Der Arbeitsmarkt in der Versicherungs- und Finanzbranche weist in vielen Regionen deutliche Besetzungsprobleme auf. Eine Analyse der buero AG auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass offene Stellen häufig überdurchschnittlich lange vakant bleiben – selbst dann, wenn grundsätzlich Arbeitssuchende vorhanden sind.
Die Auswertung deutet darauf hin, dass häufig kein klassischer Fachkräftemangel vorliegt. Stattdessen sprechen die Kennzahlen in vielen Bundesländern für einen sogenannten Arbeitsmarkt-Mismatch. Dabei gibt es zwar Bewerber, deren Qualifikationen, Erfahrungen oder regionale Verfügbarkeit passen jedoch nicht zu den Anforderungen der offenen Stellen.
Insgesamt zeigt sich dieses Muster in 14 der 16 Bundesländer. Dort bleiben Positionen in der Versicherungs- und Finanzbranche trotz vorhandener Arbeitssuchender überdurchschnittlich lange unbesetzt.
Besonders deutlich zeigt sich das Problem in Rheinland-Pfalz. Dort bleiben offene Stellen in der Branche durchschnittlich 282 Tage vakant. Auch in Brandenburg zieht sich die Besetzung mit durchschnittlich 230 Tagen deutlich in die Länge.
Ähnlich lange dauert es in Baden-Württemberg, wo Positionen im Schnitt 216 Tage unbesetzt bleiben. In Sachsen liegt die durchschnittliche Vakanzdauer bei 192 Tagen.
Die Kombination aus vorhandenen Bewerbern und langen Besetzungszeiten deutet in diesen Bundesländern auf Matching-Probleme hin. Arbeitgeber und Bewerber finden zwar grundsätzlich zusammen, die Passgenauigkeit zwischen Anforderungen und Qualifikationen ist jedoch häufig zu gering.
Fachkräftemangel in einzelnen Regionen
In Bayern und Sachsen-Anhalt zeigt sich eine andere Konstellation. Dort übersteigt die Zahl offener Stellen die Zahl der verfügbaren Arbeitssuchenden in der Versicherungs- und Finanzbranche.
Gleichzeitig bleiben Positionen auch hier überdurchschnittlich lange vakant. Diese Kombination weist weniger auf ein Matching-Problem als vielmehr auf einen tatsächlichen Fachkräftemangel hin oder auf nicht ausreichend effiziente Besetzungsprozesse.
Die Analyse macht deutlich, dass Besetzungsprobleme in der Branche unterschiedliche Ursachen haben können. Neben fehlenden Fachkräften spielen häufig auch Qualifikationsanforderungen, regionale Unterschiede oder strukturelle Faktoren im Bewerbungsprozess eine Rolle.













