Steuererklärung früh abgeben: Warum sich Tempo finanziell auszahlt

Martin Ott
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Martin Ott

Viele Deutsche erledigen ihre Steuererklärung früher als nötig. Dahinter steckt nicht nur der Wunsch nach schneller Rückerstattung, sondern auch ein wachsendes Bedürfnis nach finanzieller Kontrolle. Welche Vorteile die frühe Abgabe konkret bringt.

Mehr als jede dritte steuerpflichtige Person in Deutschland reicht die Steuererklärung bereits im ersten Quartal ein. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Plattform Taxfix. Sieben Prozent erledigen ihre Erklärung schon im Januar, weitere 28 Prozent im Februar und März. Damit sind viele deutlich früher dran als die reguläre Abgabefrist Ende Juli.

Der wichtigste Anreiz ist finanzieller Natur. 56 Prozent der Befragten geben an, dass die Aussicht auf eine Rückerstattung der Hauptgrund für die Abgabe ist. Im Schnitt liegt diese laut Statistischem Bundesamt bei 1.172 Euro. 39 Prozent der Frühstarter wollen vor allem schneller über dieses Geld verfügen.

Auch organisatorische Gründe spielen eine Rolle. Da die Finanzämter im Sommer und Herbst besonders stark ausgelastet sind, profitieren frühe Einreichungen häufig von kürzeren Bearbeitungszeiten. Im Durchschnitt dauert die Bearbeitung rund 50 Tage, wobei früh eingereichte Erklärungen oft zügiger bearbeitet werden.


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„Die reguläre Abgabefrist der Steuererklärung liegt mitten im Hochsommer. Wer denkt da schon gern an die Steuererklärung und nicht an den Sommerurlaub? Die Bearbeitungsspitzen in den Ämtern hängen teilweise auch mit den Schulferien zusammen. Daher kann sich eine frühe Abgabe doppelt lohnen: kürzere Bearbeitungszeit und bessere finanzielle Planbarkeit“, betont Martin Ott, CEO von Taxfix.

Die frühere Auszahlung verschafft vielen zusätzliche finanzielle Spielräume. 45 Prozent der Befragten geben an, ihre Rückerstattung zu sparen, während 16 Prozent das Geld gezielt investieren, etwa in Aktien oder ETFs. Insgesamt sparen oder investieren damit 61 Prozent die erhaltene Summe.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass in Finanzfragen weiterhin Unsicherheiten bestehen. 31 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Wissen zur Altersvorsorge, 30 Prozent zum langfristigen Sparen und 28 Prozent zum Investieren.

Steuererklärung als Teil der Finanzroutine

Neben den finanziellen Effekten gewinnt auch der psychologische Aspekt an Bedeutung. 71 Prozent der Befragten geben an, sich finanziell sicherer zu fühlen, wenn die Steuererklärung früh erledigt ist. Für 30 Prozent gehört sie inzwischen fest zur jährlichen Finanzplanung.

23 Prozent nutzen die Steuererklärung gezielt, um sich einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu verschaffen. Damit entwickelt sich die Abgabe zunehmend zu einem festen Kontrollpunkt im Jahr.

Die zugrunde liegende Studie basiert auf einer Online-Befragung von 2.035 Personen ab 18 Jahren in Deutschland, die bereits eine Steuererklärung abgegeben haben. Die Erhebung erfolgte im Januar und Februar 2026 durch das Marktforschungsunternehmen Qualtrics.

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