfang spezialisierte Rohstoffe – und genau deshalb rückt der Bergbau in dieser Analyse an eine zentrale Stelle.

Rohstoffe sind die Basis der Weltraumwirtschaft

Morgan Stanley bringt diesen Zusammenhang auf eine einfache Formel: Jede Raumfahrthardware beginnt im Boden. Ein einzelner Satellit kann Dutzende Spezialmetalle enthalten, die für Struktur, Energieversorgung, Wärmemanagement und Kommunikationssysteme benötigt werden. Die Weltraumwirtschaft ist damit in hohem Maß von zuverlässigen Lieferketten für metallische Rohstoffe abhängig.

Die Bank hebt in diesem Zusammenhang fünf nordamerikanisch geprägte Unternehmen hervor, die aus ihrer Sicht für den Aufbau der Raumfahrtinfrastruktur wichtig sind: MP Materials, Almonty Industries, Freeport-McMoRan, Alcoa und Teck Resources. Dabei decken diese Unternehmen unterschiedliche Abschnitte des Rohstoffbedarfs ab.

Freeport-McMoRan und Teck Resources gehören zu den großen Kupferlieferanten. Kupfer ist wegen seiner hohen Wärmeleitfähigkeit ein wichtiger Werkstoff in Hochleistungsraketentriebwerken. Teck bringt zudem noch einen weiteren Aspekt in die Weltraumwirtschaft ein: Das Unternehmen produziert auch Gallium, das in Radarsystemen verwendet wird. Damit reicht der Beitrag dieser Rohstoffseite über klassische Metallversorgung hinaus bis in Bereiche, die eng mit Verteidigungs- und Kommunikationstechnik verknüpft sind.

Welche Unternehmen Morgan Stanley für die Raumfahrt-Lieferkette nennt

MP Materials nimmt in der Aufstellung eine besondere Stellung ein, weil das Unternehmen der einzige Produzent Seltener Erden in den USA ist. Diese Metalle sind entscheidend für Hochleistungsmagnete, die in Satelliten, Rovern und Startsystemen eingesetzt werden. In einer Weltraumwirtschaft, die zunehmend auf leistungsfähige Antriebe, präzise Steuerung und anspruchsvolle elektronische Systeme setzt, kommt diesen Rohstoffen eine strategische Rolle zu.

Almonty Industries wiederum wird von Morgan Stanley als größter Wolframproduzent außerhalb Chinas bezeichnet. Das Unternehmen ist in Europa und Südkorea aktiv. Wolfram ist für die Weltraumwirtschaft besonders relevant, weil es in Strahlungsschutzsystemen und in Hochtemperaturumgebungen verwendet wird. Beide Anwendungsfelder gehören zu den klassischen Herausforderungen der Raumfahrttechnik, in der Materialien extremen Bedingungen standhalten müssen.

Alcoa schließlich steht für Aluminium, einen der Grundwerkstoffe moderner Raumfahrtkonstruktionen. Das in Pittsburgh ansässige Unternehmen wird als global führend bei Aluminium beschrieben. Dieses Metall bildet das strukturelle Rückgrat vieler Raumfahrtsysteme, darunter Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge. Gerade wegen seines Verhältnisses von Gewicht zu Stabilität ist Aluminium seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil luft- und raumfahrtbezogener Konstruktionen.

SpaceX als Signal für eine breitere Neubewertung

Die eigentliche Aussage hinter dem Morgan-Stanley-Rahmen geht damit über einzelne Aktien hinaus. Die mögliche SpaceX-Börsennotiz fungiert in dieser Lesart als Signal für eine breitere Neubewertung der Weltraumwirtschaft. Wenn der Sektor wieder stärker in das Blickfeld großer Investoren rückt, dann betrifft das nicht nur Startanbieter oder Satellitenfirmen, sondern auch die industrielle Basis, auf der diese Technologien aufbauen.

Für die Weltraumwirtschaft bedeutet das: Die Kapitalmärkte könnten künftig stärker entlang der gesamten Wertschöpfungskette denken. Der Bau von Raketen, Satelliten und orbitaler Infrastruktur hängt unmittelbar davon ab, ob ausreichend Kupfer, Aluminium, Gallium, Wolfram und Seltene Erden verfügbar sind. Damit rücken Bergbau- und Metallunternehmen stärker in jene Diskussion hinein, die bisher oft von reinen Raumfahrtaktien dominiert wurde.

Morgan Stanley zeichnet damit das Bild einer Weltraumwirtschaft, deren Wachstum nicht allein im All entschieden wird, sondern ebenso in Minen, Aufbereitungsanlagen und metallverarbeitenden Betrieben. Sollte sich das Raumfahrtthema an den Börsen weiter verstärken, dürfte diese Rohstoffseite des Sektors deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Auch auf Goldinvest.de beobachten wir einige spannende, wenn auch noch deutlich kleinere Gesellschaften, die von der Entwicklung der Weltraumwirtschaft profitieren könnten, wenn auch vielleicht erstmal indirekt. Dazu gehört beispielsweise mit Pure Tungsten ein noch privates Unternehmen, das sich aber nicht nur dem Börsengang nähert sondern auch der ersten Wolframproduktion – und zwar bereits im Juni, wenn alles nach Plan läuft!

Aber auch McLaren Minerals aus Australien steht in dieser Hinsicht im Fokus, denn die Gesellschaft von Managing Director Simon Finnis verfügt bereits über ein in der Entwicklung weit forgeschrittenes Titan-Projekt – und Titan wird zum strategischen Metall der Stunde!

Ganz zu schweigen von Kupfer-Firmen wie Algo Grande Copper, Axo Copper oder Brixton Metals, die auf ihren verschiedenen aber unserer Ansicht nach sehr aussichtsreichen Projekten auf der Jagd nach dem roten Metall sind!

Autor Björn Junker ist Chefredakteur von Goldinvest.de und seit über 15 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig.

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