Keine Pflicht, aber für den Ernstfall unerlässlich

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Christine Schönteich, Fonds Finanz

Bei der Absicherung des Hausrats geht es zwar nicht um die gleichen Werte wie bei einer Immobilie. Doch die finanziellen Schäden durch Diebstahl, Wasser, Einbruch oder Feuer können erheblich sein. Im Zweifelsfall wird es sogar existenzgefährend. Ein Beitrag von Christine Schönteich, Fonds Finanz

So ziemlich jedem ist sie ein Begriff – die Rede ist von der privaten Haftpflichtversicherung (PHV). Immerhin knapp zwei Drittel aller deutschen Haushalte können mindestens eine PHV ihr Eigen nennen. Für die restlichen Haushalte kann es im Ernstfall ziemlich teuer werden. Nicht etwa, weil – wie der Name irrtümlich vermuten lässt – die „Pflicht“ versäumt wurde, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen, sondern weil es schnell um deutlich mehr gehen kann als um einen Rotweinfleck im kostbaren Perserteppich des Freundes.

Denn die PHV ist im Vergleich zur Kfz-Haftpflichtversicherung kein Muss in Deutschland. Somit verzichten rund ein Drittel aller Haushalte auf diesen existenzsichernden Basisschutz. Dies geht zumindest aus einer Sonderauswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamt für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus dem Jahr 2013 hervor.

Damit ignorieren zahlreiche Haushalte Fakten, worauf nicht nur fast jede Versicherungsgesellschaft, sondern auch die Verbraucherzentrale auf ihren Webseiten aufmerksam machen und für jeden Makler perfekte Vertriebsargumente darstellen: Nach dem Gesetz haftet jeder für alle Schäden, die er einem anderen schuldhaft zufügt – und zwar in unbegrenzter Höhe mit dem aktuellen und künftigen Privatvermögen. Zudem ist bei einer privaten Haftpflichtversicherung ebenso grobe Fahrlässigkeit mitversichert. Ausgenommen sind lediglich Schäden, die absichtlich verursacht werden.

Insofern ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung unverzichtbar. Denn die Versicherung deckt ein existenzbedrohendes Risiko ab. Wenn diese Argumente beim Kunden nicht zählen, hilft oft ein Beispiel aus dem Leben. Verantwortet man beispielsweise als Radfahrer die Querschnittslähmung eines Dritten, geht der Schaden in die Millionen und kann den finanziellen Ruin bedeuten.

Einfach, kostengünstig und digital

Gemeinsam mit der Hausratversicherung bildet die PHV prozentual betrachtet den höchsten Wert an Verträgen, die in Deutschland von privaten Haushalten abgeschlossen werden. Das ist nicht verwunderlich – sie ist im Vergleich zu vielen anderen Versicherungen schnell abgeschlossen und kostengünstig.

Bei den meisten Gesellschaften gehört die PHV zum Standardrepertoire. Für Makler lohnt sich nicht zuletzt auch im Segment der PHV die Zusammenarbeit mit einem professionellen Maklerpool wie der Fonds Finanz. Mit persönlicher und fachlicher Kompetenz sowie dem kostenfreien Angebot vieler professioneller Vergleichsrechner unterstützt der Münchner Maklerpool die angebundenen Partner im Sachversicherungsbereich mit dem Sach Modul der Firma softfair.

Ein optimaler Überblick der Preis- und Leistungsmerkmale unterschiedlicher Gesellschaften, bedarfsgerechte Beratung, Online-Abschlüsse und nachhaltig zufriedene Kunden sind jedem Makler somit garantiert. Die Digitalisierung der Versicherungsbranche in Deutschland ist im Aufwind. Die Corona-Pandemie hat dabei als wahrer Beschleuniger gewirkt.

Das betrifft auch die Leistungen und Services rund um den PHV-Vertrag. Zahlreiche Gesellschaften arbeiten hier ständig an der Optimierung. Technisch „besser aufgestellte“ Produktgeber und InsurTechs bieten beispielsweise eine Policierung in Echtzeit an. Noch schneller kann es für den Kunden nicht mehr gehen: Innerhalb weniger Sekunden nach Vertragsabschluss erhält er sämtliche Versicherungsunterlagen elektronisch zugestellt.

Der Fokus liegt auf den Kunden

Der Wettbewerb in der Versicherungsbranche ist groß. Somit rücken die Bedürfnisse der Kunden bei den Gesellschaften auch im Segment der PHV immer mehr in den Vordergrund. Der Kunde von heute wünscht sich im Ernstfall schnelle Erreichbarkeit und maximale Transparenz – ohne einen Ordner in die Hand nehmen zu müssen.

Mit der Schadensmeldung per Messenger oder dem Online-Zugang für Vertragsdokumente haben etliche Versicherer bereits darauf reagiert. Daneben entstehen den Versicherten durch Best-Leistungsgarantien im Schadenfall keinerlei Nachteile gegenüber den Top-Tarifen der Mitbewerber.

Um die Kunden zu entlasten, sind viele Gesellschaften dazu übergegangen versicherte Leistungen anhand ständiger Marktrecherchen zu identifizieren.

Sofern vereinbart, profitieren die Versicherungsnehmer dank Update-Garantien oder Innovationsklauseln automatisch von prämienneutralen Bedingungsverbesserungen des eigenen Versicherers. Am Beispiel Corona lässt sich gut erkennen, dass Versicherungen in der PHV deutlich schneller und flexibler auf aktuelle Gegebenheiten des täglichen Lebens reagieren.

So erhalten Versicherungsnehmer anlässlich der Corona-bedingt zahlreich ins Homeoffice verlagerten Arbeitsplätze bei einigen Versicherern zusätzlichen Versicherungsschutz.

Damit sind die vom Arbeitgeber überlassenen Gegenstände im Schadenfall abgesichert. Selbst eher traditionsbewusste Gesellschaften haben diesen Trend erkannt und passen ihre Leistungen an die fortschrittlicheren Wettbewerber am Markt an.

So soll nicht nur die Attraktivität der klassischen Produktgeber bei den jüngeren Generationen steigen, um diese langfristig zu binden, sondern ebenso die Wettbewerbsfähigkeit der Versicherer sichergestellt werden. Selbst die einfache Formulierung und Verständlichkeit der Bedingungswerke einzelner Tarife haben sich die Versicherer auf die Fahne geschrieben.

Trotz oder gerade wegen dieser kundenfreundlichen Trends macht es für jeden Versicherungsnehmer Sinn, den bestehenden Schutz regelmäßig durch Fachkräfte überprüfen zu lassen. Allgemein lässt sich sagen, dass die Entwicklung von Privathaftpflichtversicherungstarifen immer mehr vorangetrieben wird.

Sowohl Versicherungen als auch InsurTechs achten dabei auf Leistungsverbesserungen, die meist weit über die vorhandenen Mindestanforderungen aus den gesetzlichen Haftpflichtansprüchen hinausreichen und somit dem Kunden einen optimalen Schutz bieten.

Der genaue Blick lohnt sich

Wie wertvoll unsere Gegenstände sind, ist uns oftmals nicht klar. Aber im Ernstfall kann sich eine Hausratversicherung mit der richtigen Entschädigungsgrenze für Wertsachen auszahlen. Denn ergänzend zur privaten Haftpflichtversicherung schützt die Hausratversicherung das bewegliche Eigentum in den eigenen vier Wänden – etwa Elektronik, Bargeld, Wertsachen, Möbel.

Die Hausratversicherung zeichnet sich in der Versicherungsbranche durch konstantes Wachstum aus. Für Makler also ein interessantes Geschäftsfeld. Besonders im Pandemiejahr 2020 hat alles, was mit den Themen Wohnen, Besitz und Eigentum zu tun hat, an Bedeutung gewonnen.

So wurden sicherlich von Kunden Anschaffungen getätigt, die womöglich durch den bestehenden Versicherungsschutz (noch) nicht abgedeckt sind. Vielleicht ein guter Vertriebsansatz, um wieder ins Kundengespräch zu kommen.

Allgemein schützt die Hausratversicherung die persönlichen Gegenstände in der Wohnung, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel zu Schaden kommen sowie bei Diebstahl, Raub und Vandalismus durch Einbruch. Das ist die Basis an versicherten Gefahren, die alle Gesellschaften abdecken.

Aber auch bei der Hausratversicherung achten die Gesellschaften auf Zusatzleistungen, die die allgemeinen Standards übertreffen. Ein Beispiel ist der Schutz bei Fahrraddiebstahl.

Insbesondere die Absicherung wertvoller E-Bikes sollte in der bestehenden Hausratversicherung hinsichtlich vereinbarter Versicherungssummen und versicherten Sachen überprüft werden. Oftmals sind in der Hausratversicherung die einfachen Gefahren inbegriffen. Daher empfiehlt sich eine E-Bike-Versicherung.

Versicherungssumme am Lebensstandard anpassen

Bei vielen Kunden verbessert sich der Lebensstandard über die Jahre und so reicht die Höchstgrenze der Entschädigung meistens nicht aus – diese liegt oftmals bei 20 Prozent der Versicherungssumme. Ratsam ist daher die regelmäßige Wertprüfung des Hausrats und Anpassung der Versicherungssumme.

Auch überschreitet oftmals das Bargelddepot daheim die Höhe der Bargeldpauschalbeträge der Versicherungskonzepte. Sinnvoll ist es dann diese Grenze zu erhöhen und sich Gedanken über einen Safe zu machen. Zudem gibt es Spezialkonzepte, die den höherwertigeren Hausrat absichern.

Einige Versicherer bieten mittlerweile eine Smart Home Deckung an, die wertvolle Smart Home Systeme vor dem Risiko eines Hackerangriffs schützen. Selbst der Nachfrage zur Absicherung von Wohn- und Hausgemeinschaften gehen manche Versicherer im Rahmen der Hausratversicherung nach – vor allem in mietintensiven Großstädten. Ähnlich wie in der PHV bieten die Gesellschaften in der Hausratversicherung Best-Leistungs-Garantien und Innovationsklauseln an, um die Kunden im Schadenfall nicht schlechter zustellen.

Eine Neuerung in dieser Sparte ist der Schutz vor unbenannten Gefahren. Dabei leisten Versicherer Entschädigungen für versicherte Gegenstände, die durch eine plötzliche, unvorhergesehene, von außen einwirkende Ursache – ähnlich wie in der Unfallversicherung – zerstört oder beschädigt wurden.

Abschließend ist festzustellen, dass während der Pandemie die Nachfrage zur Absicherung von Ferienimmobilien rasant angestiegen ist. Gleiches gilt für den Camping-Bereich. Einzelne Versicherer bieten dem Kunden dabei einen optimalen Schutz.

Autorin Christine Schönteich ist Mitglied der Geschäftsleitung bei der Fonds Finanz und dort unter anderem verantwortlich für das Kompetenz Center Sach.

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