Finanzfachfrauen bemängeln Studien zur Altersvorsorge

Die Studien zur Altersvorsorge sind derzeit zahlreich. Häufig ist das Ergebnis, dass die deutschen Bundesbürger sich sicher fühlen, was ihren Kontostand im Alter angeht.Nun wird Kritik laut. Die Finanzfachfrauen, ein bundesweiter Zusammenschluss von Finanzberaterinnen, empören sich darüber, dass mit den Studien der Marktforscher eine Welt präsentiert werde, deren Schein trügt.

Zwei der Studien weisen ihrer Meinung nach besonders viele Mängel auf. Zum einen handelt es sich um die Studien vom Deutschen Institut für Altersvorsorge im Auftrag der Deutschen Bank (cash-online berichtete hier), zum anderen vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank (cash-online berichtete hier). Die Studie der Deutschen Bank kommt zu dem Ergebnis, dass die jüngeren Deutschen sich gut informieren und die Rentenleistungen realistisch einschätzen, doch der Großteil der 50- bis 55-Jährigen hofft noch auf 50 bis 70 Prozent der letzten Gehaltszahlung.Laut der Postbank-Studie wollen 53 Prozent der Deutschen derzeit nicht weiter in Altersvorsorge investieren.

Finanzfachfrauen setzen auf Rentenversicherung

Die Finanzfachfrauen verweisen auf die Statistik der Deutschen Rentenversicherung, in der von einer anderen Größenordnung die Rede ist. Danach beträgt der durchschnittliche Rentenanspruch in den alten Bundesländern bei Frauen 596,61 Euro und bei Männern 782,09 Euro. Daraus könne geschlossen werden, dass in diesem Fall ein Auskommen nicht gesichert sei. Die Finanzberaterinnen wundern sich, wie die Hälfte der Bundesbürger sich in Sicherheit wiegen kann. Sie bewerten es weiter als auffällig, dass mehr als die Hälfte der Deutschen derzeit nicht für das Alter spart.

Sie vermuten dahinter Verunsicherung durch die Finanzkrise, aber auch Angst, dass Rentenversicherungen nicht das richtige Anlageprodukt für das Alter sein könnte. Die Frauen setzen bei ihrer Beratung auf den Baustein der Rentenversicherung, da diese staatlich gefördert werde und für risikoscheue Anleger gut geeignet sei. (ks)

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