Mittelständische Unternehmen investieren trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds konsequent in Transformationsprojekte. Im Durchschnitt fließen 36 Prozent der Investitionsbudgets in Maßnahmen rund um die Energiewende. Das zeigt der „Energiewende-Kompass 2025“, den die Norddeutsche Landesbank (NordLB) in Auftrag gegeben hat.
Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien und eine effizientere Nutzung von Energie. Viele Unternehmen setzen auf eigene Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerke. Parallel gewinnt nachhaltige Gebäudetechnik an Bedeutung, etwa durch moderne Lüftungssysteme oder digitale Lösungen zur Steuerung des Energieverbrauchs.
Der Stellenwert von Innovationen nimmt ebenfalls zu. 71 Prozent der befragten Unternehmen investieren stärker in neue Entwicklungen. Der Fokus liegt zunehmend auf technologischen Anwendungen, die Effizienzgewinne ermöglichen und den Energiebedarf besser planbar machen.
Technologische Innovationen rücken in den Fokus
Der Investitionsdruck in diesem Bereich dürfte weiter steigen. 70 Prozent der Unternehmen planen, ihre Ausgaben für Innovation und Technologie in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. Besonders gefragt sind KI-basierte Lastmanagementsysteme, mit denen sich kurzfristige Stromspitzen steuern lassen, sowie moderne Speichertechnologien.
Bei der Finanzierung dieser Vorhaben stoßen viele Mittelständler an Grenzen. Noch werden nachhaltige Projekte häufig aus eigenen Mitteln finanziert. Für künftige Investitionen kann sich jedoch rund die Hälfte der Befragten vorstellen, auf spezielle Nachhaltigkeitsdarlehen zurückzugreifen.
Bereits 46 Prozent, vor allem börsennotierte mittelständische Unternehmen, nutzen Green Bonds zur Finanzierung umweltfreundlicher Projekte. Beide Finanzierungsinstrumente eröffnen nach Einschätzung der Unternehmen mittelfristig zusätzlichen Spielraum für Investitionen in die Energiewende.
ESG-Kriterien beeinflussen Finanzierungschancen
Eine zentrale Rolle spielen dabei regulatorische Rahmenbedingungen. 86 Prozent der Befragten hoffen auf ausgewogene ESG-Regulierungen, die nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliche Interessen miteinander verbinden. Nahezu alle Unternehmen gehen davon aus, dass die Einhaltung von ESG-Kriterien ihre Chancen auf Kapital verbessert.
Für den Energiewende-Kompass 2025 wurden 300 Führungskräfte aus Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland online befragt. Die Teilnehmer stammen aus der Geschäftsführung, dem Finanzbereich oder dem Business Development und sind für Investitionsentscheidungen in nachhaltige Energie und Energieeffizienz verantwortlich. Befragt wurden Unternehmen mit 200 bis unter 5.000 Beschäftigten. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Die Studie wurde nach 2024 zum zweiten Mal durchgeführt.













