Kfz-Vergleichsportale: Mit der Zweitmeinung fährt man besser

Markus Hamer, DISQ

Vergleichen, abschließen, sparen – was in der Werbung einfach klingt, klappt beim Online-Vergleich von Kfz-Versicherung leider nicht immer. Zu deutlich fallen die Unterschiede bei den vermeintlichen Bestpreis-Tarifen aus. Das zeigt eine Studie Deutschen Institus für Servicequalität (DISQ) im Auftrag von ntv.

Wer über einen Kfz-Versicherungswechsel nachdenkt, sollte sich nicht auf jedes Vergleichsportal verlassen. Die Preisanalyse zeigt teils deutliche Unterschiede zwischen den vermeintlich günstigsten Tarif-Angeboten. Ein Beispiel: In einem Testszenario mit fixen Rahmendaten beläuft sich das günstigste Angebot für einen VW Polo bei einem Portal auf 539 Euro pro Jahr, bei einem anderen Portal werden für die günstigste Kfz-Vollkasko-Versicherung 739 Euro fällig – eine Differenz von satten 200 Euro.

Erhebliche Preis-Unterschiede

Je nach Kombination aus Nutzerprofil und Fahrzeug ist das preislich jeweils beste Portal im Test zwischen acht und 27 Prozent günstiger als das teuerste (im Schnitt: knapp 17 Prozent).

Das bedeutet für Wechselwillige: Nur bei den besten Vergleichsportalen stehen die Chancen gut, ein hohes Sparpotenzial zu erzielen.

Service „befriedigend“

Während die Internetauftritte die Service-Domäne der Anbieter sind und häufig mit einem hohen Informationswert, guten Such- und Filteroptionen und einfacher Bedienung punkten, zeigen sich am Telefon und per E-Mail mehr Schwächen.

Die Hotline-Mitarbeiter beantworten Fragen zwar fast immer fachlich korrekt, die Auskünfte sind aber nicht selten oberflächlich und nicht individuell auf das Anliegen des Anrufers zugeschnitten. E-Mails werden häufig zügig binnen eines Tages bearbeitet – oder aber gar nicht. So bleibt fast ein Drittel der Anfragen unbeantwortet.

Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität: „Nicht alle Vergleichsportale decken zuverlässig mögliche Sparpotenziale auf. Da kein Anbieter in allen Test-Szenarien der günstigste ist, empfiehlt sich immer die Nutzung von mindestens zwei Vergleichsportalen gleichzeitig.“

Die besten Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen

Testsieger ist Verivox mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“. Der Anbieter überzeugt insbesondere bei der Preisanalyse, in der das Vergleichsportal meist die günstigsten Tarife vermittelt; auch bei den angezeigten Top-3-Tarifen liegt Verivox vorne. Hinzu kommt der im Vergleich beste Online-Service: Die bedienungsfreundliche Website bietet einen hohen Informationswert mit zahlreichen Features, etwa Kundenbewertungen zu den einzelnen Tarifen und eine Angebotserstellung per E-Mail.

Den zweiten Platz belegt Check24, ebenfalls mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“. Das Unternehmen punktet mit attraktiven Tarifangeboten, die preislich die zweitbesten sind. In puncto Service ist Check24 insgesamt führend und erzielt hier als einziger Anbieter ein gutes Ergebnis. Neben einem überzeugenden Online-Service fällt auch die E-Mail-Bearbeitung positiv ins Gewicht: Anfragen werden zügig (im Schnitt innerhalb von rund 8,5 Stunden), korrekt und strukturiert beantwortet.

Totalausfall beim Telefonservice

Auf Rang drei folgt Autoversicherung.de (Qualitätsurteil: „befriedigend“). Das Vergleichsportal offeriert die im Schnitt drittgünstigsten Tarife. Der Service per E-Mail ist sogar der beste im Test, auch dank sehr individueller Auskünfte. Dagegen ist der telefonische Service ein Ausfall, da das Portal keine Hotline für Interessenten anbietet.

Zum Rating: Das DISQ testete fünf Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen. Alle fünf bieten nicht nur einen eigenen Tarifvergleich an sondern auch die Möglichkeit eines Vertragsabschluss über die Seite.

Die Servicequalität der fünf Portale wurde anhand von 90 verdeckten Telefon- und E-Mail-Tests (Mystery-Calls und -Mails) sowie 50 Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer untersucht.

Zudem erfolgte eine detaillierte Internetanalyse, wobei der Fokus auf Informationswert, Bedienungsfreundlichkeit sowie Transparenz und Sicherheit der Websites lag. Insgesamt flossen 145 Servicekontakte mit den Vergleichsportalen in die Auswertung ein. Darüber hinaus wurden anhand von zwölf definierten Profilen aus vier Automodellen und drei Nutzertypen die günstigsten Tarifangebote ermittelt und bewertet (Erhebungsstichtage: 12.-14. Oktober 2020).

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