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AXA startet neue Zahnzusatztarife: Weniger Komplexität, mehr Klarheit

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Foto: Adobe Stock

Moderne Zahnmedizin wird für viele Patienten zunehmend zur Kostenfrage. Implantate, Kronen und Vorsorgeleistungen verursachen oft hohe Eigenanteile. Versicherer reagieren darauf mit neuen, einfacheren Tarifmodellen. Warum dabei Verständlichkeit und digitale Prozesse wichtiger werden, zeigt ein Blick auf die neue Tarifgeneration von Axa.

Der Gang zum Zahnarzt endet heute oft nicht mehr nur mit einem Kontrolltermin, sondern schnell auch mit einem Blick auf den möglichen Kostenplan. Denn moderne Zahnmedizin hat ihren Preis. Für ein Implantat inklusive Krone werden mal eben 4.000 bis 5.000 Euro fällig, hochwertige Keramikkronen kosten inzwischen oft deutlich mehr als 1.000 Euro pro Zahn. Selbst professionelle Zahnreinigungen liegen vielerorts inzwischen bei über 100 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt dabei häufig nur die sogenannte Regelversorgung. Heißt: Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei der Zahnreinigung gar nichts.

Zahnzusatzversicherungen boomen

Kaum verwunderlich also, dass Zahnzusatzversicherungen seit Jahren boomen. Rund 21 Millionen Policen gibt es mittlerweile in Deutschland. Für Versicherer bleibt das Segment eines der wichtigsten Wachstumsfelder in der privaten Krankenversicherung – auch deshalb, weil viele Verbraucher Gesundheitsvorsorge zunehmend als finanzielle Absicherung verstehen. Die Axa will in diesem Markt stärker wachsen und hat Ende April eine neue Tarifgeneration auf den Markt gebracht. Statt einer komplexen Produktwelt setzt der Versicherer dabei bewusst auf vier klar abgegrenzte Angebote: Zahn Klassik, Zahn Komfort, Zahn Premium und Zahn easy.

Zu den ersten Kundinnen des neuen Tarifs „Zahn Komfort“ gehört Maria Stark aus Bielefeld. Die 21-Jährige hatte sich mit Zahnzusatzversicherungen nach eigenen Worten lange kaum beschäftigt – bis das Thema im eigenen Umfeld plötzlich konkreter wurde. „Im Freundeskreis kamen irgendwann die ersten größeren Rechnungen für Implantate oder Kronen auf den Tisch“, erzählt sie. Für Stark war das ein Weckruf – gerade weil man schnell merke, wie teuer gute Zahnmedizin inzwischen werden könne. Denn die gesetzliche Krankenversicherung beteiligt sich häufig nur an der Basisversorgung. Entscheiden sich Patienten für hochwertigere Materialien oder moderne Behandlungsmethoden, bleibt oft ein erheblicher Eigenanteil, nicht selten im vierstelligen Bereich.

Wie hoch dieser ausfallen kann, erleben viele Patienten oft erst im Ernstfall. Für ein einzelnes Implantat inklusive Aufbau und Krone entstehen laut Marktübersichten schnell Gesamtkosten von mehreren Tausend Euro. Die gesetzlichen Kassen zahlen davon meist nur einen vergleichsweise kleinen Festzuschuss. Auch die Axa rechnet in Tarifbeispielen mit Kosten von rund 5.000 Euro für ein Implantat. Genau diese Unsicherheit habe bei ihr letztlich zum Umdenken geführt, erzählt Stark gegenüber der Redaktion. „Ich wollte einfach vermeiden, irgendwann aus Kostengründen Abstriche machen zu müssen.“

Weniger Tarifdschungel

Auffällig an der neuen Tarifgeneration ist vor allem die vergleichsweise einfache Struktur. Während viele Zahnzusatz-Anbieter mit umfangreichen Bausteinen und komplexen Leistungstabellen arbeiten, konzentriert sich die Axa auf wenige klar voneinander abgegrenzte Varianten. Die Unterschiede liegen im Wesentlichen bei den Erstattungshöhen für Zahnersatz, Leistungen für Prophylaxe oder Kieferorthopädie sowie bei der Erstattung oberhalb der Gebührenordnung für Zahnärzte. So übernehmen „Zahn Klassik“ 80 Prozent, „Zahn Komfort“ 90 Prozent der Kosten für Zahnersatz, „Zahn Premium“ 100 Prozent.

Daneben positioniert sich der Versicherer mit „Zahn easy“ mit einem Budgettarif ohne Gesundheitsprüfung. Kunden erhalten dabei ein jährliches Budget von bis zu 1.000 Euro für Zahnersatz, Zahnbehandlungen und Vorsorgeleistungen. Gerade solche vereinfachten Produktlösungen gewinnen im Markt zunehmend an Bedeutung. Denn viele Kunden wünschen sich heute verständliche Leistungen, transparente Beiträge und möglichst unkomplizierte Abschlussprozesse. Gleichzeitig spielt natürlich auch die monatliche Belastung eine Rolle. Je nach Eintrittsalter liegt der Beitrag für „Zahn Komfort“ im Bereich von unter 20 Euro monatlich. „Ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, mich durch komplizierte Tarifbedingungen zu arbeiten“, sagt Stark. „Mir war wichtig, dass man schnell versteht, was abgesichert ist.“

Früh abschließen statt später reagieren

Wichtig bleibt für Kunden allerdings weiterhin der Blick in die Tarifdetails. Denn viele Zahnzusatzversicherungen arbeiten mit Warte- beziehungsweise Karenzzeiten. Leistungen können dann nicht unmittelbar nach Vertragsabschluss in vollem Umfang in Anspruch genommen werden. Auch bei der Axa gelten je nach Tarif unterschiedliche Regelungen. Während bei „Zahn Premium“ keine Wartezeit vorgesehen ist, gilt beim Budgettarif „Zahn easy“ eine Wartezeit von drei Monaten. Zudem greifen – wie branchenüblich – in den ersten Jahren Leistungsstaffeln. Gerade deshalb raten viele Vermittler dazu, Zahnzusatzversicherungen möglichst frühzeitig abzuschließen – also bevor konkrete Behandlungen anstehen. „Ich wollte das Thema einfach erledigt haben, bevor irgendwann tatsächlich etwas Größeres kommt“, sagt Stark.

Vorsorge wird für viele selbstverständlich

Neben Zahnersatz spielen inzwischen auch Vorsorge- und Komfortleistungen eine größere Rolle. Professionelle Zahnreinigungen gehören für viele Verbraucher längst selbstverständlich zur regelmäßigen Vorsorge. Wer ein- bis zweimal pro Jahr zur Prophylaxe geht, zahlt dafür allerdings schnell mehrere Hundert Euro jährlich aus eigener Tasche. Auch ästhetische Leistungen wie Bleaching gewinnen an Bedeutung – gerade bei jüngeren Zielgruppen. Leistungen also, die gesetzliche Krankenkassen in der Regel nicht übernehmen. In allen drei Tarifvarianten Klassik, Komfort und Premium sind unter anderem professionelle Zahnreinigungen sowie Bleaching-Leistungen enthalten.

Parallel verändern sich auch die Erwartungen an den Abschlussprozess selbst. Gerade jüngere Kunden erwarten heute einfache digitale Abläufe und möglichst wenig Bürokratie. Axa setzt deshalb bei den neuen Tarifen stark auf digitale Abschlussstrecken und die Verwaltung über das Kundenportal „My AXA“. Rechnungen können dort digital eingereicht werden. „Ich hatte ehrlich gesagt mit deutlich mehr Papierkram gerechnet“, sagt Stark. „Am Ende ging das alles viel einfacher als erwartet.“ 

Für Versicherer dürfte genau darin künftig ein wichtiger Wettbewerbsfaktor liegen: weniger Produktkomplexität, klarere Leistungen und einfache Prozesse. Denn der Markt für Zahnzusatzversicherungen wächst nicht nur wegen steigender Behandlungskosten – sondern auch, weil immer mehr Verbraucher Gesundheitsvorsorge frühzeitig planbar machen wollen.

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