15. Dezember 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Phoenix: Bund gewährt EdW Darlehen

Wende im Entschädigungsfall des insolventen Frankfurter Vermögensverwalters Phoenix Kapitaldienst: Nachdem der Großteil der etwa 30.000 geprellten Anleger bereits seit Jahren auf seine Entschädigungszahlungen wartet, springt die Bundesregierung nun doch mit einem 128-Millionen-Kredit an die staatlicheEntschädigungseinrichtung der Wertpapierunternehmen (EdW) ein.

Europarechtliche Verpflichtungen entscheidend

Der Finanznachrichtenagentur DPA-AFX zufolge rechtfertigte ein Sprecher das Geld für die Teilentschädigung mit europarechtlichen Verpflichtungen. Haushaltspolitiker der Koalition kritisierten den Schritt massiv.

Das Finanzministerium beantragte beim Haushaltsausschuss des Bundestages für 2008 eine außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung für das Darlehen an die EdW. Ohne das Geld vom Staat wäre die EdW nicht in der Lage, ihre gesetzlichen Pflichten nach der EU-Richtlinie zu erfüllen.

Die Entschädigungseinrichtung finanziert sich über die Beiträge der ihr im Rahmen einer obligatorischen Mitgliedschaft angeschlossenen Finanzdienstleister. Der Großteil dieser Unternehmen weigert sich jedoch, die Sonderzahlungen zur Entschädigung der Phoenix-Anleger zu leisten.

EdW-Mitglieder müssen Darlehenszinsen zahlen

Während die Entscheidung des Bundes für die geprellten Investoren nach jahrelangem Hoffen und Bangen eine positive Nachricht ist, geht der Konflikt zwischen der EdW und ihren Beitragszahlern weiter. Das Darlehen wird die Entschädigungseinrichtung mit Zinszahlungen von über 30 Millionen Euro belasten, die nach geltendem Recht von den angeschlossenen Finanzdienstleistern zu tragen sind.

Hintergrund: Phoenix hatte Anleger durch ein Schneeballsystem jahrelang mit Scheinangeboten und falschen Renditeversprechungen geprellt. Über 500 Millionen Euro wurden in dubiose Options- und Termingeschäften, sogenannten Managed Accounts angelegt. Nachdem der Betrug aufflog, eröffnete die BaFin im Jahr 2005 das Insolvenzverfahren und stellte wenig später den Entschädigungsfall fest. (hb)

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Allianz: Aylin Somersan Coqui wird neue Personalvorständin

Aylin Somersan Coqui (42) wird zum 1. April 2019 neue Personalvorständin der Allianz Deutschland. Sie tritt die Nachfolge von Ana-Cristina Grohnert an, die die Allianz zum gleichen Zeitpunkt verlässt. Coqui ist derzeit als Chief Human Resources Officer (CHRO) in der Allianz SE tätig und verantwortet dort die gruppenweite Personalstrategie.

mehr ...

Immobilien

Zinssicherung oder Renditefalle? Geschäft mit Bausparverträgen wächst

Die niedrigen Zinsen halten die Sparer in Deutschland nicht davon ab, Bausparverträge abzuschließen. Branchenprimus Schwäbisch Hall stoppte 2018 den Rückgang der beiden vorangegangenen Jahre.

mehr ...

Investmentfonds

Portfolios und Performances mit neuem Tool effektiv bewerten

Wisdom Tree, Sponsor von Exchange-Traded Funds (“ETF”) und Exchange-Traded Products (“ETP”), hat die WisdomTree Investor Solutions-Plattform lanciert.

mehr ...

Berater

RWB bringt Anleger ins Milliardärs-Business

Ein echter Mega-Deal ist dem Asset Manager RWB für seine Anleger gelungen: Über den Zielfondsmanager Marlin Equity Partners sind diese jetzt an den Geschäften von Milliardär Richard Branson beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bringt weiteren Pflegeheim- und Kita-Fonds

Die INP-Gruppe aus Hamburg, hat mit dem Vertrieb eines neuen alternativen Investmentfonds (AIF) für Privatanleger begonnen. Fondsobjekte sind Immobilien für alt und jung.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...