25. November 2010, 12:28
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Banken wenden sich von Honorarberatung ab

Honorarberatung? Nein danke. Banken und Sparkassen wollen auch künftig am traditionellen Provisionsmodell festhalten. Nur jedes zehnte Institut plant einer Umfrage zufolge Investitionen in die derzeit viel diskutierte Honorarberatung.

Ablehnung-127x150 in Banken wenden sich von Honorarberatung abUnd das, obwohl die deutschen Geldhäuser die Finanzberatung für Privat- und Firmenkunden grundsätzlich ausbauen wollen: Mehr als 60 Prozent werden in den kommenden drei Jahren in nennenswertem Umfang in diesem Bereich investieren, so das Ergebnis der Studie „Branchenkompass 2010 Kreditinstitute“, die die Strategieberatung Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut erstellt hat.

Die Banken wenden sich damit von der Honorarberatung ab: Im Vorjahr hatte noch ein gutes Viertel der befragten Institute angekündigt, von Provisionen unabhängige Modelle weiter forcieren zu wollen. Den Grund für die Trendwende erklärt Steria-Mummert-Manager Stefan Lamprecht: „Die Banken erwarten in absehbarer Zeit offenbar keine gesteigerte Zahlungsbereitschaft für Beratungsleistungen“.

Lediglich in einigen Sparten wie der Vermögensverwaltung könnten Geschäftsmodelle auf Honorarbasis eine Zukunft haben, führt Lamprecht weiter aus. So plane immerhin ein Drittel der Privatbanken, auch in den kommenden Jahren weiter in die Honorarberatung zu investieren.

Die Ernüchterung bei den Banken in Sachen Honorarberatung hänge sicherlich auch mit dem schwindenden politischen Rückenwind zusammen, so das Fazit der Studienautoren. Habe es zum Höhepunkt der Finanzkrise noch so ausgesehen, als erwäge die Bundesregierung eine besondere Förderung, sei derzeit nur noch sehr allgemein von „fairem Wettbewerb und Rechtssicherheit“ die Rede. (hb)

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Wer die ersten Schritte macht und weiter geht ist vorn.

    Kommentar von Oliver Britten — 30. November 2010 @ 11:59

  2. Wir hatten schon befürchtet, dass es die Banken wirklich ernst meinen könnten mit der Umstellung auf die Honorarberatung. Das hätte alllerdings erfordert, dass sie bereit gewesen wären, eine offene Produktarchitektur zuzulassen, denn Kunden wären auf Dauer nicht bereit gewesen, für konzerneigene Produkte, an denen bereits verdient wird, auch noch Honorare zu entrichten.
    Zum Glück haben sich die Banken davon verabschiedet, so können sie von unabhängigen Beratern auf Honorarbasis auch weiterhin in ihren Vertriebspraktiken und in der Regel völlig unzureichenden Beratungen entlarvt werden.
    Diese Chance dürfen sich Finanzanlageberater nicht entgehen lassen.

    Kommentar von Thomas Meinhardt — 26. November 2010 @ 13:58

  3. Honorarberatung gibt es schon in Länder wie Holland und der UK. Da funktioniert es kommerziell gut für die Makler. Frage ist aber ob man über Honorarberatung die Konsumenten besser betreut; letztendlich verschrottet mann damit das Herzstück von Versicheren: Stärke aus Solidarität.

    Kommentar von Egbert Jan Ludwig — 25. November 2010 @ 15:22

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