USA planen Bitcoin-Staatsreserve: Was der ARMA-Act für Anleger bedeutet

Bitcoin als Staatsreserve in den USA
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Der ARMA-Act sieht den Kauf von einer Million Bitcoin als US-Staatsreserve vor – mit Folgen für Kurs und institutionelle Anleger.

Die USA treiben ihre Pläne für eine staatliche Bitcoin-Reserve mit einem neuen Gesetz voran: Der „American Reserve Modernization Act" sieht den Kauf von bis zu einer Million Bitcoin vor – finanziert über Goldreserven, nicht über Steuergelder. Was steckt dahinter, und was bedeutet das für Investoren?

Der „American Reserve Modernization Act“ (ARMA) ist ein überparteilicher Gesetzentwurf, den die Kongressabgeordneten Nick Begich und Jared Golden am 21. Mai 2026 eingebracht haben. Er sieht vor, dass die USA über fünf Jahre bis zu einer Million Bitcoin ankaufen – das entspricht etwa fünf Prozent aller jemals verfügbaren 21 Millionen Bitcoin. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden die Vereinigten Staaten zur weltgrößten staatlichen Bitcoin-Macht aufsteigen.

Die Grundlage dafür hatte Präsident Trump bereits im März 2025 per Exekutivorder gelegt. Seitdem hält die US-Regierung offiziell 328.372 BTC – bewertet auf rund 25,5 Milliarden US-Dollar und hauptsächlich aus Beschlagnahmungen angehäuft. Das ist bereits heute die größte Bitcoin-Position eines Nationalstaats weltweit.


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Der Gesetzentwurf konkretisiert das Vorhaben: Jährlich sollen bis zu 200.000 Bitcoin zugekauft werden, finanziert nicht über Steuergelder, sondern durch eine Neubewertung der US-Goldreserven. Alle erworbenen Bitcoin müssten mindestens 20 Jahre gehalten werden; ein Verkauf wäre ausschließlich zur Schuldentilgung erlaubt. Quartalsweise Proof-of-Reserve-Berichte und unabhängige Audits sollen für Transparenz sorgen.

Struktureller Nachfrageimpuls für den Bitcoin-Markt

Für Anleger wäre eine Verabschiedung des Gesetzes mit weitreichenden Konsequenzen verbunden. Der unmittelbarste Effekt: Kauft die US-Regierung planmäßig 200.000 Bitcoin pro Jahr, entzieht sie dem freien Markt dauerhaft eine erhebliche Menge an Coins. Bei einem auf 21 Millionen begrenzten Gesamtangebot wäre das ein erheblicher struktureller Preistreiber.

Die Analystenprognosen spiegeln diese Erwartung wider. Standard Chartered sieht Bitcoin bis Ende 2026 bei rund 150.000 US-Dollar, Thomas Lee von Fundstrat Global Advisors hält sogar 250.000 Dollar für möglich. JPMorgan prognostiziert eine Spanne von 120.000 bis 150.000 Dollar – verweist aber auf mögliche ETF-Abflüsse und makroökonomischen Gegenwind als Risikofaktoren.

Darüber hinaus würde eine gesetzlich verankerte Staatsreserve Bitcoin endgültig als institutionelle Anlageklasse etablieren – vergleichbar mit Gold. Das könnte weitere Zentralbanken und Staatsfonds weltweit unter Zugzwang setzen und eine neue Nachfragewelle auslösen. Für bestehende Bitcoin-Halter wäre das eine erhebliche Aufwertung ihrer Position; für Neueinsteiger steigt hingegen der Einstiegspreis.

Risiken bleiben einzukalkulieren

Die Marktreaktion fiel bislang verhalten aus: Bitcoin notiert aktuell bei rund 77.000 US-Dollar. Der Grund: Die Kongressabstimmung steht noch aus, und das Gesetz könnte scheitern oder verwässert werden. Kurz vor Einbringung des Entwurfs hatte Patrick Witt, Leiter des Beratergremiums für digitale Vermögenswerte im Weißen Haus, zwar einen „kleinen Durchbruch“ bei einer seit über einem Jahr bestehenden rechtlichen Hürde verkündet – doch ein politisches Signal ist noch kein beschlossenes Gesetz.

Hinzu kommt die grundsätzliche Volatilität der Anlageklasse, die durch geopolitische Ereignisse oder Zinsentscheidungen der US-Notenbank kurzfristig stark beeinflusst werden kann. Anleger sollten den ARMA-Act daher als potenziellen, aber noch nicht eingepreisten Katalysator bewerten – nicht als Garantie.

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