Anzeige
19. Dezember 2006, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vermittlerrichtlinie: Sachkundenachweis ohne eigenen Titel?

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) hat am 18. Dezember den Referentenentwurf der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und ?beratung (VersVermV) veröffentlicht. Diese Verordnung präzisiert die Anforderungen des Gesetzes zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts, das in dieser Woche bei Bundespräsident Horst Köhler zur Unterschrift liegt. Neu ist die vom Arbeitgeberverband der finanzdienstleistenden Wirtschaft AfW e.V., Berlin, vehement geforderte Änderung bei der Zusammensetzung der IHK-Prüfungsausschüsse und die Tatsache, dass die neue Mindestqualifikation eventuell gar keinen eigenen Titel haben wird.

In dieser Verordnung geht es insbesondere um die Anforderungen an die Sachkundeprüfung, das Vermittlerregister, die Haftpflichtversicherung, die Informationspflichten und die Zahlungssicherung. Bis zum 10. Januar 2007 haben die Verbände Zeit, eine offizielle Stellungnahme abzugeben. Anschließend benötigt sie zu Ihrem Inkrafttreten noch die Zustimmung des Bundesrates, mit der Ende März 2007 gerechnet wird.

Laut AfW haben sich im Vergleich zur Fassung aus dem Mai 2006 nur geringfügige Änderungen ergeben. Diese betreffen hauptsächlich die Sachkundeprüfung. Der Gesetzgeber hat offenbar auf die von den Verbänden mehrfach deutlich geäußerte Kritik an der Besetzung der Prüfungsausschüsse reagiert. ?Die Vorgaben an die Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse sind – wie von uns gefordert – erfreulicherweise ersatzlos gestrichen worden. Die IHKn können nun ihre Prüfungsausschüsse selbst besetzen. Damit konnte der AfW den Einfluss der Versicherungswirtschaft zum Wohle der freien Finanzdienstleister weiter zurückdrängen?, erläutert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.

Der AfW hatte zuvor in zahlreichen Gesprächen mit Politikern und auch im Rahmen der Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages verwundert darauf hingewiesen, dass die Versicherungswirtschaft in den IHK-Prüfungsausschüssen die Mehrheit haben solle, ihre gebundenen Vertreter aber selbst gar nicht zur IHK-Prüfung anmelden muss.

Neu in der Diskussion ist die Möglichkeit, dass die nun verlangte Mindestqualifikation (Sachkundeprüfung) eventuell nicht den Titel ?Versicherungsfachmann IHK? tragen darf. So fehlt im aktuell vorliegenden Entwurf nämlich die Passage in Paragraf 3 Abs. 8 VersVermV, dass der Titel ?Versicherungsfachmann IHK? vergeben wird. Die Erklärung dafür ist nach jahrelangem Tauziehen um die Mindestqualifikationernüchternd: Ein Titel sei nur für Prüfungen vorgesehen, die im Berufsbildungsgesetz geregelt sind. Für eine Sachkundeprüfung ist wohl kein Titel möglich.

?Durch diese Wendung ändert sich aber nichts an den vom Gesetzgeber verlangten Qualifikationsinhalten. Diese bleiben weiterhin am Versicherungsfachmann des BWV angelehnt, was unter anderem aus einer neuen Anlage zur Verordnung hervorgeht. Man könnte also sagen: Gleicher Inhalt, neuer Name!?, entschärft Rottenbacher diese Veränderung in der Verordnung. Gleichwohl zeigt sich der AfW-Vorstand wenig erfreut darüber, dass derartige Probleme erst jetzt erkannt wurden und äußert die Hoffnung, dass für dieses Problem noch eine Lösung gefunden werden wird.

Im Punkt Bestandsschutz für die so genannten ?Alten-Hasen? (cash-online berichtete) sieht sich der AfW in seiner Rechtsauffassung deutlich bestätigt. Der Gesetzgeber stellt in der Begründung zur Verordnung nun endlich eindeutig klar, dass sich der Bestandsschutz nur auf natürliche Personen beziehen soll und somit nicht auf juristische Personen ausgedehnt werden kann.

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...